Infrarotheizung vs. Wärmepumpe im Vergleich: Was ist besser?

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 20/02/2026
Kategorie: Wärmepumpe

Sowohl die Wärmepumpe als auch die Infrarotheizung sind moderne Heizsysteme, die mit Strom heizen. Trotzdem funktionieren grundlegend anders. Welche Technologie passt zu Ihren Anforderungen? Wir liefern einen ausführlichen Vergleich.

Das Wichtigste zuerst

  • Wärmepumpen sind effizienter und haben niedrigere Betriebskosten als Infrarotheizungen.
  • Infrarotheizungen sind günstig in der Anschaffung, aber teuer im Betrieb.
  • Wärmepumpen werden bis zu 70% gefördert, Infrarotheizungen nicht.
  • Eine Wärmepumpe ist umweltfreundlicher und zukunftssicherer als eine Infrarotheizung.
  • Die Kombination beider Systeme ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
  • Die Wärmepumpe ist die bessere Wahl für die Beheizung eines ganzen Hauses.

Infrarotheizung vs. Wärmepumpe im Vergleich

Die Wärmepumpe ist die bessere Wahl, weil sie deutlich effizienter arbeitet und niedrigere Betriebskosten hat. Mit einem Wirkungsgrad von 300 bis 500% erzeugt sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Die Infrarotheizung hat nur einen Wirkungsgrad von 100%. Zudem wird die Wärmepumpe bei Sanierungen stark gefördert, was die höheren Anschaffungskosten ausgleicht. Die Infrarotheizung ist nur für kleine, gut gedämmte Räume oder als Zusatzheizung sinnvoll.

VergleichskriteriumInfrarotheizungWärmepumpe
Investitionskosten5.000 – 10.000 €15.000 – 50.000 €
Förderungkeinebis zu 70%
Wirtschaftlichkeitausreichendsehr gut
Wirkungsgrad100%300 – 500%
Umweltfreundlichkeitca. 350 g CO₂/kWhca. 100 g CO₂/kWh
Zukunftssicherheitgeringsehr hoch
Kombinierbarkeitgut (PV)sehr gut (PV, Solarthermie)
Platzbedarfminimalmittel (Außeneinheit)
Installationsehr einfachaufwendig
Wartungsaufwandkeinergering
Lärmemissionkeine35 – 55 dB(A)

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Was verbraucht weniger Strom: Infrarotheizung oder Wärmepumpe? 

Wärmepumpen verbrauchen weniger Strom als Infrarotheizungen, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom 3 bis 5 kWh Wärmeenergie erzeugen. Eine Infrarotheizung kann dagegen lediglich eine Kilowattstunde Wärme pro verbrauchten kWh Strom erzeugen.

Der Stromverbrauch einer Infrarotheizung für ein 100 m² großes Einfamilienhaus liegt im Altbau zwischen 10.000 bis 15.000 kWh und im Neubau bei rund 5.000 bis 7.000 kWh Strom pro Jahr. Eine Wärmepumpe verbraucht für die gleiche Fläche nur zwischen 2.000 und 4.000 kWh Strom jährlich. Pro Quadratmeter Wohnfläche bedeutet das für eine Infrarotheizung einen jährlichen Stromverbrauch von 50 bis 150 kWh. Bei einer Wärmepumpe liegt der Verbrauch hingegen bei 20 bis 40 kWh pro Quadratmeter jährlich.

Aufgrund des hohen Stromverbrauchs eignen sich Infrarotheizungen eher für kleine und sehr gut gedämmte Räume oder als Übergangslösung. Für größere Wohnflächen sind Wärmepumpen aufgrund ihrer höheren Effizienz und geringeren Betriebskosten die bessere Wahl.

Was kostet weniger: Wärmepumpe oder Infrarotheizung?

Die Infrarotheizung kostet in der Anschaffung weniger als eine Wärmepumpe. Die Investitionskosten für eine Infrarotheizung liegen bei 4.000 bis 8.000 €, während eine Wärmepumpe 15.000 bis 50.000 € kostet. Allerdings sind die Betriebskosten einer Wärmepumpe deutlich niedriger. Langfristig ist die Wärmepumpe die günstigere Lösung, insbesondere bei hohem Heizbedarf. Die hohen Anschaffungskosten der Wärmepumpe werden zudem durch staatliche Förderungen reduziert.

