Speicher bei PV-Anlagen nachrüsten: Kosten, Förderungen, Checkliste (2022)

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 06/11/2022
Kategorie: Stromspeicher

Von der technischen Seite kann jede PV-Anlage mit einem Stromspeicher nachgerüstet werden. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das Speichermodell auch geeignet für das bestehende PV-System ist. AC-Speicher, die hinter dem Wechselrichter angeschlossen werden, eignen sich in der Regel besser, da sie unabhängig von der PV-Anlage funktionieren. 

Und auf diese Punkte geht der Artikel ein:

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Photovoltaik-Speicher nachrüsten: Kosten 

Die Kosten für das Nachrüsten eines Stromspeichers sind abhängig von der Größe der Speicherkapazität und dem Installationsaufwand. Je nach Hersteller sollten deshalb 5.000 € bis 15.000 € eingeplant werden. Die Installationskosten liegen bei 1.000-2.000 €. Bei komplexen Installationen sind es sogar 3.000-4.000 €.

Warum sollten Sie einen PV-Speicher nachrüsten?

Bei einer herkömmlichen PV-Anlage auf dem Hausdach können nur etwa 30% des Solarstroms direkt selbst verbraucht werden. Das liegt daran, dass die PV-Anlage den höchsten Ertrag um die Mittagszeit erzielt. Hier wird aber in der Regel eine geringere Menge Strom im Haushalt benötigt. Der Stromüberschuss wird also eingespeist und mit wenig Geld vergütet. 

Mit einem Stromspeicher kann der Überschuss gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt verbraucht werden. Im Schnitt wird der Eigenverbrauch des Solarstroms auf diese Weise auf 60% erhöht. Sie nutzen den Strom folglich sinnvoller und sparen mehr Geld bei den Stromkosten. 

Verbrauch Solarstrom mit einem PV-Speicher

Wie viel Sie genau sparen können, hängt von der Höhe Ihres Verbrauchs und der Leistung der Solaranlage und des Stromspeichers ab. 

Ein Beispiel: 

  • Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet aktuell rund 32 Cent (November 2022) und der Strombedarf beträgt 5.000 kWh pro Jahr. Das sind 1.600 € an Stromkosten ohne Photovoltaik.
  • Eine 6 kWp große PV-Anlage erzeugt knapp 6.000 kWh Strom im Jahr. Direkt verbraucht werden können davon aber nur 1.800 kWh. Die restlichen 4.200 kWh werden für knapp 8 Cent eingespeist. 

In der folgenden Tabelle haben wir dargestellt, wie viel Sie sparen können, wenn Sie den Eigenverbrauch auf 50-80% mit einem Stromspeicher erhöhen.

Ohne Speicher (30%)Mit Speicher (50%)Mit Speicher (60%)Mit Speicher (70%)Mit Speicher (80%)
Eigenverbrauch1.800 kWh3.000 kWh3.600 kWh4.200 kWh4.800 kWh
Einspeisung4.200 kWh3.000 kWh2.400 kWh1.800 kWh1.200 kWh
Einspeisevergütung336 €240 €192 €144 €96 €
Bezug Netzstrom3.200 kWh2.000 kWh1.400 kWh800 kWh200 kWh
Kosten Netzstrom1.024 €640 €448 €256 €64 €
Gesamtkosten688 €400 €256 €112 €-32 €

Wie Sie sehen, zahlt der Haushalt ohne Stromspeicher jährlich noch 688 €. Sobald jedoch ein Stromspeicher dazu kommt, werden bei einem Eigenverbrauch von 50% schon fast 300 € gespart. Im zweiten Fall mit 60% sind es schon 400 € und bei 70% mehr als 500 €. Im letzten Fall wird theoretisch sogar ein Plus erwirtschaftet. 

Doch nicht jeder Photovoltaikbesitzer erhält nur 8 Cent für seinen eingespeisten Strom. Besonders bei älteren PV-Anlagen sind die Vergütungssätze mit 30 bis 50 Cent pro kWh noch wesentlich höher. Ein Nachrüsten würde sich in diesem Fall kaum lohnen, da die aktuellen Stromkosten so hoch wie die Vergütungssätze sind.

Zudem wird die Einspeisevergütung nur für 20 Jahre gezahlt. Ob sich das Nachrüsten eines Speichers lohnt, hängt deshalb auch vom Alter der Photovoltaik ab. 

