Wärmepumpe im Winter: Funktion, Wirkungsgrad, Stromverbrauch

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 09/12/2023
Kategorie: Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist ein innovatives Heizsystem. Sie nutzt Energie aus der Umwelt und wandelt diese mithilfe von Strom in Wärmeenergie um. Doch funktioniert die Wärmepumpe auch im Winter? Auf diese Frage gehen wir in diesem Ratgeber ein und klären darüber auf, wie und warum die Wärmepumpe auch im Winter effizient arbeitet.

Fachfirma für Wärmepumpen gesucht? 

Jetzt den passenden Anbieter finden und bis zu 30% sparen!

Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Winter?

Eine Wärmepumpe funktioniert im Winter ähnlich wie im Sommer. Sie nutzt Luft, Erde oder Grundwasser als Wärmequelle. Die Temperaturen des Erdreichs und Grundwassers liegen ganzjährig zwischen 5 und 12 °C, daher ist die Leistung konstant. Die Luft ist hingegen stärkeren Temperaturschwankungen ausgesetzt, funktioniert aber bei Außentemperaturen bis -20 °C einwandfrei.

Warum funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter?

Wärmepumpen funktionieren auch im Winter, weil sie ein Kältemittel zur Wärmeaufnahme nutzen. Das Kältemittel hat einen geringeren Gefrierpunkt als Wasser, weswegen es auch bei Minustemperaturen Wärme aufnimmt. Die Wärmeaufnahme erfolgt im Verdampfer, wo das Kältemittel leicht verdampft. Anschließend wird es mithilfe eines Verdichters komprimiert, was das Kältemittel auf die gewünschte Vorlauftemperatur bringt.

Da im Winter weniger Wärme in den natürlichen Energiequellen vorhanden ist, nimmt das Kältemittel weniger Wärme auf. Somit arbeitet der Verdichter mit einer höheren Drehzahl, was wiederum den Stromverbrauch erhöht. Davon sind insbesondere Luftwärmepumpen aufgrund der großen Temperaturschwankungen der Luft betroffen.

Wärmepumpe im Winter

Wie effizient ist eine Wärmepumpe im Winter?

Wärmepumpen haben eine geringere Effizienz im Winter, was sich im Wirkungsgrad widerspiegelt. Dies macht sich hauptsächlich bei Luftwärmepumpen bemerkbar, da die Außenluft im Winter Minustemperaturen erreicht. Weil das Erdreich und das Grundwasser über das ganze Jahr in einem konstanten Temperaturfenster bleiben, arbeiten Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen auch im Winter effizient.

Reicht die Wärmepumpe allein im Winter aus?

Das hängt von der Betriebsart der Wärmepumpe ab. Beim monovalenten Betrieb hat die Wärmepumpe genügend Heizleistung, um auch im Winter den gesamten Wärmebedarf zu decken. Bei einem bivalenten Betrieb wird die Wärmepumpe mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert. Dieser kann eine Gasheizung, ein Heizstab oder ein erneuerbares System wie Photovoltaik oder Solarthermie sein.

Am häufigsten werden folgende Betriebsarten, abhängig vom Wärmepumpentyp, angewendet:

Art von WärmepumpeBetriebsart
Luft-Wasser-Wärmepumpebivalenter Betrieb mit Heizstab
Erdwärmepumpemonovalenter Betrieb
Wasser-Wasser-Wärmepumpemonovalenter Betrieb

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Winter?

Eine Wärmepumpe verbraucht im Winter durchschnittlich 1.350 bis 2.250 kWh Strom. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmeter entspricht das einem Stromverbrauch von etwa 15 bis 23 kWh am Tag. In den Monaten Dezember bis Februar macht die Wärmepumpe 50 % des gesamten jährlichen Stromverbrauchs aus.

Art von WärmepumpeStromverbrauch im Winter (Heizleistung = 7,5 kW)
Luft-Wasser-Wärmepumpe2.250 kWh
Sole-Wasser-Wärmepumpe1.700 kWh
Wasser-Wasser-Wärmepumpe1.350 kWh

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Winter?

Eine Wärmepumpe lohnt sich auch im Winter. Bei gleichem Wärmebedarf verbraucht eine herkömmliche Heizung mehr Energie als eine Wärmepumpe. Der folgende Vergleich stellt dies unter Beweis.

WärmepumpeGasheizung
Wärmebedarf, Winter10.000 kWh10.000 kWh
Wirkungsgrad400%90%
Energieverbrauch, Winter2.000 kWh / Strom11.100 kWh / Gas
Energiepreis0,30 €/kWh Strom0,10 €/kWh Gas
Energiekosten2.000 kWh * 0,30 €/kWh = 600 €11.100 kWh * 0,10 €/kWh = 1.110 €

Ist eine Wärmepumpe im Winter lauter als sonst?

Die Schallentwicklung ist nur bei Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Außenaufstellung oder bei Split-Wärmepumpen relevant. Im Durchschnitt liegt der Schalldruckpegel bei 45 dB. Bei Volllast kann der Schalldruckpegel auf 60 dB ansteigen, was der Lautstärke eines Gesprächs gleicht. Da die Luftwärmepumpe im Winter öfter unter Volllast arbeitet, ist sie im Winter durchschnittlich lauter als im Sommer.

Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe?

Füllen Sie das untere Formular aus und erhalten bis zu fünf Angebote von qualifizierten und geprüften Fachunternehmen für Wärmepumpen aus Ihrer Region - kostenlos und unverbindlich. Es dauert nur 2 Minuten. Durch den Vergleich sparen Sie bis zu 30 %.