Wärmepumpe-Außengerät: Vor- und Nachteile der Außenaufstellung

Anna Vöpel
Zuletzt aktualisiert: 03/06/2024
Kategorie: Wärmepumpe

Ein Wärmepumpe-Außengerät ist eine gute Option bei der Nachrüstung im Altbau. Doch nicht jede Wärmepumpe ist für die Außenaufstellung geeignet. Wir klären auf. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Wärmepumpen für den Außenbereich. 

Das Wichtigste zuerst

  • Wärmepumpen-Außengeräte gibt es nur als Luftwärmepumpen. Nur diese eignen sich für die Außenaufstellung.
  • Die größten Vorteile sind die einfache Installation sowie die Platzersparnis im Haus. 
  • Der Nachteil ist die Schallentwicklung sowie das etwas mühsame Verlegen der Rohrleitungen.
  • Wärmepumpen-Außengeräte kosten bis zu 16.000 € und sind teurer als Einheiten zur Innenaufstellung. 

Was ist ein Wärmepumpe-Außengerät?

Das Wärmepumpe-Außengerät bezeichnet in der Regel eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als Monoblock mit Außenaufstellung. Sie wird in unmittelbarer Nähe zum Haus platziert und nutzt die Außenluft als Wärmequelle. Somit ist sie eine Alternative zur klassischen Innenaufstellung von Wärmepumpen.

Wärmepumpe-Außengerät von Daikin

Wärmepumpe-Außengerät von Daikin (@daikin.de)

Was ist der Unterschied zwischen Außen- und Innenaufstellung?

Wärmepumpen-Außengeräte befinden sich im Außenbereich und können die Außenluft entsprechend direkt nutzen. Für Innengeräte müssen Sie eine Verbindung mit Lüftungsrohren zur Außenluft herstellen. Dafür sind Durchbrüche in der Gebäudehülle notwendig. 

Welche Wärmepumpen eignen sich als Außengerät?

Nur Luftwärmepumpen eignen sich als Außeneinheit. Hier haben Sie die Wahl zwischen einer Monoblock- oder Split-Wärmepumpe. Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen eignen sich nicht für die Außenaufstellung.

Welche Vorteile hat die Außenaufstellung einer Wärmepumpe?

Luftwärmepumpen mit Außeneinheit punkten mit einer einfacheren Installation, Platzersparnis im Haus und einem effizienteren Betrieb.

Einfache Installation

Wärmepumpen mit Außenaufstellung sind einfach und schnell zu installieren. Sie eignen sich besonders für die Nachrüstung einer Wärmepumpe im Altbau. Meist ist hier weder ausreichend Platz zur Aufstellung noch der Transport innerhalb des Gebäudes möglich. Die Außeneinheit ist eine oft gewählte Alternative.

Platzersparnis

Stellen Sie eine Monoblock-Wärmepumpe außen auf, benötigen Sie keinen Wärmeerzeuger im Haus. Sie sparen nicht nur Platz, sondern gewährleisten auch, dass keine Geräuschbelästigung entsteht. 

Gleichmäßige Versorgung mit Umgebungsluft

Weil die Luft-Wasser-Wärmepumpe im direkten Kontakt mit der Außenluft ist, ist ein gleichmäßiges Ansaugen über den Ventilator möglich. Das führt zu einer hohen Effizienz.

Weniger Störanfällig

Aufgrund der besseren Luftströmung sind Außeneinheiten weniger störanfällig. 

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Welche Nachteile hat die Außenaufstellung einer Wärmepumpe?

Die Installation einer Wärmepumpe im Freien hat einige Nachteile. Dazu gehören der Platzbedarf, die Geräuschentwicklung, das Verlegen von Leitungen und die generell höheren Anschaffungskosten.

Platzbedarf

Das Grundstück muss genügend Platz für das Außengerät bieten, das etwa 2 x 2 Meter groß ist. Gleichzeitig müssen Sie die Wärmepumpe an einem geeigneten Standort platzieren. Es darf weder zu nah noch zu weit entfernt vom Haus sein. Gleichzeitig müssen Sie aufgrund der Schallemissionen einen Mindestabstand von 3 Meter zu benachbarten Gebäuden einhalten.

Schallentwicklung

Die Luftwärmepumpe erzeugt einen Schallpegel von 50 bis 65 dB. Die Lautstärke nimmt ab, je weiter man sich vom Gerät entfernt. In drei Metern Entfernung sinkt sie auf unter 45 dB. Zum Vergleich: 60 dB entsprechen einer normalen Unterhaltung, während 45 dB dem Brummen eines Kühlschranks oder einer geflüsterten Unterhaltung entsprechen.