Schauen wir uns daher zwei Beispielrechnungen an:

Die PV-Anlage wurde vor 2002 installiert

Es wird keine Einspeisevergütung mehr ausgezahlt.

  • PV-Anlage: 6 kWp = 6.000 kWh Strom
  • Strombedarf: 4.500 kWh
  • Kosten 5 kWh Stromspeicher + Installation: 6.500 €
  • + neuer Zählerschrank: 1.000 €
  • + neuer Wechselrichter 1.000 €

Stromkosten:

  • ohne PV-Anlage: 1.440 €
  • mit PV-Anlage (30% Eigenverbrauch): 1.008 €
  • mit PV-Anlage + Speicher (60% Eigenverbrauch): 576 €
  • Ersparnis durch Speicher: 1.008 € - 576 € = 432 €

Wirtschaftliche Amortisation der Nachrüstungskosten: 8.500 € / 432 = 20 Jahre.

Die Nachrüstung ist etwas teurer, da Wechselrichter und Zählerschrank erneuert werden müssen. Es lassen sich dennoch 432 € Stromkosten pro Jahr sparen. Dabei wurde noch nicht einmal der steigende Strompreis berücksichtigt. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass der Stromspeicher sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt amortisiert. 

Die PV-Anlage wurde zwischen 2002 und 2010 installiert: 

Die Einspeisevergütung beträgt zwischen 30 und 50 Cent pro kWh. 

PV-Anlage: 6 kWp = 6.000 kWh StromStrombedarf: 4.500 kWh

Stromkosten:

  • ohne PV-Anlage: 1.440 €
  • mit PV-Anlage (30% Eigenverbrauch): 1.008 €     
  • Erhalt Einspeisevergütung (40 Cent): 1.680 €
  • mit PV-Anlage + Speicher (60% Eigenverbrauch): 576 €     
  • Erhalt Einspeisevergütung (40 Cent): 560 €
  • Ersparnis durch Speicher: 1.008 € - 576 € = 432 € 
  • Verlust durch Wegfall der Einspeisevergütung: 1.680 € - 560 € = 1.120 €

Die Einspeisevergütung ist höher als der Strompreis, daher lohnt sich das Nachrüsten eines Stromspeichers nicht. Die Photovoltaikanlage ist ohne einen Stromspeicher wirtschaftlicher. 

Auch bei einer PV-Anlage, die in der Zeit von 2011 bis 2013 installiert wurde, lohnt sich das Nachrüsten eines Speichers nicht. Die Einspeisevergütung liegt mit 28 bis 15 Cent zwar unter dem Strompreis, dennoch müssen die Anschaffungskosten des Stromspeichers noch eingerechnet werden. 

PV-Anlage wurde nach 2014

Ab 2014 ist die Einspeisevergütung rapide gesunken. Schon 2014 waren es nur noch etwa 13 Cent für den eingespeisten Strom. Auf der anderen Seite ist die Photovoltaikanlage noch relativ neu, sodass der Austausch des Wechselrichters oder des Zählerschranks nicht unbedingt notwendig ist. Sie sollten trotzdem eine Berechnung für Ihre individuelle Situation durchführen.

Wir haben einige Beispiele mit unterschiedlichen Inbetriebnahme-Jahren für Sie erstellt:

  • PV-Anlage: 6 kWp = 6.000 kWh Strom
  • Strombedarf: 4.500 kWh
  • Kosten 5 kWh Stromspeicher + Installation: 6.500 €
  • Eigenverbrauch PV-Anlage: 30 %
  • Eigenverbrauch PV-Anlage + Stromspeicher: 60 %

Einnahmen Einspeisevergütung:

Nur PV
  • 2015: 504 €
  • 2018: 462 €
  • 2021: 378 € 
PV + Speicher
  • 2015: 288 €
  • 2018: 264 €
  • 2021: 216 €
Inbetriebnahme PV-Anlage201520182021
Kosten Speicher6.500 €6.500 €6.500 €
Verlust Einspeisevergütung-216 €-198 €-162 €
Stromkostenersparnis durch Speicher576 €576 €576 €
Jährliche Ersparnis360 €378 €414 €
Amortisation des Speichers18 Jahre17,2 Jahre15,7 Jahre

In der Tabelle haben wir weder Förderungen zur Minderung des Anschaffungspreises, noch eine Steigerung der Stromkosten berücksichtigt. Beides wird die Amortisationszeit des Stromspeichers verkürzen. 

