Solarkataster: Photovoltaik-Standort prüfen

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 07/07/2026

Photovoltaik-Standort prüfen: das Wichtigste zuerst

Photovoltaik-Standort prüfen:
das Wichtigste zuerst

  • Ob sich Ihr Dach für Photovoltaik eignet, können Sie selbst prüfen – an vier Faktoren: Dachausrichtung, Dachneigung, Globalstrahlung am Standort und Verschattung.
  • Die Dachausrichtung bestimmen Sie in zwei Minuten über die Satellitenansicht bei Google Maps oder die Kompass-App Ihres Smartphones.
  • Den größten Ertrag bringt eine Südausrichtung mit rund 30 bis 35° Neigung. Süd-Ost und Süd-West verlieren unter 5%, Ost-West rund 10 bis 20%.
  • Wer es ohne eigene Messung wissen will, nutzt das Solarkataster der eigenen Kommune: Adresse eingeben, Dachfläche anklicken, Eignung per Farbskala ablesen.
  • Als Faustwert liefert eine Photovoltaikanlage in Deutschland rund 1.000 kWh Strom pro kWp und Jahr.

Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster ist eine interaktive Karte, die zur Ermittlung des idealen Standorts für Solaranlagen dient. Anhand von Daten zeigt es, wo Solarenergie rentabel ist. Es ist ein Instrument für eine Ersteinschätzung, kein Ersatz für eine professionelle Beratung.

Wie funktioniert ein Solarkataster?

Das elektronische Solarkataster zeigt detaillierte Karten einer Region mit bestehenden Gebäuden. Durch Eingabe Ihrer Adresse können Sie Ihr eigenes Haus auf der Karte betrachten. Die Ausrichtung des Gebäudes lässt sich leicht feststellen, da der PV-Atlas nach Norden ausgerichtet ist.

Verschiedene Farben zeigen an, ob eine Dachfläche für die Photovoltaik geeignet ist. In der Regel steht Grün für eine gute Eignung, Gelb für eine eingeschränkte und Rot für eine geringe. Die Bewertung beruht meist auf Laserscan-Daten (LiDAR) aus Befliegungen, die Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume berücksichtigen. Wie fein die Abstufung ist und ob ein Ertragsrechner dabei ist, unterscheidet sich je nach Bundesland und Kommune stark.

Wie finde ich den Solarkataster für meinen Standort?

Ein bundesweites Solarkataster gibt es nicht, aber einzelne Bundesländer und Kommunen bieten Optionen an. Mit dem Solaratlas können Sie den Photovoltaik-Standort prüfen.

Baden-Württemberg

Das Solarpotenzial von Dachflächen wird anhand dreidimensionaler Laserscan-Daten (Airborne Laserscanning) berechnet. Dabei werden Verschattungen durch umstehende Bebauung und Vegetation sowie der Jahresgang der Sonne berücksichtigt. Mit einer Messpunktdichte von mindestens acht Punkten pro Quadratmeter ist die Erfassung detailliert. Der Zugang erfolgt über das Solardachkataster im Energieatlas Baden-Württemberg, das auch einen Wirtschaftlichkeitsrechner enthält.

Bewertung: Das Solardachkataster Baden-Württemberg eignet sich gut für eine erste Abschätzung des zu erwartenden Ertrags Ihrer PV-Anlage und liefert detaillierte, auf Ihr Dach zugeschnittene Informationen. Die Ergebnisse sind als Näherungswerte zu verstehen und ersetzen keine fachliche Planung.

Bayern

Der Bayerische Energieatlas enthält Daten zu Sonne, Biomasse, Wind, Wasserkraft, Geothermie und mehr. Die Genauigkeit ist im Vergleich zu anderen Bundesländern geringer. Die Planung einer Photovoltaikanlage liefert einen groben Anhaltspunkt für die Strahlungsintensität auf dem Dach. Ein integrierter Ertrags- oder Rentabilitätsrechner ist nicht verfügbar.

Bewertung: Das bayerische Solarkataster gibt einen ersten Überblick, ist aber für die Planung von PV-Anlagen nicht umfassend genug.

Berlin

Das Energieatlas Berlin ist Teil eines Energieatlasses, der auch Daten zu Biomasse, Geothermie, Stromspeichern, Windkraft, KWK und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge enthält. Die Genauigkeit der Angaben kann Hausbesitzern nur eine grobe Vorstellung von der Sonneneinstrahlungsintensität auf ihrem Dach geben.

