Wärmepumpe: Leistung und Größe berechnen

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 07/03/2025
Kategorie: Wärmepumpe

Die passende Wärmepumpe macht den Unterschied zwischen behaglicher Wärme und unzureichender Heizleistung aus. Doch wie groß muss eine Wärmepumpe sein, damit sie zuverlässig und effizient heizt? Hier erfahren Sie, wie viel Leistung Ihre Wärmepumpe braucht und welche Faktoren Sie dabei beachten müssen.

Das Wichtigste zuerst

  • Die Leistung ergibt sich aus der Heizlast und dem Warmwasserbedarf. 
  • Zur groben Orientierung können Sie die Wohnfläche durch den spezifischen Wärmebedarf multiplizieren.
  • Für den Warmwasserbedarf wird ein Durchschnittswert von 0,25 kW pro Person angenommen.
  • Dämmung, Heizsystem, Wohnfläche und Klima bestimmen die benötigte Leistung.
  • Für die richtige Berechnung ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 notwendig.
  • Eine zu kleine Wärmepumpe benötigt oft eine Zusatzheizung, eine zu große taktet häufig und ist ineffizient.
  • Eine korrekte Dimensionierung senkt die Betriebskosten, erhöht die Lebensdauer und sorgt für Wohnkomfort.

Wie berechne ich die passende Leistung und Größe für meine Wärmepumpe?

Die passende Leistung und Größe für Ihre Wärmepumpe berechnen Sie anhand des Gesamtwärmebedarfs. Dieser setzt sich aus der Heizlast und dem Warmwasserbedarf zusammen. Für die Warmwasserbereitung wird ein Durchschnittswert von 0,25 kW pro Person berücksichtigt. 

Folgende Formel gibt eine erste grobe Orientierung: 

  • Gesamtwärmebedarf (kW) = Wohnfläche (m²) × spezifischer Wärmebedarf (kW/m²) + Warmwasserbedarf (kW)

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Wie Sie die Leistung und Größe Ihrer Wärmepumpe ermitteln, zeigen wir anhand einer Beispielrechnung. Dafür nehmen wir ein saniertes Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und vier Bewohnern an. Der spezifische Wärmebedarf für sanierte Altbauten liegt bei 0,06 kW/m².

  1. Heizlast berechnen: Heizlast = 150 m² × 0,06 kW/m² = 9 kW
  2. Warmwasserbedarf berechnen: Warmwasserbedarf = 4 Personen × 0,25 kW / Person = 1 kW
  3. Gesamtleistungsbedarf: Gesamtleistung = Heizlast + Warmwasserbedarf = 9 kW + 1 kW = 10 kW

Diese Berechnung stellt eine erste Orientierungshilfe für Hausbesitzer dar. Sie basiert auf Durchschnittswerten, die sich je nach Baujahr, Bauweise und Dämmstandard des Hauses unterscheiden. Der spezifische Wärmebedarf gibt an, wie viel kW die Wärmepumpe pro m² braucht.

HaustypSpezifischer Wärmebedarf
Passivhaus15 W/m²
Neubau nach GEG40 W/m²
Sanierter Altbau mit Wärmedämmung60 W/m²
Teilsanierter Altbau mit Wärmedämmung80 W/m²
Altbau ohne Wärmedämmung120 W/m²

Alternativ können Sie den Rechner zur Dimensionierung der Wärmepumpe vom Bundesverband Wärmepumpe nutzen. Allerdings dienen diese Werte lediglich als Richtwert. Für die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe ist jedoch eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 unerlässlich. Diese kann nur durch Fachpersonal durchgeführt werden.

Wie viel kW braucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?

Eine Wärmepumpe in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus verfügt über eine Leistung von 5 bis 16 kW. Je nach Heizlast des Hauses fällt die nötige Leistung der Wärmepumpe höher oder niedriger aus. Für ein 200 m² großes Haus benötigt die Wärmepumpe etwa 8 bis 24 kW, abhängig vom Haustyp und Dämmungzustand.

Die folgende Tabelle zeigt die geschätzte Heizleistung der Wärmepumpe für verschiedene Wohnflächen und Gebäudearten:

WohnflächeNeubau nach GEG (40 W/m²)Sanierter Altbau (60 W/m²)Teilsanierter Altbau (80 W/m²)Altbau ohne Dämmung (120 W/m²)
100 m²4 kW6 kW8 kW12 kW
120 m²4,8 kW7,2 kW9,6 kW14,4 kW
150 m²6 kW9 kW12 kW18 kW
160 m²6,4 kW9,6 kW12,8 kW19,2 kW
180 m²7,2 kW10,8 kW14,4 kW21,6 kW
200 m²8 kW12 kW16 kW24 kW

Welche Faktoren beeinflussen die Leistung und Größe der Wärmepumpe?

