Photovoltaik Wartung: gesetzliche Pflicht und Kosten

Kai Janßen
August 7, 2021

Eine Photovoltaikanlage gilt als wartungsarm. Viele Betreiber denken deshalb, dass keine Wartung der Anlage erforderlich ist. Dies ist jedoch ein Irrglaube.

Die gesamte Installation besteht aus vielen verschiedenen technischen Komponenten. Diese sollten in regelmäßigen Abständen einer Wartung unterzogen werden. Nur dann ist gewährleistet, dass die Anlage ordnungsgemäß läuft und nicht unplanmäßig plötzlich ausfällt.

Die Wartung einer Photovoltaikanlage sollte stets von Fachkräften ausgeführt werden. Nur diese besitzen die Kenntnisse über diese hochmodernen technischen und komplexen Anlagen. Nur eine ordnungsgemäße PV-Anlage bringt einen entsprechenden Ertrag und nur dann ist sie auf Dauer rentabel und erzeugt zuverlässig Strom.

Wartung PV-Anlage

Wartung einer PV-Anlage

Warum ist eine Wartung sinnvoll?

Es gibt viele Gründe, warum die Wartung einer Photovoltaikanlage sinnvoll ist. In erster Linie sollte es jedoch Ihr eigenes Anliegen sein, dass die Anlage immer ordnungsgemäß und zuverlässig läuft.

Es ist daher wichtig, kleine Schäden rechtzeitig zu erkennen, bevor sie ein großes Ausmaß annehmen. Bleiben sie unentdeckt, liefert die Anlage im schlimmsten Fall dauerhaft schlechtere Erträge. Das kann dazu führen, dass sich am Ende nicht rentiert.

Manche Schäden sind ohne eine gründliche Wartung kaum zu erkennen - beispielsweise ein Blitzschlag. Ein solcher Schaden bleibt oft lange unentdeckt und kann am Ende zum Totalausfall der Anlage führen. Frühzeitig erkannt, kann der Schaden schnell behoben werden. Eventuelle Gefahren wie Brände können dadurch verhindert werden.

Wie oft sollte eine Wartung erfolgen?

Eine Wartung der Photovoltaikanlage in regelmäßigen Abständen ist wichtig. Viele Experten empfehlen einen Turnus von ein bis zwei Jahren. Eine solche Wartung sollte immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

Bei der Kontrolle sollte zumindest eine Sichtprüfung aller Komponenten durch einen Fachbetrieb erfolgen. Fachleute können bei einer Sichtprüfung grobe Schäden und Unregelmäßigkeiten erkennen. Im Zweifelsfall kann sofort regiert werden und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Alle vier Jahre sollte zudem einen Prüfung nach DIN EN 62446-1 VDE 0126-23-1:2019-04 durchgeführt werden. Eine solche Prüfung ist gleichzusetzen mit einer Prüfung des Installationsbetriebs bei Inbetriebnahme der Anlage. In einer solchen Prüfung kann die Anlage vollständig und intensiv geprüft werden. Eventuelle Schäden oder Probleme können erkannt werden. Sobald Handlungsbedarf notwendig ist, kann der Fachbetrieb entsprechende Maßnahmen einleiten.

Wartungsintervalle werden zusätzlich von Versicherungen in den Bedingungen meist vorgeschrieben. Wenn Sie diese nicht einhalten, erlischt der Versicherungsschutz. Sie sollten diese deshalb unbedingt einhalten.

Wie oft im Zweifelsfall eine Wartung durchgeführt werden muss, hängt von Faktoren wie beispielsweise Umwelteinflüsse, Standortbedingungen, Versicherungsvorgaben oder dem Neigungswinkel und dem Reinigungsbedarf ab. Wie bereits erwähnt, sollte diese alle ein bis zwei Jahre erfolgen.

Eine PV-Anlage wird regelmäßig durch Umwelteinflüsse verunreinigt. Diese Verschmutzungen führen zu niedrigeren Erträgen, weshalb diese schnellstmöglich entfernt werden sollten.

Mehr lesen

Gibt es eine gesetzliche Pflicht?

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage privat nutzen, dann besteht keine gesetzliche Pflicht zur Wartung. Wenn Sie eine Anlage gewerblich nutzen, dann ist diese jedoch Pflicht. In diesem Fall richten sich die Wartungsintervalle nach den örtlichen Gegebenheiten.

Obwohl es für private Nutzer keine gesetzliche Pflicht gibt, so werden die privaten Betreiber meist von den Versicherungen zu Wartungen angehalten. Wenn diese nicht durchgeführt werden und es entsteht ein Schaden, zahlt die Versicherung nicht. Außerdem ist es immer wieder ein beruhigendes Gefühl, wenn eine Wartung ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

Dennoch besteht generell keine gesetzliche Pflicht. Ob und in welchen Intervallen eine Wartung durchgeführt werden sollte, hängt zusätzlich von vielen individuellen Faktoren vor Ort ab. Sie sollten sich dennoch um eine regelmäßige Wartung kümmern.

Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass der Gesetzgeber in den kommenden Jahren eine gesetzliche Wartungspflicht auch für private Anlagen beschließt.

Was kostet die Wartung einer PV-Anlage?

Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Jedoch bieten viele Unternehmen verschiedene Verträge für die Wartung an. In diesem sind der Umfang und die Häufigkeit entsprechend geregelt. Die Kosten liegen in diesem Fall meist bei etwa 100 bis 300 Euro. Die Höhe der Kosten ist unter anderem auch von der Größe der Anlage abhängig.

Speziell bei kleineren Anlagen lohnen sich solche Verträge und Festlegungen meist, weil sie sich im Aufbau ähneln und sich eine individuelle Kostenkalkulation und Angebotserstellung nicht rechnet beziehungsweise auf den Preis aufgeschlagen werden müsste. 

Bei den Kosten sind eventuelle notwendige Reparaturen und Ersatzteile nicht einberechnet. 

Bei großen Anlagen gibt es die Möglichkeit, nach installierter Leistung abzurechnen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich von einem seriösen Fachbetrieb genau beraten lassen und gemeinsam eine passende Lösung finden.

Es ist wichtig, dass Sie die Wartungskosten in Ihre Berechnung zur Wirtschaftlichkeit mit einbeziehen. Diese sind ein wichtiger Faktor und können einen gewissen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben.

Fazit

Für Besitzer privater Photovoltaikanlagen gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Wartung. Dennoch ist eine regelmäßige Durchführung sinnvoll und kann Ihnen viel Ärger ersparen. Experten empfehlen alle ein bis zwei Jahre die PV-Anlage von einem Fachbetrieb kontrollieren zu lassen. 

Bei gewerblichen PV-Anlagen sieht es anders aus. Hier ist eine Wartung  verpflichtend und gesetzlich vorgeschrieben. 

Ihr erster Ansprechpartner bei der Wartung sollte immer ihr Installateur sein. Daher ist es wichtig, dass Sie von Anfang an mit einer guten und professionellen Firma zusammenarbeiten.

>