Bewertung: Das Berliner Solarkataster gibt keine detaillierte Auskunft über den zu erwartenden PV-Ertrag für Ihr Dach. Es ist nicht für die Planung einer PV-Anlage geeignet. Die Farben auf der Karte geben die individuellen Standortbedingungen nicht genau wieder. Für eine realistische Einschätzung wenden Sie sich besser an einen Solarfachbetrieb.

Brandenburg

Das Solaratlas Brandenburg gibt Angaben für Dachflächen und Freiflächen an. Es steht ein Wirtschaftlichkeitsrechner zur Verfügung. Die Genauigkeit des Solaratlas Brandenburg ist sehr gut. Er ist in ein Energieportal mit separaten Karten für verschiedene Energieträger integriert.

Bewertung: Der Solaratlas Brandenburg ist benutzerfreundlich und bietet eine gründliche Analyse des Solarpotenzials und der Rentabilität für Ihr Dach.

Bremen

Mit dem Rentabilitätsrechner auf der Website können Sie den potenziellen Ertrag Ihrer PV-Anlage berechnen. Die Berechnung können Sie auf Grundlage Ihrer Eingaben personalisieren, einschließlich zusätzlicher Stromverbraucher und der Verwendung eines Speichersystems. Die Genauigkeit der Berechnungen ist hoch.

Bewertung: Das Solarkataster Bremen ist benutzerfreundlich und bietet eine detaillierte Analyse des Solarpotenzials und der Rentabilität für Ihr Dach. In einigen Bereichen fehlen jedoch noch Daten.

Hamburg

Mit Hamburgs Solarrechner lässt sich in wenigen Schritten herausfinden, ob sich ein Dach für eine Solaranlage eignet. Grundlage ist eine dreidimensionale Abbildung der Erdoberfläche mit Gebäuden, Dächern und Bäumen; über eine Simulation der Sonneneinstrahlung wird die Eignung der Dachflächen bestimmt. Sobald Wohnort und Gebäude ausgewählt sind, berechnet das Tool eine erste Rentabilitätseinschätzung. Dabei werden Kostenannahmen, Sonneneinstrahlung, Verschattung, Modulanzahl und ein optionaler Speicher berücksichtigt.

Bewertung: Der Solarrechner Hamburg ist selbst für Einsteiger leicht zu bedienen und liefert über die reine Eignungsanzeige hinaus eine Ersteinschätzung zur Wirtschaftlichkeit. Für eine verbindliche Planung sollte man sich jedoch an ein Fachunternehmen wenden.

Hessen

Mit dem Solarkataster Hessen können Sie das Solarpotenzial für Dach- und Freiflächen berechnen. Auf der Karte wird die Globalstrahlung farblich abgestuft dargestellt – von hohen bis niedrigen Einstrahlungswerten. Für eine genauere Auswertung zeichnen Sie die Fläche Ihrer geplanten Solaranlage direkt in die Karte ein und erhalten anschließend über den integrierten Wirtschaftlichkeitsrechner eine detaillierte Berechnung.

Bewertung: Mit dem hessischen Solarkataster berechnen Sie das Solarpotenzial von Dach- und Freiflächen, indem Sie die gewünschte Fläche direkt in die Karte einzeichnen. Ein integrierter Wirtschaftlichkeitsrechner sowie eine ausführliche Hilfe-Seite in der Fußzeile runden das Tool ab.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern hat ein Geodatenportal mit Karten zu verschiedenen Themen, aber es fehlt ein zentrales Solarkataster. Lediglich Rostock und Schwerin verfügen über eigene Solarkataster, die aber nur Basisinformationen liefern.

Bewertung: Mecklenburg-Vorpommern liegt beim Solarkataster im Vergleich zu anderen Bundesländern zurück. Das kann daran liegen, dass das Land eine geringere Sonneneinstrahlung hat. Wenn Sie an einer PV-Anlage interessiert sind, wenden Sie sich an einen Fachmann.

Niedersachsen

Da es in Niedersachsen kein landesweites Solarkataster gibt, stellt fast jeder Landkreis ein eigenes Tool bereit. Die Solarkataster konzentrieren sich auf die Berechnung des Solarpotenzials von Dachflächen. Durch einen einfachen Klick auf Ihr Dach können Sie in vielen Katastern direkt den potenziellen Energieertrag oder die Rentabilität berechnen.

Bewertung: Es gibt zwar kein landesweites Solarkataster, aber die meisten Bezirke haben ihre eigenen Solarkataster. Sie decken den größten Teil des Landes ab und funktionieren auf ähnliche Weise. Die Genauigkeit ist nicht perfekt, da jeder Dachfläche derselbe Wert zugewiesen wird, ohne Faktoren wie Verschattung zu berücksichtigen. Für eine erste Einschätzung ist sie aber ausreichend. Außerdem ist oft ein Rentabilitätsrechner enthalten, der das Programm zu einem nützlichen Werkzeug macht.