KostenstelleInfrarotheizungWärmepumpe
Anschaffungskosten4.000 – 8.000 €12.000 – 22.000 €
Installationskosten1.000 – 2.000 €3.000 – 15.000 €
Erschließungskosten0€0 – 12.000 €
Warmwasserbereitung1.500 – 3.000 €0€
Investitionskosten, gesamt6.500 – 13.000 €15.000 – 49.000 €
Stromkosten (inkl. Warmwasserbereitung)2.500 – 6.000 €800 – 1.500 €
Wartungskosten0€200€
Betriebskosten, gesamt2.500 – 6.000 €1.000 – 1.700 €

Wie hoch sind die Investitionskosten?

Die Investitionskosten für eine Infrarotheizung sind mit 4.000 bis 8.000 € deutlich niedriger als die für eine Wärmepumpe mit 15.000 bis 50.000 €. Eine Infrarotheizung besteht aus einfachen Paneelen, die an der Wand oder Decke montiert werden. Eine Wärmepumpe ist ein komplexes System mit Außeneinheit, Inneneinheit und häufig einem Wärmespeicher. Die Kosten für eine Wärmepumpe variieren je nach Typ und dem Aufwand zur Erschließung der Wärmequelle.

KostenstelleInfrarotheizungLuftwärmepumpeErdwärmepumpeGrundwasserwärmepumpe
Anschaffungskosten4.000 – 8.000 €12.000 – 18.000 €14.000 – 20.000 €14.000 – 22.000 €
Installationskosten1.000 – 2.000 €3.000 – 7.000 €6.000 – 15.000 €4.000 – 8.000 €
Gesamtkosten5.000 – 10.000 €15.000 – 25.000 €20.000 – 35.000 €18.000 – 30.000 €

Wie hoch sind die Betriebskosten?

Die Betriebskosten einer Infrarotheizung liegen bei 1.500 bis 4.500 € pro Jahr, abhängig vom Heizwärmebedarf und Strompreis. Zusätzliche Kosten von 500 bis 1.000 € entstehen durch eine separate Warmwasserbereitung. Eine Wärmepumpe verursacht Betriebskosten von 600 bis 1.200 € pro Jahr bei minimalem Wartungsaufwand von etwa 200 € jährlich.

Gibt es Förderungen für Infrarotheizungen oder Wärmepumpen?

Wärmepumpen werden über den KfW-Zuschuss 458 gefördert, wenn sie im Rahmen eines Heizungstauschs eingebaut werden. Dabei erhalten Sie bis zu 70% der förderfähigen Kosten zurückerstattet. Für Infrarotheizungen gibt es derzeit keine direkte Förderung, da sie als ineffizient für den flächendeckenden Einsatz gelten. Sie können jedoch im Rahmen eines energetischen Sanierungsplans mit dem KfW-Kredit 261 finanziert werden, wenn sie in Kombination mit anderen Maßnahmen wie einer Dämmung eingesetzt werden.

Rechnet sich eine Wärmepumpe im Vergleich zu einer Infrarotheizung?

Langfristig lohnt sich eine Wärmepumpe für durchschnittliche Ein- und Mehrfamilienhäuser mehr. Trotz der höheren Anschaffungskosten amortisiert sich eine Wärmepumpe in einem Neubau nach etwa 7 bis 8 Jahren. Auf diese Weise senken Sie Ihre jährlichen Betriebskosten um mehrere hundert Euro. Über eine Lebensdauer von 25 Jahren ist die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe deutlich besser als die einer Infrarotheizung.

In der folgenden Beispielrechnung vergleichen wir die Kosten einer Wärmepumpe mit denen einer Infrarotheizung in einem Neubau mit KfW-55-Standard.