Mehrere Faktoren beeinflussen den Wärmebedarf eines Gebäudes und somit die benötigte Leistung einer Wärmepumpe. Neben der Wohnfläche spielen vor allem Dämmung, Heizsystem und klimatische Bedingungen eine entscheidende Rolle. 

  • Gebäudeart und Baujahr: Ältere Gebäude haben meist einen höheren Wärmebedarf als moderne, energieeffiziente Neubauten.
  • Dämmstandard: Gut gedämmte Häuser benötigen weniger Heizleistung. Ein Neubau kommt mit deutlich weniger Heizleistung als ein unsanierter Altbau aus.
  • Heizsystem: Fußbodenheizungen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen und verbessern die Effizienz der Wärmepumpe. Ältere Radiatoren benötigen höhere Temperaturen und erhöhen den Leistungsbedarf.
  • Klimaregion: In kalten Regionen benötigt eine Wärmepumpe mehr Leistung, damit sie die gewünschte Raumtemperatur halten kann.
  • Lüftungsverhalten und Fensterqualität: Zu häufiges Lüften und schlecht isolierte Fenster steigern den Wärmeverlust und damit den Heizbedarf.
  • Warmwasserbedarf: Jede Person im Haushalt erhöht den Energiebedarf der Wärmepumpe um durchschnittlich 0,25 kW. 
  • Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe: Wärmepumpen mit hoher Effizienz benötigen weniger elektrische Leistung für die gleiche Heizleistung.

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Was sind Bestandteile der Heizlastberechnung?

Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 dient der exakten Bestimmung der benötigten Heizleistung eines Gebäudes. Sie ist zudem eine Voraussetzung, wenn Sie Förderungen beanspruchen wollen. Denn während die oben genannte Formel nur eine erste Orientierung bietet, berücksichtigt die professionelle Berechnung viele weitere Faktoren, unter anderem:

  • Transmissionswärmeverluste: Wärmeverluste durch Außenwände, Dach, Fenster, Türen und Bodenplatte, abhängig von Dämmung und Bauweise.
  • Lüftungswärmeverluste: Wärmeverluste durch Fensterlüftung und kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL), mit oder ohne Wärmerückgewinnung.
  • Standort- und Klimadaten: Berücksichtigung der regionalen Normaußentemperatur, an denen der maximale Heizbedarf an kalten Tagen abgedeckt werden muss.
  • Nutzerverhalten: Raumtemperaturen, Lüftungsverhalten und Warmwasserbedarf basierend auf der Anzahl der Bewohner.
  • Interne Wärmegewinne: Abwärme durch Haushaltsgeräte, Personen und Sonneneinstrahlung, die den Heizbedarf reduzieren.
  • Heizflächen und Vorlauftemperatur: Die notwendige Heizleistung hängt vom Heizsystem ab, z. B. Fußbodenheizung oder Heizkörper mit hohen Vorlauftemperaturen.
  • Temperaturkorrekturfaktoren: Berücksichtigung von Wärmebrücken und Temperaturunterschieden zwischen Räumen und Etagen.

Diese detaillierte Heizlastberechnung liefert präzise Werte für die Dimensionierung der Wärmepumpe und verhindert eine Über- oder Unterdimensionierung.

Was droht bei falscher Dimensionierung?

Eine falsch dimensionierte Wärmepumpe führt zu höheren Kosten und ineffizientem Betrieb. Ist die Wärmepumpe zu klein, reicht die Heizleistung nicht aus. In diesem Fall schaltet sich die Elektroheizung oft dazu und erhöht den Stromverbrauch. Zudem beschleunigt die dauerhafte Überlastung den Verschleiß. Ist die Wärmepumpe hingegen zu groß, steigen die Anschaffungskosten. Durch das häufige Takten sinkt die Effizienz und der Energieverbrauch erhöht sich.

Folgen UnterdimensionierungFolgen Überdimensionierung
Gebäude wird nicht ausreichend beheizthohe Anschaffungskosten durch überdimensionierte Anlage
häufiger Einsatz der elektrischen Zusatzheizung erhöht den StromverbrauchWärmepumpe taktet häufig, was die Effizienz senkt
Wärmepumpe läuft dauerhaft auf höchster Leistungerhöhter Verschleiß durch ständiges Ein- und Ausschalten
verkürzte Lebensdauer der Wärmepumpegeringere Jahresarbeitszahl und schlechtere Effizienz
kein optimaler WohnkomfortÜberdimensionierung führt zu unnötigem Energieverbrauch

Eine exakte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist entscheidend, damit Sie eine  falsche Dimensionierung vermeiden. Überlassen Sie die Auslegung der Wärmepumpe einem Fachunternehmen und stellen Sie sicher, dass die Wärmepumpe die richtige Leistung für Ihr Gebäude hat.

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