Wie groß sollte der Photovoltaik-Speicher sein? 

Der PV-Speicher sollte etwa eine Kilowattstunde Speicherkapazität pro Kilowatt-Peak Photovoltaik Leistung haben. Eine etwas größere Dimensionierung lohnt sich ebenfalls. Als Faustregel wird deshalb eine Speicherkapazität von dem 0,9 bis 1,6-fachen der PV-Leistung angesetzt. 

Neben der Größe der PV-Anlage ist auch die Höhe des Verbrauchs wichtig. Stimmen Sie daher die Größe des Speichers auf den tatsächlich verbrauchten Strom ab. Ein erfahrener Solarteur kann Ihnen dabei helfen. 

-> Mehr zum Thema: Photovoltaik-Speicher -  Größe & richtige Dimensionierung für Solarspeicher

Mit Speicherkapazität ist die Batteriekapazität, auch Nettokapazität genannt, gemeint. Bei ihr wird die Entladetiefe des PV-Speichers berücksichtigt. Sie beschreibt also den tatsächlichen Wert des gespeicherten und auch nutzbaren Stroms.

Photovoltaik Speicher Größe

AC oder DC: Welche Speicher eignen sich besser zum Nachrüsten?

Die Nachrüstung mit einem PV-Speicher kann sowohl mit einem AC als auch mit einem DC-Speichersystem gemacht werden. 

AC-Speicher nachrüsten 

Die einfachste Möglichkeit, einen PV-Speicher nachzurüsten, bietet der sogenannte AC-Speicher. Er funktioniert unabhängig von der Photovoltaikanlage und kann einfach an das bestehende PV-System angehängt werden. Ein AC-seitiger Speicher wird unmittelbar zwischen dem Wechselrichter und dem Stromzähler angeschlossen und damit direkt mit dem Haus Stromkreislauf verbunden. 

AC Stromspeicher nachrüsten

Ein AC-Speicher hat jedoch einen Nachteil: Da Strom nur in Form von Gleichstrom gespeichert werden kann, muss der AC-Speicher den Wechselstrom wieder zurück in Gleichstrom umwandeln. Wird der gespeicherte Strom nun benötigt, muss er ein weiteres Mal zurück in Wechselstrom umgewandelt werden. Jede Umwandlung bedeutet einen Stromverlust von etwa 2 %

DC-Speicher nachrüsten 

Die Nachrüstung mit einem DC-Speicher ist etwas teurer. Der bestehende Wechselrichter des PV-Systems wird nämlich komplett durch den DC-seitigen Stromspeicher ausgetauscht. Der PV-Wechselrichter und der Batterie-Wechselrichter sind in einem hybriden Wechselrichter im Speicher vereint. Ein Teil des Solarstroms kann direkt in Wechselstrom umgewandelt und sofort verbraucht werden. 

DC-Stromspeicher nachrüsten

Der Rest kann als Gleichstrom gespeichert und später zum Verbrauch umgewandelt werden. Der Vorteil ist also, dass der Strom nur ein einziges Mal umgewandelt werden muss, es gibt bei einem DC-Speicher also weniger Umwandlungsverluste

-> Erfahren Sie mehr: AC oder DC gekoppeltes Speichersystem?

Speichern von diesen Herstellern eignen sich gut zum Nachrüsten

Zu den bekannten Stromspeicher-Herstellern für den deutschen Markt gehören unter anderem sonnen, BYD, RCT, SENEC und E3/DC. Die Hersteller bieten AC- und DC-Systeme an.

sonnen

Die sonnenBatterie 10 und die sonnenBatterie 10 Performance sind AC-Systeme und eignen sich gut für die Nachrüstung. Die Herstellergarantie beträgt 10 Jahre oder auch 10.000 Ladezyklen. Die Speicherkapazität reicht von 5 kWh bis 450 kWh. Zusatzprodukte wie eine Wallbox sind ebenfalls zum Nachrüsten erhältlich. 

BYD

Die BYD-B-Box lässt sich einfach AC-seitig nachrüsten. Es gibt das Modell BYD-B-Box HVS, welches eine Speicherkapazität von 5 kWh bis 12,8 kWh hat und es gibt die BYD-B-Box HVM, die eine Speicherkapazität bis 22,1 kWh hat. Bei Bedarf kann der BYD Speicher auch nachträglich noch vergrößert werden. 

