Globalstrahlung in Deutschland: Werte, Karte und Standortabfrage

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 07/08/2026

Globalstrahlung in Deutschland: Das Wichtigste zuerst

Globalstrahlung in Deutschland:
Das Wichtigste zuerst

  • Die Globalstrahlung in Deutschland erreichte 2025 im Flächenmittel 1.187 kWh/m² und damit die vierthöchste Jahressumme seit Beginn der verlässlichen Datenerhebung im Jahr 1983 (Stand: Juli 2026).
  • Zwischen dem strahlungsärmsten und dem strahlungsreichsten Ort Deutschlands liegen rund 20%: Schleswig-Holstein kam 2025 auf 1.092 kWh/m², die Regionen um den Bodensee und in Niederbayern auf bis zu 1.307 kWh/m².
  • Den Wert der Globalstrahlung für die eigene Postleitzahl liefern kostenlos das CDC-Portal des Deutschen Wetterdienstes und der EU-Rechner PVGIS.
  • Seit 1991 nimmt die Globalstrahlung in Deutschland um etwa 3 kWh/m² pro Jahr zu.

Was ist die Globalstrahlung?

Die Globalstrahlung ist die gesamte Sonnenstrahlung, die auf eine waagerechte Fläche an der Erdoberfläche trifft. Sie setzt sich aus zwei Anteilen zusammen: der direkten Strahlung, die ohne Umweg von der Sonne kommt, und der diffusen Strahlung, die vorher an Wolken, Aerosolen, Luftmolekülen und Staubpartikeln gestreut wurde. Auch an einem bedeckten Tag kommt deshalb Strahlung an, sie enthält aber kaum noch direkte Anteile.

Für die Photovoltaik ist die Globalstrahlung die Eingangsgröße schlechthin. Sie beschreibt, wie viel Energie überhaupt zur Verfügung steht, bevor Modultechnik, Dachausrichtung und Verschattung darüber entscheiden, wie viel davon im Stromzähler ankommt.

Globalstrahlung als Summe aus Direktstrahlung und Diffusstrahlung auf eine waagerechte Fläche, Einheiten W/m² und kWh/m²

W/m² oder kWh/m²: Momentanwert und Jahressumme

Die Globalstrahlung wird in zwei Einheiten angegeben, je nachdem, welche Fragestellung im Fokus steht. Der Momentanwert in Watt pro Quadratmeter (W/m²) besagt, wie stark die Sonne genau jetzt einstrahlt. Die Jahressumme in Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²) gibt an, wie viel Energie über ein ganzes Jahr zusammenkommt.

Beide Angaben hängen direkt zusammen: Wer den Momentanwert über die 8.760 Stunden eines Jahres aufsummiert, erhält die Jahressumme. Umgekehrt lässt sich aus der Jahressumme das mittlere Strahlungsangebot ableiten. Aus den 1.187 kWh/m² des Jahres 2025 ergeben sich rechnerisch rund 136 W/m² im Jahresmittel. Im strahlungsreichsten Monat, dem Juni 2025 mit 187 kWh/m², waren es rund 260 W/m² im Monatsmittel.

Für die Auslegung einer PV-Anlage zählt die Jahressumme, weil sie den Jahresertrag bestimmt. Der Momentanwert ist dagegen die Größe, mit der Wetterdienste die aktuelle Einstrahlung melden und mit der sich das Verhalten von Modulen bei schwachem Licht beschreiben lässt.

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Wie wird die Globalstrahlung gemessen?

Gemessen wird die Globalstrahlung mit einem Pyranometer. Das Gerät besitzt eine geschwärzte Fläche unter einer Glaskuppel, die sich durch das auftreffende Sonnenlicht erwärmt. Aus der Temperaturdifferenz ergibt sich die Bestrahlungsstärke. Daneben sind einfachere Silizium-Strahlungssensoren verbreitet, vor allem in der Anlagentechnik.

Für flächendeckende Werte reichen Messstationen allein nicht aus. Der Deutsche Wetterdienst kombiniert deshalb seine Bodenmessungen mit Satellitendaten und berechnet daraus ein Raster für ganz Deutschland. Genau auf dieser Grundlage entstehen die Karten und Jahressummen, die Sie in den folgenden Abschnitten finden.

