Photovoltaik Reinigung: ist es sinnvoll (inkl. 4 Tipps)?

Kai Janßen
Juli 11, 2021

Eine Photovoltaikanlage wird regelmäßig durch Umwelteinflüsse verunreinigt. Diese Verschmutzungen führen zu niedrigeren Erträgen, weshalb diese schnellstmöglich entfernt werden sollten. Was es dabei zu beachten gibt und wann eine solche Reinigung notwendig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann ist eine Reinigung sinnvoll?

Besonders im Übergang von Rahmen und Glas setzt sich Schmutz gerne fest. Wenn dieser nicht regelmäßig entfernt wird, können sich sogar Moos oder Flechten bilden. Aus diesem Grund sollte Schmutz so schnell wie möglich beseitigt werden, damit der Ertrag nicht darunter leidet.

Verschmutzung wirken wie Verschattungen und können zu Ertragsverlusten von bis zu 10 oder gar 20 Prozent führen. Vor allem im Herbst mit fallendem Laub und Nadeln von umliegenden Bäumen sammelt sich viel Schmutz an.

Zudem führen Ablagerungen an den Rändern zu einem erhöhten Wartungsbedarf und daher Zusatzkosten. 

Selbstreinigung durch Schnee und Regen – reicht es?

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Regen und Schnee die Solarmodule reinigen. Es lässt sich auch nicht leugnen, dass ein heftiger Regenguss oberflächliche Verschmutzungen wie Blätter oder Staub beseitigen. Auch liegengebliebener Schnee rutscht irgendwann hinunter und nimmt dabei oberflächlichen Schmutz mit.

Sobald die Verschmutzungen jedoch bereits verkrustet sind oder sich an den Rändern der Modulrahmen festsetzen, kann Schnee und Regen alleine auch nicht mehr helfen. 

Selbstreinigung erst ab einer Neigung von 12 Grad

Der Reinigungseffekt von Schnee und Regen funktioniert jedoch nicht bei flacheren Dächern.

Wenn Ihre Solaranlage also unter einem Neigungswinkel von 12 Grad liegt, sollten Sie diese regelmäßig manuell vom Schmutz befreien, damit der Ertrag nicht verringert wird. Dadurch können die Anlagenerträge deutlich erhöht werden. 

Der optimale Neigungswinkel für Photovoltaik beträgt 90 Grad. Dann treffen die Sonnenstrahlen senkrecht auf Ihre Anlage und sie erzielt die höchsten Erträge.

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Selbst reinigen oder eine professionelle Firma beauftragen?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, die Solarmodule selbst zu reinigen, da alle notwendigen Materialien einfach erhältlich sind. Sie benötigen lediglich eine weiche Reinigungsbürste mit Teleskopstange, einen sanften Reiniger und fließendes Wasser.

Jedoch sind manche Solarmodule nur schwer erreichbar, wodurch Absturzgefahr besteht. Wenn dies der Fall ist, sollte lieber ein Fachmann die Reinigung übernehmen. Diese kostet in der Regel zwischen 2 und 2,50 Euro pro Quadratmeter. Bei einer PV-Anlage mit einer Gesamtgröße von 50 Quadratmetern sind es 100 bis 125 Euro, die investiert werden müssen. 

Reinigung einer Photovoltaikanlage

Reinigung einer Photovoltaikanlage

Aber auch wenn die Anlage gut erreichbar ist, sollte darauf geachtet werden, dass keine Teile berührt werden, die elektrischen Strom leiten. Dies könnte fatal ausgehen.

Damit die Antireflexschicht auf den Modulen nicht beschädigt wird, sollte ebenfalls lieber ein Fachmann die Reinigung übernehmen, denn dieser weiß genau, wie er das Panel reinigen darf und wie nicht.

Eine professionelle Reinigung ist nur in den wenigsten Fällen jährlich notwendig. Meist genügt diese alle zwei Jahre. Ausschließlich bei landwirtschaftlichen Betrieben oder Industrieanlagen, wo sich viel Staub bildet, sollte die Anlage jährlich professionell gereinigt werden. Aber auch bei Solaranlagen neben verkehrsreichen Straßen kann eine häufigere Reinigung nicht schaden.

Tipps für die Reinigung

Wenn Sie eine Solarmodulreinigung selbst durchführen, sollten Sie bei den ersten Malen sehr vorsichtig sein, da man jede Menge falsch machen kann. Achten Sie deshalb auf folgende Punkte: 

  • Verwenden Sie keinen Hochdruckreiniger. Dieser könnte das Glas, die Befestigung oder den Rahmen der Module beschädigen.

  • Vermeiden Sie stark ätzende oder scharfe Reinigungsmittel. Greifen Sie lieber auf sanfte Reinigungsmittel zurück. Viele Solarmodulhersteller geben in der Betriebsanleitung geeignete Reinigungsmittel an. Informieren Sie sich lieber im Vorhinein. In vielen Fällen kann sogar ganz auf das Reinigungsmittel verzichtet werden. Probieren Sie es lieber zuvor ohne und wenn der Schmutz nicht abgeht, erst dann zum Reinigungsmittel greifen.

  • Mit kalkarmem Wasser lassen sich Kalkstreifen und Schlieren verhindern. Da Leitungswasser meist einen hohen Kaltanteil aufweist, sollte lieber zu Regenwasser aus der Tonne gegriffen werden.

  • Benutzen Sie, wenn möglich, fließendes Wasser, zum Beispiel aus dem Gartenschlauch, und nehmen Sie eine weiche Bürste oder einen weichen Schwamm zur Hilfe. Eine Glasbürste ist oftmals die beste Wahl.