VariableLuftwärmepumpeInfrarotheizung
Anschaffungskosten20.000 €8.000 €
Wärmebedarf7.500 kWh/Jahr7.500 kWh/Jahr
Wirkungsgrad400%100%
Energieverbrauch1.875 kWh/Jahr7.500 kWh/Jahr
Strompreis0,28 €/kWh (mit Wärmepumpenstromtarif)0,33 €/kWh (mit Haushaltsstrom)
Jährliche Heizkosten525 €2.475 €
Jährliche Wartungskosten150 €0 €
Jährliche Betriebskosten675 €2.475 €
Gesamtkosten nach 1 Jahr20.675 €10.475 €
Gesamtkosten nach 5 Jahren23.375 €20.375 €
Gesamtkosten nach 10 Jahren26.750 €32.750 €
Gesamtkosten nach 15 Jahren30.125 €45.125 €
Gesamtkosten nach 20 Jahren33.500 €57.500 €
Gesamtkosten nach 25 Jahren36.875 €69.875 €

In unserem Beispiel ergibt sich nach einer Laufzeit von 25 Jahren mit der Wärmepumpe eine Ersparnis von mehr als 33.000 €.

Infrarotheizung statt Wärmepumpe: Was ist einfacher zu installieren?

Eine Infrarotheizung ist deutlich einfacher zu installieren als eine Wärmepumpe. Sie erfordert lediglich die Montage der Heizpaneele an Wand oder Decke sowie einen Stromanschluss. 

Der Einbau einer Wärmepumpe ist aufwändiger und erfordert je nach Typ umfangreiche Arbeiten. Der Installationsaufwand einer Luftwärmepumpe ist relativ gering. Für Erdwärmepumpen sind Bohrungen oder Erdarbeiten für die Installation eines Erdwärmeübertragers notwendig. Bei Grundwasserwärmepumpen muss eine Brunnenanlage erstellt werden. Diese Arbeiten sind aufwändiger und dürfen nur von zertifizierten Fachunternehmen durchgeführt werden.

Wie umweltfreundlich sind Infrarotheizungen im Vergleich zu Wärmepumpen?

Wärmepumpen sind umweltfreundlicher als Infrarotheizungen. Dank ihres höheren Wirkungsgrads erzeugen sie nur ca. 100 g CO₂/kWh, während Infrarotheizungen bei Netzstrom etwa 350 g CO₂/kWh ausstoßen. Bei Solarstrom sinkt der Wert für Infrarotheizungen auf 60 g CO₂/kWh, bleibt aber aufgrund des direkten Stromverbrauchs weniger effizient. Sie können die Umweltfreundlichkeit beider Systeme durch die Kombination mit Photovoltaik oder Solarthermie steigern.

Ist die Kombination von Wärmepumpe und Infrarotheizung sinnvoll?

Die Kombination ist sinnvoll, wenn Sie einzelne Räume wie Bäder oder Gästezimmer nur gelegentlich beheizen möchten. Die Wärmepumpe deckt den Grundwärmebedarf, während die Infrarotheizung gezielt und kurzfristig zusätzliche Wärme liefert. Für eine dauerhafte Beheizung größerer Flächen ist diese Kombination jedoch nicht wirtschaftlich.

Ist die Infrarotheizung eine echte Alternative zur Wärmepumpe? 

Eine Infrarotheizung ist keine echte Alternative zur Wärmepumpe. Sie eignet sich nur für kleine, gut gedämmte Räume oder als Zusatzheizung. Eine Wärmepumpe arbeitet deutlich effizienter, verursacht geringere Betriebskosten und ist langfristig wirtschaftlicher sowie umweltfreundlicher, insbesondere bei größeren Wohnflächen oder hohem Heizbedarf.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt Wärme und hebt sie mit Hilfe von Strom auf ein höheres Temperaturniveau an. Diese Wärme auf Luft, Erde oder Grundwasser wird dann an das Heizsystem des Hauses abgegeben. Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank: Sie entzieht der Umgebung Wärme und gibt sie an den Innenraum ab. Der große Vorteil ist, dass sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme erzeugen kann.

Infografik: Funktionsweise einer Wärmepumpe im Detail

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Eine Infrarotheizung erzeugt Strahlungswärme, die direkt auf Körper und Gegenstände im Raum trifft. Sie erwärmt nicht die Luft, sondern die Oberflächen, die die Wärme dann langsam an den Raum abgeben. Das Prinzip ähnelt der Sonnenstrahlung und wird als sehr angenehm empfunden. Eine Infrarotheizung besteht aus flachen Paneelen, die an der Wand oder Decke montiert werden. Sie ist einfach zu installieren und wartungsfrei, hat aber einen hohen Stromverbrauch.

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