Betriebskosten PV-Anlage: Höhe und Optimierungstipps (2021)

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 03/11/2021

Neben den Anschaffungskosten verursachen Solaranlagen auch laufende Kosten. In diesem Artikel erfahren Sie, was Betriebskosten sind und wie hoch sie ausfallen können. Zudem lernen Sie, wie Sie diese optimieren können. 

Das wichtigste zuerst

Höhe der Betriebskosten

Die Betriebskosten betragen in der Regel pro Jahr 1 bis 2 Prozent der Investitionskosten. 

Längere Amortisationszeit

Hohe Betriebskosten können die Amortisationszeit einer PV-Anlage um 6 bis 9 Monate verlängern. 

Fixkosten und variable Kosten

Die Betriebskosten einer PV-Anlage können in Fixkosten und variable Kosten unterteilt werden

Betriebskosten optimieren

Sparen Sie Betriebskosten, indem Sie in hochwertige Komponenten investieren und Versicherungen vergleichen. 

Was versteht man unter den Betriebskosten einer PV-Anlage?

Die Betriebskosten einer PV-Anlage sind Kosten, die für die langfristige Funktion der Photovoltaikanlage aufgebracht werden müssen. Sie umfassen beispielsweise Reparatur- und Wartungskosten, aber auch Rücklagen für Defekte und Kosten für Versicherungen. Als Richtwert kann bei Photovoltaikanlagen mit jährlichen Betriebskosten in Höhe von 1 bis 2 Prozent der Investitionskosten kalkuliert werden.

Was zählt zu den Betriebskosten einer Photovoltaikanlage?

Die exakte Abgrenzung der Betriebskosten einer Solaranlage ist nicht immer ganz einfach. Neben den bereits erwähnten Kosten für Reparaturen und Versicherungen zählen auch Reinigungskosten und Gebühren für die verwendeten Stromzähler dazu.

Die anfallenden Kosten können dabei in zwei Hauptkategorien eingeteilt werden: Fixkosten und variable Betriebskosten.

Fixe Betriebskosten fallen unabhängig von der tatsächlich realisierten Leistung der Anlage an. So müssen beispielsweise Kosten für die installierten Zähler unabhängig von der Höhe der in dem betreffenden Jahr erzielten Stromproduktion entrichtet werden. 

Demgegenüber sind sogenannte variable Kosten direkt von der Stromproduktion oder den Umweltbedingungen abhängig.

Fixe Betriebskosten

Variable Betriebskosten

PV-Versicherung

Wartungskosten

Stromzählergebühren

Reparaturen

-

Reinigung

Nicht zu den Betriebskosten gehören allerdings Steuerabgaben auf die mit der Solaranlage erzielten Gewinne - obwohl diese ebenfalls jährlich zu entrichten sind. Dies liegt darin, dass es sich hierbei nicht um Kosten im betriebswirtschaftlichen Sinne handelt. Denn in einer betriebswirtschaftlichen Kosten-Leistungs-Rechnung stehen Kosten immer konkret zuordenbare Leistungen, also ökonomische Erträge, gegenüber. Dieser Sachverhalt ist bei Steuerabgaben nicht gegeben, weshalb sie nicht als Kosten definiert werden. 

Wie hoch sind die Betriebskosten für Photovoltaik?

Insgesamt umfassen die Betriebskosten einer Solaranlage jährlich ungefähr 1 bis 2 Prozent der Investitionssumme. Bei einer Photovoltaikanlage mit 10 kWp Leistung und einem Nettopreis von 12.500 Euro sind das 125 bis 250 Euro pro Jahr. 

Kostenfaktor

Betriebskosten

10-kWp-Anlage

Kategorie

Häufigkeit

Versicherung

0,65%

78 Euro

Fixkosten

jährlich

Stromzähler

0,33 - 0,83%

40 bis 100 Euro

Fixkosten

jährlich

Wartung

0,30%

36 Euro

variable Kosten

alle 2 bis 4 Jahre

Reinigung

bis 0,5%

0 bis 125 Euro

variable Kosten

alle 1 bis 5 Jahre (optional)

Rücklage Reparatur

0,55%

66 Euro

variable Kosten

jährlich

Die Angaben sind lediglich eine grobe Indikation. Die tatsächlichen Kosten können davon abweichen. 

Beispielsweise fallen Kosten für die Befreiung der Anlage von Schnee nur dann an, wenn sich eine geschlossene Schneedecke über der Anlage gebildet hat. 

Am meisten sparen Sie mit einem guten Solarteur

Eine falsch installierte PV-Anlage ist die häufigste Ursache für Ausfälle, die viel Geld kosten. Vergleichen Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen dabei bis zu 30%.

Grafik Angebote

Fixe Betriebskosten einer PV-Anlage

Da fixe Betriebskosten unabhängig von der jeweiligen Stromproduktion sind, können sie für einzelne Jahre relativ präzise im Voraus geschätzt werden.

PV-Versicherung 

Für eine durchschnittliche Solaranlage fallen Versicherungskosten in Höhe von ungefähr 50 bis 150 Euro jährlich an.

Die entsprechende Versicherung sollte folgendes abdecken:

  • Umweltschäden durch Hagel
  • Blitzschlag oder Sturm
  • Kabelschäden durch Tierbisse 
  • Diebstahl beziehungsweise Vandalismus
  • Brandschäden

Insbesondere Brandschäden entstehen meist durch eine falsche Montage. Das vermeiden Sie, indem Sie einen guten Solarteur finden, der sein Fach versteht. 

Wenn bereits eine Wohngebäudeversicherung besteht, kann die Solaranlage häufig besonders günstig mitversichert werden. Außerdem sollte überprüft werden, ob die eigene Haftpflichtversicherung einspringt, wenn bei einem Brand der Anlage das Feuer auf ein benachbartes Gebäude übergreift.

