Photovoltaik Einfamilienhaus: Aufbau, Kosten, Größe, Förderung

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 01/09/2022

Photovoltaikanlagen für Einfamilienhäuser werden immer beliebter. Das liegt vorrangig an den steigenden Strompreisen. Kleine PV-Anlagen werden dabei auf den Eigenverbrauch des Haushalts dimensioniert. So lässt sich mit einer eigenen Photovoltaikanlage langfristig einiges an Stromkosten einsparen. In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen Aufbauarten und die Anlagengrößen sowie auf die Fragen, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Förderungen Sie beanspruchen können, ein.

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Aufbaumöglichkeiten von Photovoltaik auf einem Einfamilienhaus

Je nach Art des Daches oder der Fassade gibt es verschiedene Aufbaumöglichkeiten für eine Solaranlage. Die meisten Anlagen werden jedoch auf Schrägdächern als Aufdachanlage errichtet.

Schrägdach

Beim Schrägdach ist entweder die Aufdach- oder die Indachvariante möglich. Eine weitere Option stellt das Eindecken des Daches mit Solarziegeln dar. Diese Lösung wird jedoch aufgrund Ihres hohen Preises selten gewählt, obwohl sie eine tolle Optik bietet.  

Schauen wir uns die einzelnen Möglichkeiten genauer an. 

Aufdach-Montage

Bei der Aufdach-Montage bleibt die vorhandene Dacheindeckung bestehen, da die PV-Anlage einfach auf das Hausdach aufgesetzt wird. Dabei wird ein kleiner Abstand zwischen den Modulen und den Dachziegeln gelassen, um eine Hinterlüftung zu gewährleisten. Die Photovoltaik-Montage ist einfach, kostengünstig und Fachfirmen haben darin in der Regel viel Erfahrung. Zur Befestigung werden Dachhaken in die Konterlattung geschraubt, auf denen die Modulschienen befestigt werden. In die Schienen werden anschließend die Solarmodule eingehakt oder geklemmt.

Photovoltaik Aufdachmontage

Indach-Montage

Bei einer Indach-Montage werden die PV-Module in die Dachhaut integriert. Die Module ersetzen dabei einen Teil der Dacheindeckung. Mit einer Indach-Montage ist es möglich, eine optisch ansprechende und ästhetische Photovoltaikanlage zu installieren. Im Gegensatz zur Aufdach-Montage ist diese Variante jedoch etwas teurer. 

Indach Photvoltaik

Indach Photvoltaik (@Vidirian Solar)

Flachdach

Photovoltaik auf dem Flachdach eines Einfamilienhauses ist möglich. Die Photovoltaik-Module werden dafür in Reihen aufgeständert und optimal zur Sonne ausgerichtet. Zwischen den Modulreihen wird immer etwas Platz gelassen, um eine Verschattung zu vermeiden. Für die Windlast werden die Module mit der Dachkonstruktion verschraubt oder sie werden beschwert.

PV-Fassade

Eine Integration der PV-Module in die Solarfassade ist möglich, genauso wie ein Vorhängen der Module an die Fassade. Wegen der ungünstigeren Neigung zu Sonne ist die Solarpanel-Leistung auf einer PV-Fassade generell niedriger als bei einer PV-Anlage auf dem Dach. 

Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht etwa 4.000 bis 5.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die Photovoltaikanlage müsste demnach eine Leistung von rund 6 kWp haben. Eine 6 Kilowatt-Peak PV-Anlage benötigt eine Dachfläche von etwa 36 m². Damit erreichen Sie im Schnitt einen jährlichen Gesamtertrag von rund 5.400 kWh. 

Dieser Betrag ist leicht höher als der tatsächliche Verbrauch. Das liegt daran, dass Sie auf diese Weise auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch Solarstrom zur Verfügung haben. Die Frage, wie groß die Solaranlage für ein Einfamilienhaus sein muss, hängt vom individuellen Verbrauch ab. Ein qualifizierter Solarteur berät Sie gerne. 

Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe?

Um den Stromverbrauch eines Einfamilienhauses mit Wärmepumpe zu decken, sollte eine 8-kWp-Photovoltaik ausreichen. Der Eigenverbrauch eines Einfamilienhauses am Solarstrom wird mit einer Wärmepumpe um etwa 40% gesteigert. Die PV Anlage sollte deshalb etwas größer dimensioniert werden.

Pauschalaussagen, wie die Behauptung, dass die Anlage mit einer Wärmepumpe doppelt so groß sein sollte, können nicht getroffen werden. Faktoren wie der Stromverbrauch der Wärmepumpe, die Größe des Puffer- und Warmwasserspeichers und der individuelle Stromverbrauch können sich nicht pauschal bestimmen lassen.

Kosten einer Photovoltaikanlage in einem Einfamilienhaus (mit und ohne Speicher)

Pro kWp Leistung der Photovoltaikanlage müssen Sie mit Kosten von 1.400 bis 1.800 € rechnen. Mit einem zusätzlichen Speicher steigen die Kosten auf 2.600 bis 3.000 €. Eine PV-Anlage mit 5-10 kWp kostet demnach 7.000-17.000 €. Mit Speicher sind es 13.000-24.000 €.

Die Kosten sind also abhängig von der Größe der Anlage. Je mehr Leistung, desto höher die Kosten.

Mit der folgenden Tabelle bekommen Sie einen Überblick über die ungefähren Kosten einer Solaranlage mit und ohne Speicher in Bezug auf die Leistung machen. Die Kosten sollten dabei als Komplettpaket gesehen werden. Zum Komplettpaket gehören alle Systemkomponenten, die Montage, Anschluss und Inbetriebnahme.

Größe PV-AnlageKosten PV-AnlageKosten PV-Anlage mit Speicher
5 kWp7.000 € - 10.000 €13.000 € - 17.000 €
6 kWp8.000 € - 11.000 €14.000 € - 18.500 €
7 kWp9.000 € - 12.000 €15.000 € - 20.000 €
8 kWp10.000 € - 13.000 €16.000 € - 21.000 €
9 kWp11.000 € - 15.000 €17.000 € - 22.500 €
10 kWp12.000 € - 17.000 €18.500 € - 24.000 €

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, ist die Spanne bei einer PV-Anlage mit Speicher größer. Das liegt daran, dass die Preisspannen bei Stromspeichern weit auseinander liegen. Die Wahl des Herstellers ist neben der Speicherkapazität ein ausschlaggebender Kostenfaktor. 

Lohnt sich Photovoltaik für ein Einfamilienhaus?

Eine Photovoltaik für das eigene Einfamilienhaus lohnt sich besonders, wenn die Anlage auf den Eigenverbrauch dimensioniert ist. Ein Einfamilienhaus verbraucht knapp 4.000 kWh pro Jahr. Eine 5-kWp-PV-Anlage deckt diesen Bedarf. Die Anschaffungskosten von etwa 8.000 € rentieren sich dann schnell mit den gesparten Stromkosten.

Wir haben eine Beispielrechnung für Sie erstellt. Im Beispiel gehen wir von einem Einfamilienhaus mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh aus. Für die Deckung des Strombedarfs ist eine 5 kWp PV-Anlage geplant, einmal mit Speicher und einmal ohne. Die Mindestlaufzeit beträgt 20 Jahre.  