Wie hoch ist die Globalstrahlung in Deutschland?

Die Globalstrahlung in Deutschland war 2025 mit 1.187 kWh/m² im Flächenmittel so hoch wie in kaum einem anderen Jahr. Das ist die vierthöchste Jahressumme seit Beginn der verlässlichen Datenerhebung im Jahr 1983. Vor 2025 liegen nur das Rekordjahr 2022 mit 1.227 kWh/m², 2018 mit 1.207 kWh/m² und 2003 mit 1.197 kWh/m².

Damit übertraf die Jahressumme 2025 das vieljährige Mittel der Referenzperiode 1991 bis 2020 von 1.086 kWh/m² um rund 101 kWh/m². Zum Vergleich: Im Vorjahr 2024 kam Deutschland auf 1.113 kWh/m². Alle Werte stammen aus dem Bericht „Das Strahlungsjahr 2025“ des Deutschen Wetterdienstes (Stand: Juli 2026).

Die DWD-Karte: das Nord-Süd-Gefälle in Deutschland

Innerhalb Deutschlands unterscheidet sich die Globalstrahlung um rund 20%. Das absolute Minimum lag 2025 bei 1.092 kWh/m² in Schleswig-Holstein, die höchsten Werte erreichten mit 1.280 bis 1.307 kWh/m² die Region um den Bodensee, der Breisgau, das Saarland und Niederbayern. Neben dem Norden gehören auch der Harz und das Sauerland zu den strahlungsärmeren Gebieten.

Globalstrahlungskarte des DWD für Deutschland, Jahressumme 2025 in kWh/m² mit Nord-Süd-Gefälle

Amtliche Jahreswerte je Bundesland veröffentlicht der DWD nicht. Folgende Übersicht listet die Wertebänder, die auf der Karte über der jeweiligen Region eingetragen sind. Den exakten Wert eines Standorts liefert das CDC-Portal, das der nächste Abschnitt erklärt.

Region auf der KarteEingetragenes Band 2025
Schleswig-Holstein und Hamburg1.081 bis 1.100 kWh/m²
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg1.121 bis 1.140 kWh/m²
Nordrhein-Westfalen1.141 bis 1.160 kWh/m²
Franken1.221 bis 1.240 kWh/m²
Schwaben und Oberbayern1.241 bis 1.260 kWh/m²
Bodensee, Breisgau, Saarland, Niederbayern1.280 bis 1.307 kWh/m²

Das Gefälle folgt der geografischen Breite: Je näher ein Standort am Äquator liegt, desto steiler trifft die Sonne auf und desto kürzer ist der Weg der Strahlen durch die Atmosphäre. Hinzu kommt die Bewölkung, die im Norden und in den Mittelgebirgen häufiger dichter ausfällt und den Anteil der diffusen Strahlung erhöht. Unter dichter Bewölkung steigt der Diffusanteil, die gesamte ankommende Strahlungsmenge sinkt aber.

Globalstrahlung im Jahresverlauf

Über das Jahr verteilt sich die Globalstrahlung sehr ungleich. Im Juni 2025 kamen 187 kWh/m² zusammen, im Dezember nur 21 kWh/m² und damit rund ein Neuntel davon. Zwischen Mai und August fällt gut die Hälfte der Jahressumme an, weshalb PV-Anlagen in diesen Monaten ihre höchsten Erträge liefern.

Folgende Tabelle zeigt die Monatssummen des Jahres 2025:

MonatMonatssumme 2025
Januar25 kWh/m²
Februar44 kWh/m²
März101 kWh/m²
April145 kWh/m²
Mai177 kWh/m²
Juni187 kWh/m²
Juli152 kWh/m²
August158 kWh/m²
September97 kWh/m²
Oktober50 kWh/m²
November30 kWh/m²
Dezember21 kWh/m²
Gesamt1.187 kWh/m²

Gemessen am langjährigen Mittel der Referenzperiode 1991 bis 2020 fielen die größten Überschüsse auf den März mit 27,7%, den Dezember mit 20,8%, den April mit 17,6% und den November mit 17,5%. Unter dem Mittel blieben nur zwei Monate: der Juli mit 7,2% und der Oktober mit 9,7%.