Zählermiete

Um den Ertrag einer Photovoltaikanlage genau messen und abrechnen zu können, werden entsprechende Zweirichtungszähler benötigt. Dieser misst, wie viel Strom eingespeist und bezogen wird. 

Diese müssen vom Stromanbieter gemietet werden und sind ab einer jährlichen Gebühr von 20 Euro erhältlich. Sogenannte Smart-Meter kosten durchschnittlich zwischen 40 und 100 Euro pro Jahr.

Lesen Sie mehr zum Thema Zähler für Photovoltaik.

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, benötigt mehr Stromzähler als Otto Normalverbraucher. In diesem Artikel lernen Sie alles über Photovoltaik-Zähler. 

Mehr lesen

Variable Betriebskosten einer PV-Anlage

Die variablen Betriebskosten sind von den konkreten Umwelteinflüssen abhängig und damit größeren Schwankungen unterworfen als fixe Betriebskosten.

Wartungskosten

Solaranlagen gelten als relativ wartungsarm. Dennoch ist es ratsam, dass ein spezialisierter Fachbetrieb eine Wartung der PV-Anlage regelmäßig (alle 2-4 Jahre) durchführt.  

Bei einem solchen Check werden alle relevanten Teile wie die Photovoltaikmodule, Solarkabel, aber auch der Wechselrichter oder Zähleranschluss überprüft. Somit bleibt die Funktionsfähigkeit der Solaranlage auch langfristig gegeben. 

Für eine vom Fachmann durchgeführte Wartung muss mit Kosten in Höhe von 80 bis 200 Euro kalkuliert werden. Die genaue Höhe hängt dabei auch von der Dimensionierung der jeweiligen Anlage ab.

Reparaturen

Defekte sind immer ärgerlich. Werden sie nicht schnell behoben, kann ein Produktionsausfall schnell ins Geld gehen.

Um bei einem Defekt unverzüglich reagieren zu können, empfiehlt es sich, jährlich eine Summe von ungefähr 0,5 bis 0,6 Prozent der Investitionssumme als Rücklage zurückzulegen.

Insbesondere ein Austausch des Wechselrichters wird bei den meisten PV-Anlagen früher oder später fällig. Die meisten Wechselrichterhersteller geben zumeist nur eine Garantie von 10 Jahren für das Gerät, die Solaranlage aber über 20 Jahre lang genutzt wird.

Reinigung

In der Regel ist eine Photovoltaik Reinigung optional. Bei einem Neigungswinkel über 16° genügt in den meisten Fällen die Eigenreinigung durch Regen, um die PV-Anlage schmutzfrei zu halten. 

Bei Anlagen auf Flachdächern oder in Gebieten mit einer hohen Verschmutzung, beispielsweise in der Nähe von Agrarbetrieben, kann eine regelmäßige Reinigung der Solarmodule unter Umständen allerdings angebracht sein.

Die anfallenden Gesamtkosten betragen in den meisten Fällen zwischen 1 und 2,5 Euro pro Quadratmeter.

Erfahren Sie mehr über die Reinigung von PV-Anlagen:  

Eine PV-Anlage wird regelmäßig durch Umwelteinflüsse verunreinigt. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie sinnvoll eine Reinigung ist und liefern wertvolle Tipps. 

Mehr lesen

Laufende Kosten und die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage steht für viele Betreiber nicht im Vordergrund. Dennoch kann über den gesamten Nutzungszeitraum durchaus mit einer jährlichen Nettorendite von 3 bis 5 Prozent (ohne Abschreibungen) kalkuliert werden.

Innerhalb des Nutzungszeitraums können die Erträge und damit die Erlöse der Solaranlage kaum beeinflusst werden. Demzufolge stellen die Betriebskosten die vielversprechendste Stellschraube für den ökonomischen Erfolg der Anlage dar.

Liegen diese beispielsweise über 2 Prozent, reduzieren sie die Rendite der Anlage um mindestens 0,5 Prozent. In einem solchen Fall verschlechtert sich die Amortisationsdauer um 6 bis 9 Monate.

Betriebskosten optimieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die Betriebskosten einer PV-Anlage optimieren können. 

  • Vergleichen Sie verschiedene für PV-Versicherungen: Eine erste Anlaufstelle finden Sie bei Stiftung Warentest
  • Sparen Sie niemals am Wechselrichter: Investieren Sie in hochwertige Geräte (z. B. von Huawei, SMA oder SolarEdge). Dadurch können Reparaturkosten reduziert werden. 
  • Verzichten Sie auf die Reinigung der Solarmodule: Diese müssen nur bei großen Verschmutzungen gereinigt werden. 
  • Achten Sie auf die Kosten der Wartungsverträge und schließen keine überteuerten ab. 

Fazit zu Betriebskosten PV-Anlage

Die Betriebskosten einer PV-Anlage sind alle Kosten, die beim Betrieb einer Solaranlage über ihre gesamte Nutzungsdauer anfallen. Dazu zählen Reparaturen, Versicherungen, Zählermiete, Wartungskosten und Rücklagen für Defekte. Die Photovoltaik-Betriebskosten betragen ca. 1 bis 2 Prozent der Investitionssumme pro Jahr.  

Die Betriebskosten fallen in den ersten Jahren des Betriebs vergleichsweise gering aus. Schließlich nimmt der Verschleiß erst mit der Zeit zu. Daher sollten Sie früh über Rücklagenbildung nachdenken, um die Reparaturkosten abzufedern.

Aber auch ein Wartungsvertrag mit einem vertrauenswürdigen Solarteur kann eine sinnvolle Investition sein. Füllen Sie das Formular unten aus und wir verbinden Sie gerne mit geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.  

>