Verlegen von Rohrleitungen im Außenbereich

Ein Wärmepumpe-Außengerät erzeugt Wärme im Freien. Für die Wärmeverteilung werden Rohre im Erdreich verlegt, wodurch möglicherweise Wärmeverluste entstehen. Kürzere Rohrleitungen sind besser. Zudem müssen Sie für ausreichend Isolierung sorgen. 

Teurer in der Anschaffung

Wärmepumpe-Außengeräte sind etwa bis zu 15% teurer als eine Wärmepumpe für die Innenaufstellung. Grund ist die aufwändigere Verarbeitung, da die Komponenten witterungsbeständig sind.

Optik

Manche Hauseigentümer möchten kein großes, technisches Gerät in ihrem Garten haben und verstecken es daher oft hinter einer Hecke. Für eine ausreichende Luftversorgung ist es wichtig, dass die Öffnung des Gebläses frei bleibt.

Vor- und Nachteile eines Außengeräts im Überblick

Im Folgenden listen wir die Vor- und Nachteile eines Außengeräts zur besseren Übersicht auf:

Vorteile eines AußengerätsNachteile eines Außengeräts
einfache InstallationPlatzbedarf
PlatzersparnisSchallentwicklung
gleichmäßige VersorgungVerlegen von Rohrleitungen im Außenbereich
weniger Störanfälligteurer in der Anschaffung
Optik

Was kostet eine Wärmepumpe als Außengerät?

Der Preis für eine Wärmepumpe als Außengerät liegt bei 8.000 bis 16.000 €, je nach Leistung und Größe. Weitere 8.000 bis 12.000 € kommen für die Installation und Material hinzu. Somit betragen die Gesamtkosten für eine Wärmepumpe zur Außenaufstellung 16.000 bis 28.000 €.

Was ist der optimale Standort bei der Außenaufstellung?

Bei der Außenaufstellung sollte sich die Wärmepumpe möglichst nah zum Anschluss an die Heizungsanlage befinden. Je geringer der Abstand, desto kürzer die Rohrleitung und somit die Wärmeverluste. Gleichzeitig müssen Sie genügend Abstand zu Türen und Fenster sowie benachbarten Grundstücke einhalten. Wichtig ist, dass die Wärmepumpe ausreichend Platz zur Luftzirkulation bietet. 

Worauf sollte ich beim Wärmepumpen-Außengerät achten?

Auf folgende Punkte sollten Sie bei einer Außenaufstellung achten:

Abstand zum Nachbarn

Halten Sie einen Mindestabstand von drei Metern zu benachbarten Grundstücken oder Gebäuden ein, damit Sie Lärmbelästigung vermeiden. Empfehlenswert ist eine Ausrichtung zur Straße. Vermeiden Sie jedoch eine Aufstellung zu nah am Gehweg, da die Abluft unangenehm für Fußgänger ist.

Das richtige Fundament

Vergewissern Sie sich, dass das Fundament für Ihre Wärmepumpen-Außeneinheit stabil ist. Ein Betonsockel mit einer Dicke von zehn Zentimetern ist gut geeignet. Für eine ordnungsgemäße Installation muss er eben, glatt und horizontal sein.

Verkleidung

Sie können die Außeneinheit mit einer schalldämmenden Abdeckung versehen. Diese Abdeckungen sind aus Metall und haben Luftschlitze. Sie reduzieren nicht nur den Lärm, sondern werten auch das Aussehen der Wärmepumpe auf.

Ausrichtung

Bei der Aufstellung der Wärmepumpe müssen Sie die Hauptwindrichtung berücksichtigen. Sie sollten vermeiden, dass die Hauptwindrichtung direkt in der Ausblasöffnung weht. Ansonsten wird die ausgeblasene, kalte Luft wieder vom Ventilator angesaugt. Dieser thermische Kurzschluss mindert die Effizienz der Wärmepumpe.

Frei zugänglich für Installation und Wartung

Vermeiden Sie es, die Wärmepumpe zu verdecken oder in Büschen zu verstecken. Halten Sie sie für Wartungs- und Reparaturarbeiten leicht zugänglich. Dies verhindert zudem eine Behinderung des Luftstroms.

Welche Alternativen zur Außenaufstellung gibt es?

Alternativen zur Außenaufstellung sind die Innenaufstellung und Split-Wärmepumpen. Die Innenaufstellung eignet sich meist für Neubauten. Hier wird die Wärmepumpe von vornherein in der Planung berücksichtigt und verfügt über ausreichend Platz. Split-Wärmepumpen kommen zur Anwendung, wenn besonders viel Flexibilität zur Aufstellung notwendig ist.

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