Hier finden Sie eine alphabetisch geordnete Liste der Solarkataster für Ihren Landkreis:

Nordrhein-Westfalen

Mit dem Energieatlas NRW können Sie das Solarpotenzial von Dachflächen und Freiflächen anhand einer Karte berechnen. Die Strahlungsdaten basieren auf hochaufgelösten Laserscan-Daten des Landes NRW. Für die Planung steht zusätzlich ein Ertragsrechner zur Verfügung, der die Wirtschaftlichkeit einer Anlage für das ausgewählte Gebäude abschätzt.

Bewertung: Das Solarkataster NRW lässt sich unkompliziert über die Karte bedienen und stellt zur Nutzung ausführliche Anleitungen bereit. Es berechnet das Solarpotenzial von Dächern und Freiflächen und ist durch den integrierten Ertragsrechner ein hilfreiches Werkzeug für die erste Planung einer Solaranlage.

Rheinland-Pfalz

Mit dem landesweiten Solarkataster Rheinland-Pfalz können Sie das Solarpotenzial von Dachflächen für Photovoltaik und Solarthermie ermitteln. Es wird auf Basis flächendeckender Laserscan-Daten berechnet, die die Sonneneinstrahlung und die Verschattung durch Dachaufbauten, benachbarte Gebäude oder Bäume berücksichtigen. Die Berechnungsgrundlage ist auf separaten Methodik-Seiten transparent dokumentiert.

Bewertung: Das rheinland-pfälzische Solarkataster ist übersichtlich bedienbar und wird durch eine „10 Schritte“-Anleitung und einen FAQ-Bereich ergänzt. Der integrierte Ertragsrechner schätzt für jede geeignete Dachfläche den Stromertrag, die installierbare Leistung sowie die CO₂-Einsparung ab und bietet damit eine solide erste Orientierung. Die Ergebnisse sind als grobe Schätzung zu verstehen und ersetzen keine fachliche Vor-Ort-Planung.

Saarland

Das Solarkataster „Geoportal des Saarlandes“ ist veraltet und im Vergleich zu anderen zu ungenau. Es bietet in einer verpixelten Darstellung lediglich eine grobe Einstufung des Solarpotenzials in die Kategorien eingeschränkt, gut oder sehr gut geeignet. Ein integrierter Ertragsrechner fehlt.

Bewertung: Das Solarkataster Saarland kann nur eine grobe Einschätzung des Solarpotenzials eines Hausdaches geben. Für eine genauere Berechnung wenden Sie sich am besten an einen Fachbetrieb.

Sachsen

Mit dem Solarportal der Sächsischen Energieagentur können Sie das Solarpotenzial für Dachflächen und Freiflächen berechnen. Ein Rentabilitätsrechner ist ebenfalls verfügbar. Die Genauigkeit der Berechnungen ist hoch.

Die Karte zeigt die Sonneneinstrahlung auf Dach- oder Freiflächen mit feiner Abstufung. Sie können Ihr Haus auf der Karte auswählen und den Ertragsrechner öffnen. Der Ertragsrechner berücksichtigt Faktoren wie Eigenverbrauch, Anlagengröße, Speicher und Finanzierung. So bekommen Sie eine Vorstellung davon, ob sich eine PV-Anlage auf Ihrem Dach lohnt.

Bewertung: Das sächsische Solarkataster enthält einen Ertragsrechner zur Abschätzung des Solarpotenzials. Er ist nützlich für die Bewertung von Dächern und Freiflächen.

Sachsen-Anhalt

Der Energieatlas Sachsen-Anhalt zeigt primär die bereits installierten Anlagen für erneuerbare Energien, bietet aber keine Vorabprüfung des Solarpotenzials einzelner Dächer. Ein nutzbares Solarkataster, mit dem Sie Ihr eigenes Dach prüfen können, stellt Sachsen-Anhalt derzeit nicht bereit.

Bewertung: Bei einem nutzbaren Solarkataster liegt Sachsen-Anhalt hinter anderen Bundesländern zurück. Für eine Solarpotenzialanalyse Ihres Dachs wenden Sie sich am besten an einen Fachbetrieb.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein können Sie über das landesweite Solarkataster der Stadtwerke Kiel die Eignung von Gebäuden für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen prüfen. Im integrierten Wirtschaftlichkeitsrechner lassen sich zusätzliche Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto einbeziehen. Zudem sind drei verschiedene Varianten zur Modulbelegung wählbar.