Globalstrahlung nach PLZ: so finden Sie den Wert für Ihren Standort

Den Strahlungswert für die eigene Postleitzahl liefern drei kostenlose amtliche Werkzeuge. Welches davon für Sie das richtige ist, hängt davon ab, ob Sie eine schnelle Zahl, eine Zeitreihe oder gleich eine Ertragsprognose brauchen.

Das CDC-Portal des Deutschen Wetterdienstes ist der direkte Weg zum Messwert. Im Climate Data Center wählen Sie den Punkt auf der Karte oder die Station in Ihrer Nähe und erhalten die Globalstrahlung als Monats- oder Jahressumme in kWh/m². Wer die Rohdaten weiterverarbeiten möchte, findet dieselben Rasterdatensätze mit einer Auflösung von 1 mal 1 Kilometer im Open-Data-Service des DWD.

Die Strahlungskarten des DWD bieten einen schnellen Überblick. Auf der Seite Global-, Diffus- und Direktstrahlung lassen sich Monats- und Jahressummen sowie Abweichungskarten auswählen und kostenlos herunterladen. Für das laufende Jahr veröffentlicht der DWD zusätzlich den aktuellen Jahresverlauf der Globalstrahlung, sodass Sie schon vor dem Jahresbericht sehen, wie sich 2026 entwickelt.

PVGIS geht einen Schritt weiter. Das Werkzeug der Europäischen Kommission rechnet die Einstrahlung an einem frei wählbaren Punkt direkt in einen zu erwartenden PV-Ertrag um. Sie geben Adresse oder Koordinaten ein, ergänzen Ausrichtung, Neigung und Anlagenleistung und erhalten Monats- und Jahreswerte. Der PVGIS-Rechner ist damit die richtige Wahl, wenn die Zahl unmittelbar in eine Anlagenplanung fließen soll.

Ergänzend lohnt der Blick in das Solarkataster Ihres Bundeslandes oder Ihrer Kommune. Ein Solarkataster bewertet nicht die Region, sondern die einzelne Dachfläche und rechnet den Schatten von Nachbargebäuden und Bäumen mit ein.

Ein Hinweis zur Einordnung: Der Deutsche Wetterdienst gibt die Globalstrahlung immer auf die waagerechte Fläche an. Ein nach Süden geneigtes Dach erhält mehr, ein Norddach weniger Strahlung. PVGIS und das Solarkataster rechnen dagegen bereits mit Ausrichtung und Neigung und liefern damit einen anderen Bezug. Wer Werte vergleicht, sollte deshalb prüfen, auf welche Fläche sie sich beziehen.

Welchen Einfluss hat die Globalstrahlung auf den Ertrag einer PV-Anlage?

Die Globalstrahlung hat unmittelbaren Einfluss auf den Ertrag einer PV-Anlage, da sie festlegt, wie viel Energie die Module überhaupt umwandeln können. Zwei identische Anlagen liefern an unterschiedlichen Standorten unterschiedlich viel Strom, ohne dass sich an der Technik etwas ändert.

Wie groß dieser Standorteffekt ausfällt, zeigt die Spanne innerhalb Deutschlands. Folgende Rechnung vergleicht dieselbe Anlage am strahlungsärmsten und am strahlungsreichsten Punkt des Jahres 2025. Angenommen werden 20 m² Modulfläche, ein Modulwirkungsgrad von 20% und ein Systemwirkungsgrad von 85%:

StandortGlobalstrahlung 2025Rechnerischer Jahresertrag
Schleswig-Holstein (Minimum)1.092 kWh/m²rund 3.710 kWh
Bodensee und Niederbayern (Maximum)1.307 kWh/m²rund 4.440 kWh

Rund 730 kWh Unterschied im Jahr entstehen folglich allein durch den Standort, das entspricht knapp 20%. Auf 20 Jahre Betriebszeit summiert sich das auf mehr als 14.000 kWh. Für die Auslegung heißt das: Im Norden brauchen Sie etwas mehr Modulfläche, um denselben Photovoltaik-Ertrag zu erreichen wie im Süden.

Wichtig bleibt die Einordnung. Der Standort setzt den Rahmen, doch erst Ausrichtung und Neigung der Module entscheiden darüber, wie viel von der verfügbaren Strahlung tatsächlich ankommt. Eine südliche Ausrichtung und eine Neigung um 30 Grad holen deutlich mehr heraus als ein flaches Norddach, weshalb eine gut geplante Anlage in Hamburg eine schlecht geplante in Bayern schlagen kann.