Strompreis aus dem Netz: 36,19 Cent (Stand Mai 2022)

Jährliche Strompreissteigerung: 6,4%

Eigens produzierter Strom: 10 Cent

Eigenverbrauchsanteil: ohne Speicher 30% / mit Speicher 65%

Netzeinspeisung: ohne Speicher 70%  / mit Speicher 35%

Einspeisevergütung: 6,43 Cent (Stand Mai 2022)

KostenstelleSolaranlage kaufenSolaranlage mit StromspeicherStrombezug
Anschaffungskosten (inkl. Montage)8.00€14.00€0€
Wartung, Reinigung, Reparatur + Versicherung über 20 Jahre8.00€8.20€0€
Netzstrom (inkl. jährliche Preissteigerung über 20 Jahre)70% Netzbezug = 38.918,78 €35% Netzbezug = 19.459,39 €55.598,25 €
Eigenherstellung des Solarstroms4.000 x 0,3 x 0,10 x 20 = 2.400 €4.000 x 0,65 x 0,10 x 20 = 5.200 €0€
Erhalt Einspeisevergütung (Abzug von Kosten)4.000 x 0,7 x 0,0643 x 20 = 3.600 €4.000 x 0,35 x 0,0643 x 20 = 1.800,40 €0€
Gesamtkosten Strom37.718,78 €22.858,99 €55.598,25 €
Gesamtkosten Anlage16.00€22.20€0€
Kosten insgesamt53.718,78 €45.058,99 €55.598,25 €
Gespart1.879,47 €10.539,26 €/

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, lassen sich mit einer Photovoltaikanlage sowohl mit als auch ohne Speicher Stromkosten sparen. Die Investitionskosten einer Anlage mit Stromspeicher sind zwar fast doppelt so hoch, dafür sparen Sie aber in den nächsten 20 Jahren über 10.000 € in Stromkosten.  

Zudem laufen die meisten PV-Anlagen statt der garantierten 20 Jahre eher 25 bis 30 Jahre

Photovoltaik-Inselanlage für ein Einfamilienhaus? 

Eine Photovoltaik-Inselanlage kann auch auf einem Einfamilienhaus installiert werden. Eine Inselanlage ist nicht an das öffentliche Stromnetz angebunden und versorgt das Haus autark mit Solarstrom. Da kein Strom aus dem Netz bezogen werden kann, muss die Anlage groß dimensioniert sein. Die Einspeisung entfällt in dem Fall auch entsprechend.  

Die Anlage muss deshalb so groß dimensioniert sein, damit auch bei schlechtem Wetter genug Strom zur Verfügung steht. Außerdem benötigt eine Inselanlage immer einen Stromspeicher, der eine Stromreserve für mehrere Tage bietet. Die Anschaffungskosten sind deshalb sehr hoch. Rein wirtschaftlich rechnet sich eine Inselanlage deshalb nur selten. Wer jedoch komplett autark und unabhängig vom Netzbetreiber leben möchte, für den kommt eine Inselanlage infrage.

Photovoltaik Förderungen für Einfamilienhäuser

Für Photovoltaik beim Einfamilienhaus gibt es Förderungen. Das Programm Erneuerbare Energien 270 von der KfW gilt für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher. Mit dem Programm bekommt man eine zinsgünstige Finanzierung. Es werden die Anschaffungskosten und die Kosten für Planung und Installation gefördert. Einige Bundesländer bezuschussen auch die Anschaffung einer Photovoltaikanlage zusätzlich.

Informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Kreis oder Stadt über vorhandene Förder- und Finanzierungsprogramme.

FAQ

Wie viele Quadratmeter und kW Leistung Photovoltaik für ein Einfamilienhaus?

Im Durchschnitt verbraucht ein 4-Personen-Haushalt in Deutschland jährlich etwa 4.500 kWh Strom. Eine 5 bis 6 Kilowatt-Peak große PV-Anlage sollte diesen decken. Die Anlage benötigt dafür 35-40 m² Dachfläche. Wie viel Quadratmeter und Photovoltaik für ein Einfamilienhaus benötigt werden, hängt vom individuellen Strombedarf des Haushalts ab.

Die Wahl der Module spielt ebenfalls eine Rolle. Nehmen Sie leistungsstarke Module, zum Beispiel monokristalline Solarmodule, dann brauchen Sie weniger Platz auf Ihrem Dach. Schauen Sie ansonsten in unserem großen Solarmodulentest und -vergleich nach. 

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