Wärmepumpe-Klimaanlage: Unterschied, Kosten, Förderungen

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 30/01/2025
Kategorie: Wärmepumpe

Wärmepumpen mit Kühlfunktion bieten ganzjährig ein angenehmes Raumklima. Doch kann man eine Wärmepumpe als Klimaanlage nutzen? In diesem Artikel erfahren Sie die Möglichkeiten und Unterschiede einer Wärmepumpe und Klimaanlage. 

Das Wichtigste zuerst

  • Wärmepumpen mit Kühlfunktion können auch als Klimaanlage funktionieren.
  • Die Kühlung ist durch einen reversiblen Kältemittelkreislauf möglich.
  • Die aktive Kühlung ähnelt der Klimaanlage am meisten, verursacht aber höhere Kosten.
  • Die passive Kühlung ist kostengünstiger, aber weniger effektiv.
    Für die Anschaffung einer Wärmepumpe-Klimaanlage zahlen Sie 20.000 bis 50.000 €.
  • Die Betriebskosten liegen zwischen 750 und 2.500 € pro Jahr.
    Die Nachrüstung der Kühlfunktion kostet ca. 1.000 € und erfordert eine fachgerechte Installation.

Kann man eine Wärmepumpe auch als Klimaanlage nutzen?

Eine Wärmepumpe kann auch als Klimaanlage genutzt werden, wenn sie über eine Kühlfunktion verfügt. Voraussetzung ist, dass die Wärmepumpe einen reversiblen Kältekreislauf hat, der sowohl heizen als auch kühlen kann. Dafür benötigt die Wärmepumpe zusätzliche Komponenten wie ein Expansionsventil und ein 4-Wege-Ventil.

Die Kühlung kann entweder aktiv oder passiv erfolgen: 

  • Die aktive Kühlung kommt einer Klimaanlage am nächsten und ist bei Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen möglich. Hier wird die Wärme aus dem Innenraum mithilfe des Kompressors abgeführt. Das erhöht den Stromverbrauch und die Energiekosten wesentlich.
  • Die passive Kühlung ist weniger effektiv, dafür aber fast kostenlos erhältlich. Sie ist nur mit Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen möglich. Dabei wird die überschüssige Wärme an das Erdreich oder Grundwasser abgegeben.

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Damit die Kühlung effizient funktioniert, sollten geeignete Heizkörper oder Kühlflächen installiert sein. Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen sind ideal, da sie gleichmäßige Temperaturen ermöglichen. Sie können die Wärmepumpe auch mit Gebläsekonvektoren kombinieren. Sie unterstützen die Luftzirkulation und können die Raumluft sogar entfeuchten. Klassische Heizkörper hingegen sind weniger effektiv für die Kühlfunktion.

Im Folgenden finden Sie die Vorteile und Nachteile einer Wärmepumpe gegenüber einer Klimaanlage:

EigenschaftVorteile WärmepumpeNachteile Wärmepumpe
Funktionganzjährige Nutzung zum Heizen und KühlenKühlleistung meist geringer als bei Klimaanlagen
Energieeffizienzsehr effizient bei moderater Kühlunghöherer Stromverbrauch bei aktiver Kühlung
UmweltfreundlichkeitNutzung von Umweltwärme, weniger CO₂-AusstoßEinsatz von Kältemitteln kann umweltbelastend sein
Kostenspart Heizkosten im Winterhöhere Anschaffungskosten als reine Klimaanlagen
Komfortgeringer GeräuschpegelKühlung dauert länger als mit einer Klimaanlage
Vielseitigkeitkombinierte Heiz- und KühlmöglichkeitFunktion nur mit geeigneten Heizsystemen nutzbar

Das 4-Wege-Ventil schaltet die Strömungsrichtung um und ermöglicht ein unabhängiges Heizen und Kühlen. Das bedeutet, dass selbst im Sommer, wenn keine Raumheizung erforderlich ist, das Warmwasser trotzdem erwärmt werden kann. 

Aktive Kühlung ist sehr effektiv, regulierbar und schafft eine Raumtemperatur von 20 Grad und darunter. Sie verbraucht jedoch viel Strom.

Passive Kühlung

Die passive Kühlung funktioniert im Wesentlichen genauso wie die aktive Kühlung, jedoch verzichtet sie auf den Einsatz eines elektrisch betriebenen Kompressors. Stattdessen gibt sie die abgeführte Wärme ausschließlich über den Wärmetauscher an das Erdreich ab.

Im Gegensatz zur aktiven Kühlung funktioniert passive Kühlung nahezu ohne elektrische Energie. Lediglich die Umwälzpumpen in den Quell- und Heizkreisen müssen mit Strom versorgt werden.

