Die Integration einer Wärmepumpe in bestehende Heizsysteme wirft häufig die Frage auf, ob und wie herkömmliche Heizkörper weiterhin effizient genutzt werden können. Hier erfahren Sie, welche Heizkörper am besten für die Kombination mit einer Wärmepumpe geeignet sind und wie Sie die Effizienz optimieren können.
Das Wichtigste zuerst
- Heizkörper können mit Wärmepumpen effizient arbeiten, wenn die Vorlauftemperaturen niedrig sind.
- Niedertemperatur-Heizkörper, Gebläsekonvektoren und mehrlagige Plattenheizkörper eignen sich gut.
- Glieder- und Röhrenheizkörper sind oft ungeeignet.
- Ein Heizkörper kostet 550 bis 1.150 €, inklusive Installation.
- Die richtige Einstellung der Thermostate, ein hydraulischer Abgleich und größere Heizkörper verbessern den Betrieb.
- Fußbodenheizungen sind ideal. Hochtemperatur-Wärmepumpen, Hybridheizungen und Infrarotheizungen sind weitere Optionen.
Wann kann ich eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern betreiben?
Sie können eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern betreiben, wenn diese bei niedrigen Vorlauftemperaturen genug Wärme abgeben. Dafür muss das Gebäude gut gedämmt sein und die Heizkörper müssen ausreichend dimensioniert sein. Reicht die Heizleistung nicht aus, können größere oder spezielle Niedertemperatur-Heizkörper eine Lösung sein.
Je nach Art der Wärmepumpentyp und der Vorlauftemperatur eignen sich unterschiedliche Heizkörpertypen.
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Welche Heizkörper eignen sich für den Betrieb mit einer Wärmepumpe?
Für den Betrieb mit einer Wärmepumpe eignen sich besonders Heizkörper, die auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen genug Wärme abgeben. Am besten sind großflächige Modelle mit hoher Wärmeübertragungsrate.
Geeignete Heizkörpertypen sind:
Niedertemperatur-Heizkörper: Speziell für Wärmepumpen entwickelt, arbeiten effizient mit Vorlauftemperaturen unter 45 °C. Sie besitzen eine große Oberfläche und oft integrierte Lüfter zur besseren Wärmeverteilung.
Gebläsekonvektoren (Fan Coils): Nutzen zusätzlich Ventilatoren, um die Wärmeabgabe zu erhöhen. Dadurch reichen bereits Vorlauftemperaturen von 35 bis 45 °C.
Plattenheizkörper: Mehrlagige Modelle mit Konvektionsblechen eignen sich gut für Wärmepumpen, da sie eine große Heizfläche bieten und bei Temperaturen um 45 bis 55 °C noch effizient arbeiten.
Wenig geeignete Heizkörper sind:
Gliederheizkörper: Ältere Modelle aus Guss oder Stahl benötigen meist hohe Vorlauftemperaturen über 60 °C und sind daher für Wärmepumpen nur bedingt geeignet.
Röhrenheizkörper: Aufgrund ihrer geringen Fläche geben sie weniger Wärme ab und erfordern oft eine höhere Vorlauftemperatur, weshalb sie für Wärmepumpen ungeeignet sind.
Konvektion und Strahlung sind zwei verschiedene Arten der Wärmeübertragung. Konvektion erwärmt die Luft durch Luftbewegung, während Strahlung Wärme direkt in Form von Infrarotstrahlen abgibt und Oberflächen und Menschen erwärmt. Heizkörper mit Lamellen oder Ventilatoren nutzen Konvektion.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht aller Heizkörpertypen und deren Eignung für Wärmepumpen:
Heizkörpertyp | Art der Wärmeabgabe | Vorlauftemperatur | Eignung für Wärmepumpen |
---|---|---|---|
Niedertemperatur-Heizkörper | überwiegend Strahlung, ergänzend Konvektion | ≤ 45 °C | sehr gut |
Gebläsekonvektoren (Fan Coils) | nahezu ausschließlich Konvektion (erzwungen) | 35 – 45 °C | sehr gut |
Plattenheizkörper (mehrlagig) | Kombination aus Strahlung und Konvektion (ausgewogen) | 45 – 55 °C | gut |
Gliederheizkörper | überwiegend Konvektion, geringer Strahlungsanteil | ≥ 60 °C | eingeschränkt |
Röhrenheizkörper | hoher Anteil an Konvektion, geringer Strahlungsanteil | ≥ 60 °C | schlecht |
Welche Heizkörper sind bei Wärmepumpen im Altbau geeignet?
Viele alte Glieder- oder Rippenheizkörper sind überdimensioniert und können mit einer Wärmepumpe weiter genutzt werden. Eine Heizlastberechnung zeigt, ob die vorhandenen Heizkörper ausreichen.
Falls die Heizleistung nicht genügt, sind Niedertemperatur-Heizkörper oder mehrlagige Plattenheizkörper eine gute Alternative. Oft genügt der Austausch einzelner Heizkörper, damit die Wärmepumpe effizient arbeiten kann.
Welche Erfahrungen haben Nutzer mit einer Wärmepumpe und Heizkörpern?
In einem Forum erwähnt ein Nutzer den Austausch eines 22er 110 cm Heizkörpers gegen einen 140 cm 33er, wobei die Anschlüsse genau passten. Die aktuellen Erfahrungen seien gut, allerdings müsse sich diese Konstruktion noch im weiteren Verlauf des Winters beweisen.