Bewertung: Nachdem der Solarkataster zunächst nur für Kiel und Flensburg zur Verfügung stand, ist er nun ein hilfreiches Tool für die Solarpotenzialanalyse von Gebäuden im gesamten Bundesland. Darüber hinaus bietet er eine erste Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit und zum Ertrag einer Anlage.

Thüringen

Mit dem Solarrechner und Photovoltaik-Rechner Thüringen können Sie das Solarpotenzial von Dachflächen und Freiflächen berechnen. Die Genauigkeit der Berechnungen lässt zu wünschen übrig, da das Tool die Dachflächen nicht intern weiter differenziert.

Wählen Sie zunächst auf der Übersichtskarte Ihren Bezirk aus, um die Solarkarte aufzurufen. Die Karte zeigt die Einstrahlungsintensität für alle Gebiete, von Weiß (niedrig) bis Dunkelorange (hoch). Klicken Sie auf ein Dach, um den Rentabilitätsrechner zu nutzen. Dieser berücksichtigt Faktoren wie Finanzierung und Förderungen.

Bewertung: Der Solarrechner Thüringen gibt einen Überblick über das Solarpotenzial von Dächern und Freiflächen. Für genauere Berechnungen sollten Sie sich an einen Fachbetrieb wenden.

Worauf kommt es bei der Prüfung des Solarstandortes an?

Vier Faktoren entscheiden, wie viel Strom Ihr Dach liefert: die Globalstrahlung am Standort, die Dachausrichtung, die Dachneigung und die Verschattung. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Sie jeden Faktor selbst einschätzen.

Globalstrahlung

Die Globalstrahlung in Deutschland liegt je nach Region bei etwa 1.000 bis 1.250 kWh/m² im Jahr – im Norden niedriger, im Süden höher. Sie ist die zentrale Standortgröße, weil sie angibt, wie viel Sonnenenergie pro Quadratmeter überhaupt am Standort ankommt.

Globalstrahlung in Deutschland Karte

Globalstrahlung in Deutschland (Quelle: www.dwd.de)

Was versteht man unter Globalstrahlung?

Die Globalstrahlung ist die Sonnenstrahlung, die auf eine horizontale Ebene am Boden trifft. Sie besteht aus direkter Strahlung und gestreuter Sonnenstrahlung (diffuse Himmelsstrahlung).

Dachausrichtung

Die Ausrichtung der Photovoltaik wirkt sich direkt auf ihre Effizienz aus.

  • Die höchsten Erträge erzielen in Deutschland nach Süden ausgerichtete Photovoltaikanlagen.
  • Bei Süd-Ost- oder Süd-West-Ausrichtung liegen die Verluste bei weniger als 5% im Vergleich zur Südausrichtung.
  • Bei Dächern mit Ost-West-Ausrichtung kommt es zu Verlusten von rund 10 bis 20%. Dafür erreichen Sie einen höheren Eigenverbrauch durch eine gleichmäßigere Stromerzeugung über den Tag.

Wie kann ich die Dachausrichtung ermitteln?

Ihre Dachausrichtung finden Sie auf Google Maps, indem Sie Ihre Adresse eingeben und die Satellitenansicht auswählen. Alternativ nutzen Sie die Kompass-App auf Ihrem Smartphone: Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Hauswand des zu prüfenden Dachbereichs, halten Sie das Smartphone waagerecht und lesen Sie die Himmelsrichtung des Dachs ab.

Dachneigung

Auch die Neigung der Photovoltaik wirkt sich auf den Solarertrag aus. Der beste Ertrag entsteht, wenn die Sonne im 90°-Winkel auf die PV-Module trifft. In Deutschland wird das bei einer Südausrichtung mit einem Winkel von 30 bis 40° erreicht. Bei einer Ost-West-Ausrichtung ist ein flacherer Winkel besser, da die Sonne morgens und abends tiefer steht.

Die genauen Erträge im Verhältnis von Dachneigung zu Ausrichtung können Sie in der folgenden Tabelle in Prozent ablesen.

Photovoltaik Neigungswinkel Tabelle

Photovoltaik Neigungswinkel Tabelle

Wie kann ich die Dachneigung ermitteln?

Ihre Dachneigung bestimmen Sie auf drei Wegen:

  • Am Dachboden messen: Den Neigungsgrad an den Dachbalken oder einer geraden Dachschräge abnehmen.
  • Mit dem Smartphone: Eine App zum Winkelmessen an eine gerade Dachschräge oder einen Dachbalken halten.
  • Selbst berechnen: Höhe (a) und waagerechte Länge (b) der Dachschräge messen; die Sparrenlänge ergibt sich aus a² + b² = c², den Neigungswinkel über sin(ß) = a ÷ c (Höhe geteilt durch Sparrenlänge).