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Vom Strahlungswert zum Jahresertrag: die Berechnung

Aus der Globalstrahlung wird ein Jahresertrag, indem Sie vier Größen miteinander multiplizieren: die Globalstrahlung am Standort in kWh/m², die Modulfläche in Quadratmetern, den Modulwirkungsgrad und den Systemwirkungsgrad der Anlage.

Für einen deutschen Durchschnittsstandort mit der Jahressumme 2025 sieht das so aus:

1.187 kWh/m² × 20 m² × 0,20 × 0,85 = rund 4.040 kWh im Jahr

Der Modulwirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der Strahlung im Modul zu Strom wird. Für die Rechnung oben sind konservative 20% angesetzt. Der Systemwirkungsgrad, häufig auch Performance Ratio genannt, fasst alles zusammen, was danach verloren geht: Wechselrichter, Leitungen, Verschmutzung und die Tatsache, dass Module bei Hitze schlechter arbeiten. 85% ist dafür ein realistischer Ansatz.

Die Rechnung liefert einen Richtwert, keine Garantie. Sie unterstellt eine waagerechte Fläche und lässt Verschattung außen vor. Für eine belastbare Prognose ist PVGIS oder die Auslegung durch einen Fachbetrieb der richtige Weg.

Wie hat sich die Globalstrahlung in Deutschland entwickelt?

Die Globalstrahlung in Deutschland hat sich über die vergangenen Jahrzehnte nach oben entwickelt. Der lineare Trend seit 1991 zeigt eine Zunahme von etwa 3 kWh/m² pro Jahr, das entspricht rund 30 kWh/m² pro Jahrzehnt oder knapp 3% des langjährigen Mittels. Die Dekadenmittel des Deutschen Wetterdienstes belegen denselben Verlauf: von rund 1.014 kWh/m² im Zeitraum 1983 bis 1990 auf rund 1.114 kWh/m² im Zeitraum 2011 bis 2020.

Als wesentliche Ursache gilt die abnehmende Luftverschmutzung. Weniger Aerosole und Schwefeldioxid in der Atmosphäre bedeuten klarere Luft und weniger Streuung, ein Effekt, den die Klimaforschung als „Brightening“ bezeichnet. Hinzu kommen Veränderungen in der Bewölkung. Wie sich beide Anteile genau aufteilen, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Für die Photovoltaik ist das eine gute Nachricht, aber kein Freibrief für optimistische Ertragsannahmen. Die Schwankung zwischen einzelnen Jahren ist größer als der Trend: Zwischen dem starken Jahr 2022 mit 1.227 kWh/m² und dem schwächeren 2024 mit 1.113 kWh/m² liegen 114 kWh/m². Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte daher mit dem langjährigen Mittel arbeiten und nicht mit dem Wert eines einzelnen Sonnenjahres.

Wie hoch ist die Globalstrahlung weltweit?

Die Globalstrahlung fällt weltweit sehr unterschiedlich hoch aus. Deutschland liegt im langjährigen Mittel bei 1.086 kWh/m², in den sonnenreichsten Gebieten der Erde kommen über 2.500 kWh/m² zusammen, und nördlicher oder wolkenreicher gelegene Regionen bleiben unter dem deutschen Wert. Den Spitzenwert hält das Altiplano der Atacama-Wüste in Chile, wo große Höhe, extrem trockene Luft und nahezu ständige Wolkenfreiheit zusammenkommen.

Ein Treiber ist die geografische Breite: Je näher am Äquator, desto steiler steht die Sonne und desto weniger Atmosphäre muss die Strahlung durchqueren. Mindestens so stark wirken Höhenlage und Trockenheit, weshalb die Spitzenwerte nicht am Äquator selbst liegen, sondern in hoch gelegenen Wüsten. Bewölkung und Dunst drücken die Werte.

Wer den Wert für ein bestimmtes Land oder einen konkreten Ort außerhalb Deutschlands sucht, findet ihn im Global Solar Atlas der Weltbank. Der Dienst zeigt langjährige Mittelwerte der Globalstrahlung weltweit auf der Karte und stellt Länderdatenblätter zum Herunterladen bereit.

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