Was ist der Unterschied zu einer normalen Klimaanlage?

Eine Wärmepumpe kann sowohl heizen als auch kühlen, während eine Klimaanlage ausschließlich kühlt. Klimaanlagen sind auf schnelle und intensive Kühlung spezialisiert, während Wärmepumpen bei moderater Kühlung effizienter arbeiten. Wärmepumpen arbeiten in Verbindung mit wasserführenden Systemen wie Flächenheizungen oder Gebläsekonvektoren, während Klimaanlagen direkt die Raumluft kühlen. 

Wie funktioniert die Wärmepumpe-Klimaanlage?

Eine Wärmepumpe-Klimaanlage entzieht Wärmeenergie aus der Umgebung und transportiert diese entweder ins Innere oder nach außen. Im Kühlmodus entzieht die Wärmepumpe der Raumluft Wärme und leitet diese über den Kältekreislauf nach außen ab. Dazu nutzt sie ein Kältemittel, das in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert.

Funktionsweise-einer-Waermepumpen-Klimaanlage

Funktionsweise einer Wärmepumpen-Klimaanlage

Der Prozess beginnt mit der Verdampfung des Kältemittels im Verdampfer, wodurch die Raumwärme aufgenommen wird. Anschließend wird das Kältemittel im Verdichter komprimiert, bevor es die Wärme im Kondensator an die Außenluft oder ein anderes Medium abgibt. Ein 4-Wege-Ventil sorgt dafür, dass der Kreislauf umgekehrt werden kann, sodass die Wärmepumpe im Winter heizt und im Sommer kühlt.

Was kostet eine Wärmepumpen-Klimaanlage? 

Eine Wärmepumpen-Klimaanlage kostet 20.000 bis 50.000 €, inklusive Installation. Luftwärmepumpen inklusive Kühlfunktion kosten 20.000 bis 30.000 €, je nach Leistung und Größe. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen mit Kühlfähigkeit kosten 30.000 bis 50.000 €.

Für den Betrieb einer Wärmepumpen-Klimaanlage in einem Einfamilienhaus können Sie mit 750 bis 2.500 € pro Jahr rechnen. Dabei sind die Kosten bei Luftwärmepumpen mit 1.750 bis 2.500 € aufgrund der aktiven Kühlung höher. Bei Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen liegen die Kosten bei 750 bis 1.250 €.

Kann das System nachgerüstet werden? 

In den meisten Fällen können Sie die Kühlfunktion in einer Wärmepumpe nachrüsten. Dabei werden ein 4-Wege-Ventil und ein zweites Expansionsventil eingebaut, sowie die Steuerung angepasst. Die Kosten für Zubehör und Installation betragen circa 1.000 €. Die Nachrüstung sollte von einem Fachunternehmen durchgeführt werden. Zudem sollten Sie zuvor prüfen, ob der Garantieanspruch beim Hersteller erhalten bleibt.

Gibt es eine Förderung? 

Wärmepumpen werden nur dann gefördert, wenn sie im Zuge eines Heizungstauschs installiert werden, unabhängig von einer möglichen Kühlfunktion. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können förderfähige Kosten bis zu 70% über den KfW-Zuschuss 458 abgedeckt werden.

Welche Erfahrungen von Nutzern gibt es? 

Im Haustechnikdialog-Forum berichten Nutzer, dass eine aktive Kühlung durch Luftwärmepumpen bei Flächenheizungen effizient funktioniert und vergleichbare Ergebnisse wie Klimaanlagen liefert. Gleichzeitig wird jedoch der erhöhte Stromverbrauch als Nachteil empfunden. Zur Minimierung der Stromkosten empfehlen einige den gezielten Einsatz der Kühlfunktion an heißen Tagen.

Im Energiesparhaus-Forum wird die Nutzung der Kühlfunktion kritisch und differenziert betrachtet. Teilnehmer betonen, dass die Effizienz stark von der Gebäudedämmung abhängt. Für gut gedämmte Neubauten wird die Kühlung als ausreichend beschrieben, während bei Altbauten oder schlechter Dämmung die Leistung oft unzureichend ist. Die Bedeutung einer sorgfältigen Planung und Auslegung der Wärmepumpe wird mehrfach hervorgehoben.

Dieser Erfahrungsbericht beschreibt, dass Luft-Luft-Wärmepumpen schnell auf Kühlbedarf reagieren und vor allem in modernen, gut gedämmten Gebäuden überzeugen. In weniger gut gedämmten Altbauten kann ihre Effizienz jedoch deutlich geringer ausfallen.

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