RCT

Die RCT Power Storage gibt es wahlweise als AC- oder DC-seitiges System. Beide Systeme eignen sich für eine Nachrüstung. Die Garantie beträgt 10 Jahre oder 5.000 Ladezyklen. Die Speicherkapazität beträgt 3,46 kWh bis 10,37 kWh

SENEC

SENEC bietet mit der Home V2.1 ein gutes AC-System für die Nachrüstung an. Aber auch die Home V3 hybrid kann als DC-System nachgerüstet werden. Beide Batterien haben eine Speicherkapazität von 2,5 kWh bis 10 kWh. Die Garantie beträgt für beide Modelle 10 Jahre. SENEC bietet auch die Option auf eine zusätzliche Stromcloud an.

E3/DC

Das E3/DC Hauskraftwerk gibt es als AC-, DC- oder Hybrid-Stromspeicher. Alle Systeme können nachgerüstet werden. Die Speicherkapazität fängt bei 8,2 kWh an und reicht bis zu 82,4 kWh. Die Garantie beträgt auch bei SENEC 10 Jahre. SENEC bietet außerdem Zusatzprodukte wie eine passende Wallbox und ein SG-Ready Modul für die Steuerung angeschlossener Wärmepumpen an. Eine Erweiterung der Speicherkapazität im Nachhinein ist ebenfalls möglich. 

Solarspeicher nachrüsten: Förderungen 

Es gibt viele Förderungen für die Nachrüstung von Stromspeichern auf regionaler und Länder-Ebene. Die Förderungen liegen im Bereich von 100 € bis 300 € pro installierter Kilowattstunde Speicherkapazität. Auch die KfW bezieht ebenfalls Stromspeicher in ihrem Förderprogramm Erneuerbaren Energien - 270 Standard mit ein. Dort erhalten Sie einen zinsgünstigen Kredit.

Welche Alternativen gibt es zum Nachrüsten eines PV-Speichers?

Es gibt auch einige Alternativen, mit denen Sie ihren Eigenverbrauch auch ohne einen Stromspeicher erhöhen können. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz einer Wallbox oder Wärmepumpe. Aber auch kleinere Lösungen, wie eine Zeitschaltuhr oder ein Energiemanager können den Stromverbrauch optimieren. 

-> Mehr zum Thema: PV-Eigenverbrauch erhöhen & überschüssigen Strom sinnvoll nutzen

Checkliste: Das sollten Sie bei der Nachrüstung eines Speichers beachten

Damit sich das Nachrüsten des Stromspeichers lohnt, ist die richtige Größe entscheidend. Bei einer zu großen Batterie kann der Strom nicht vollständig genutzt werden. Ist die Batterie zu klein, wird der Eigenverbrauch nicht ausreichend gesteigert. Wichtig sind deshalb folgende Punkte: 

  • Jährlicher Ertrag Ihrer PV-Anlage
  • Ihr jährlicher Stromverbrauch
  • Ihr Verbrauchsverhalten, d. h. wie viel Strom Sie am Tag und wie viel in der Nacht verbrauchen
  • Wie wurde die PV-Anlage angeschlossen, als Volleinspeisung oder mit Eigenverbrauch? (Wenn eine Eigennutzung bereits vorhanden ist, ist der Anschluss einfacher)
  • Wann wurde Ihre PV-Anlage in Betrieb genommen? 
  • Sind zukünftige Änderungen in der Nutzung in Aussicht? Wird zum Beispiel ein E-Auto gekauft oder eine Wärmepumpe angeschafft?

Fazit 

Das Nachrüsten einer PV-Anlage mit einem Stromspeicher kann sich lohnen. Der Eigenverbrauch des Solarstroms wird dadurch in der Regel verdoppelt und die Stromkosten sinken. Technisch steht einer Nachrüstung kaum etwas im Wege, viele Hersteller bieten sowohl AC- als auch DC-seitige Stromspeicher für eine Nachrüstung an. 

Sie sollten darauf achten, dass der Stromspeicher auch für Sie passend dimensioniert ist und dass Ihre Anlage nicht zu alt ist. Besonders bei PV-Anlagen, die vor 2014 installiert wurden, lohnt sich das Nachrüsten oft nicht. Hier ist die erhaltene Einspeisevergütung noch wesentlich höher als der heutige Strompreis.

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