Ein weiterer Anwender hat seine bestehenden Flachheizkörper mit zusätzlichen Gebläsen versehen, wodurch die gewünschte Raumtemperatur schnell erreicht wird. Diese fertigen Systeme können einfach unten per Magnet angeklemmt werden, verfügen über Temperaturfühler und schalten sich erst ab ca. 30°C ein. Laut dem Nutzer funktioniert dies zuverlässig.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass der erfolgreiche Betrieb einer Wärmepumpe mit Heizkörpern von Faktoren wie der Dimensionierung der Heizkörper, möglichen Modifikationen (z. B. durch zusätzliche Gebläse) und den spezifischen Gegebenheiten des Gebäudes abhängt.
Was kosten Heizkörper für Wärmepumpen?
Ein einzelner Heizkörper, einschließlich Demontage des alten und Installation des neuen, kostet zwischen 550 und 1.150 €. Für ein typisches Einfamilienhaus mit etwa 10 Heizkörpern ergeben sich somit Gesamtkosten von 5.500 bis 11.500 €. Die Kosten variieren je nach Heizkörpertyp und Installationsaufwand.
Heizkörpertyp | Kosten |
---|---|
Niedertemperatur-Heizkörper | 500 – 1.000 €/Stück |
Plattenheizkörper | 100 – 300 €/Stück |
Gebläsekonvektoren (Fan Coils) | 300 – 800 €/Stück |
Röhren- oder Badheizkörper | 100 – 250 € |
Welche Wärmepumpe ist die beste für welche Heizkörper?
Niedertemperatur-Heizkörper und Plattenheizkörper funktionieren am besten mit Erdwärmepumpen und Grundwasserwärmepumpen, da diese konstante und relativ hohe Quellentemperaturen liefern. Dadurch erreichen sie effizient die benötigten Vorlauftemperaturen. Luftwärmepumpen sind weniger effizient für Heizkörper, da die Umgebungstemperatur stark schwankt und an kalten Tagen höhere Vorlauftemperaturen erforderlich sind. Dennoch können sie mit großen Niedertemperatur-Heizkörpern oder Gebläsekonvektoren kombiniert werden.
In der nachstehenden Tabelle sind die Quellentemperaturen der verschiedenen Energiequellen sowie die geeignetsten Typen von Heizkörpern aufgeführt.
Wärmepumpenart | Temperatur der Wärmequelle im Winter | Empfohlene Heizkörper |
---|---|---|
Luftwärmepumpe | −10 bis 10 °C | Niedertemperatur-Heizkörper oder Gebläsekonvektoren |
Erdwärmepumpe | 7 bis 12 °C | Niedertemperatur-Heizkörper oder Plattenheizkörper |
Grundwasserwärmepumpe | 8 bis 14 °C | Niedertemperatur-Heizkörper oder Plattenheizkörper |
Was sind sinnvolle Optimierungsmaßnahmen für den Betrieb einer Wärmepumpe mit Heizkörpern?
Damit eine Wärmepumpe mit Heizkörpern effizient arbeitet, könnten einige Anpassungen notwendig sein, darunter die folgenden:
- Vorlauftemperatur optimieren: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter ist die Wärmepumpe. Sie sollte maximal 55 °C betragen. Eine Einstellung um 40 bis 50 °C ist ideal für Niedertemperatur-Heizkörper.
- Thermostate richtig einstellen: Die Thermostate der Heizkörper sollten nicht ständig verstellt werden. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei konstanter Temperatur. Anstatt die Heizkörper voll aufzudrehen, ist es sinnvoller, wenn Sie eine gleichmäßige Raumtemperatur einstellen.
- Hydraulischen Abgleich durchführen: Der Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Dadurch senken Sie den Energieverbrauch und die Heizkosten.
- Größere Heizkörper nutzen: Falls die Heizleistung nicht ausreicht, helfen größere Heizkörper oder Gebläsekonvektoren. Sie geben mehr Wärme mit geringerer Vorlauftemperatur ab.
- Lüftungsverhalten anpassen: Längeres Stoßlüften statt dauerhafter Kipplüftung verhindert unnötige Wärmeverluste und entlastet die Wärmepumpe.
Welche Alternativen gibt es zu Wärmepumpen mit Heizkörpern?
Wenn eine Wärmepumpe mit Heizkörpern nicht effizient arbeitet oder ein Umbau ansteht, gibt es verschiedene Alternativen.
- Fußbodenheizung: Sie arbeitet effizient mit niedrigen Vorlauftemperaturen (ca. 30–35 °C). Sie verteilt die Wärme gleichmäßig im Raum und erhöht die Effizienz der Wärmepumpe deutlich. Nachrüstungen sind aufwändig, aber in Verbindung mit einer Sanierung sinnvoll.
- Hochtemperatur-Wärmepumpe: Sie erreicht Vorlauftemperaturen bis 70 °C und kann bestehende Heizkörper weiter nutzen und ist besonders geeignet für unsanierte Altbauten, in denen eine herkömmliche Wärmepumpe nicht ausreichend wäre. Der höhere Stromverbrauch im Vergleich zu konventionellen Wärmepumpen ist ein Nachteil.
- Hybridheizung: Sie kombiniert eine Wärmepumpe mit einer Gas- oder Ölheizung. Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, während die fossile Heizung nur bei sehr kalten Temperaturen einspringt. Diese Lösung senkt Heizkosten und CO₂-Emissionen, setzt aber weiterhin auf fossile Brennstoffe.
- Infrarotheizung: Sie nutzt Strahlungswärme und eignet sich als Ergänzung zu Wärmepumpen. Besonders sinnvoll ist sie in selten genutzten Räumen oder als Zusatzheizung. Im Dauerbetrieb ist sie jedoch weniger effizient als eine Wärmepumpe.
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