Passt der Winkel nicht zur optimalen Neigung, lässt er sich über eine Aufdach-Montage am Montagegestell ausgleichen.

Verschattung

Die Photovoltaik funktioniert auch im Schatten, aber der Ertrag Ihrer Anlage verringert sich dadurch erheblich. Prüfen Sie die Beschattung Ihres Daches, indem Sie es zu verschiedenen Tageszeiten betrachten. Denken Sie daran, dass die Schatten im Winter länger sind, weil die Sonne tiefer steht.

Kurzzeitige Teilverschattungen auf einer kleinen Dachfläche können Sie mit Bypass-Dioden in modernen Photovoltaikmodulen abfedern. Ist die Verschattung größer und dauerhaft, sollten Sie in diesen Bereichen keine Solarmodule installieren – oder Sie entfernen Bäume, Sträucher oder Objekte wie Satellitenschüsseln, die den Schatten verursachen.

Wie berechne ich den Ertrag an meinem Standort?

Für eine grobe Abschätzung genügt der Faustwert: Eine Photovoltaikanlage in Deutschland liefert rund 1.000 kWh Strom pro kWp und Jahr. Multiplizieren Sie also die Nennleistung Ihrer geplanten Anlage (in kWp) mit 1.000 – auf einem Einfamilienhaus sind 5 bis 10 kWp üblich.

AnlagengrößeErtrag pro Jahr (Faustwert)
4 kWprund 4.000 kWh
6 kWprund 6.000 kWh
8 kWprund 8.000 kWh
10 kWprund 10.000 kWh

Genauer wird es, wenn Sie Ausrichtung und Neigung einrechnen. Beispiel: Eine Anlage mit 6 kWp, nach Süd-West und 30° geneigt, verliert gegenüber der Südausrichtung nur wenige Prozent. Statt rund 6.000 kWh kommen so etwa 5.760 kWh im Jahr zusammen – eine Näherung, die von Ihren konkreten Standortdaten abhängt. Der Löwenanteil des Ertrags entsteht zwischen April und September; im Dezember und Januar liefert dieselbe Anlage nur einen Bruchteil. Den genauen Wert für Ihr Dach liefern die Ertragsrechner vieler regionaler Solarkataster.

Kann ich mit Google Maps den Photovoltaik-Standort prüfen?

Für die Dachausrichtung ja: Über die Satellitenansicht von Google Maps lesen Sie in zwei Minuten ab, in welche Himmelsrichtung Ihr Dach zeigt. Für eine echte Ertrags- und Eignungsanalyse hat Google zusätzlich eine Solar-API eingeführt. Diese erweitert Google Maps um eine Ebene und ermöglicht die Analyse von Dächern für Solaranlagen.

Die Solar-API bietet Daten zu Gebäude-, Dach-, Verschattungs- und Solarmodul-Konfigurationen für mehrere hundert Millionen Gebäude in zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland. Sie ist kostenpflichtig und richtet sich an Anbieter und Entwickler von Solar-Tools – als Hausbesitzer nutzen Sie die Auswertung indirekt über einen Fachbetrieb.


Häufige Fragen zum Photovoltaik-Standort

Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?

Ja, sofern es nicht dauerhaft stark verschattet oder rein nördlich mit flacher Neigung ist. Süd-, Ost- und Westdächer mit etwa 15 bis 60° Neigung eignen sich meist; entscheidend sind außerdem Verschattung, Dachzustand und Statik.

Brauche ich für Photovoltaik unbedingt ein Süddach?

Nein. Süd bringt den höchsten Ertrag, aber Süd-Ost und Süd-West verlieren unter 5%, Ost-West rund 10 bis 20%. Eine Ost-West-Anlage kann sich durch hohen Eigenverbrauch sogar besonders lohnen.

Gibt es ein bundesweites Solarkataster?

Nein, ein einheitliches Solarkataster für ganz Deutschland gibt es nicht. Zuständig sind die Bundesländer und Kommunen – Abdeckung und Qualität unterscheiden sich dabei stark von Region zu Region.

Was bedeuten die Farben im Solarkataster?

Grün steht in der Regel für eine gut geeignete Dachfläche, Gelb für eine eingeschränkt geeignete und Rot für eine wenig geeignete. Die genaue Skala und Datengrundlage legt jedes Kataster selbst fest.

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