Einblasdämmung: Kosten, Wirtschaftlichkeit, Förderung

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 20/02/2022
Kategorie: Wärmedämmung

Eine Einblasdämmung ist einfach durchzuführen und wirkungsvoll. Doch die unterschiedlichen Einsatzgebiete und Verfahren machen die Kosten für die Einblasdämmung unübersichtlich. Wir klären auf!  

Das wichtigste zuerst

Breites Kostenspektrum

Eine Einblasdämmung kostet etwa 15 bis 65 Euro pro m². Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab. 

Förderung möglich

Eine Einblasdämmung wird gefördert. Zuschüsse oder günstige Kredite stehen zur Auswahl. 

Schnelle Amortisationszeit

Die Kosten einer Einblasdämmung amortisieren sich nach etwa 4 bis 5 Jahren

Hilfe vom Profi

Eine Einblasdämmung sollte vom Profi durchgeführt werden. Sonst drohen Schäden an der Bausubstanz. 

Einblasdämmung: Kosten im Überblick

Die Kosten einer Einblasdämmung liegen je nach Gebäudeteil zwischen 15 und 65 Euro pro m². Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus müssen sie folglich mit Kosten von etwa 1.000 bis 6.500 Euro für eine Einblasdämmung rechnen.  

EinblasdämmungVerfahrenKosten EinfamilienhausKosten je m2
Fassade (130m²)Kern-Einblasdämmung2.000 - 4.000€15 - 30€ pro m²
Dachdämmung (100m²)Dämmsacksystem5.000 - 6.500€50 - 65€ pro m²
Hartfaserplatten-System4.000 - 5.000€40 - 50€ pro m²
Flachdach (80m²)Kaltdach einblasen1.600 - 4.800€20 - 60€ pro m²
Geschossdecke (60m²)Begehbar2.400 - 3.600€40 - 60€ pro m²
Nicht-begehbar1.000 - 1.500€15 - 25€ pro m²
Kellerdecke (60m²)Vorhandener Hohlraum900 - 4.800€15 - 80€ pro m²
 

Die Ausgaben für Einblasdämmungen variieren, da das angewandte Verfahren, der eingesetzte Dämmstoff, der Arbeitsaufwand und die zu dämmenden Flächen ausschlaggebend für die Kosten sind.

Dennoch steht fest: Vergleicht man die verschiedenen Kosten einer Hausdämmung miteinander, gehört die Einblasdämmung zu den unkomplizierten und preiswerten Dämmmethoden.

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Kosten der Einblasdämmung bei einer Fassade

Die Einblasdämmung bei einer Fassade kostet 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Fassedenfläche von 130m² müssen Sie mit Gesamtkosten von 2.000 bis 4.000 Euro rechnen. 

So eine Hohlschichtdämmung (oder Kerndämmung) ist möglich, wenn das Haus über ein zweischaliges Mauerwerk verfügt. Besonders im Norden Deutschlands kommt diese Bauweise häufig vor. Im Neubau lässt sich die Dämmung mit Matten gut realisieren. In Altbauten ist die Variante mittels Einblasdämmung eine preiswerte Methode. 

Kosten der Einblasdämmung im Dach

Die Einblasdämmung im Dach kostet zwischen 40 und 65 Euro je Quadratmeter. Eine Dämmung mit Hartfaserplatten als Dämmstoff liegt bei 40 bis 50 Euro pro m². Alternativ kann das Dämmsacksystem für 50 bis 65 Euro je m² angewandt werden. Die Kosten der Einblasdämmung im Dach in einem Einfamilienhaus liegen bei 4.000 bis 6.500 Euro. 

Bei dieser Art Wärmedämmung werden die Hohlräume zwischen den Sparren mit Einblasdämmung gefüllt. Daher bezeichnet sie auch Zwischensparrendämmung. Beim Dämmsackverfahren wird ein Plastikschlauch angebracht und aufgepumpt. Anschließend wird die Einblasdämmung eingepumpt. Bei Neubauten können auch Hartfaserplatten verwendet werden. 

Kosten der Einblasdämmung bei einem Flachdach

Die Kosten für eine Einblasdämmung bei einem Flachdach liegen zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter. Eine beispielhafte Dachfläche von 80 Quadratmeter mit einer Einblasdämmung zu füllen würde demnach zwischen 1.600 bis 4.800 Euro kosten.

Bei der Durchführung wird bei einem Flachdach ein Loch gebohrt oder ein kleiner Dachbereich geöffnet und die Dämmung eingeblasen. Es sollte vorab geprüft werden, ob eine Dampfbremse angebracht ist. Wenn ja, dann kann meist der gesamte Hohlraum mit Wärmedämmung gefüllt werden. Wenn nein, dann sollte ein Teil des Hohlraums unbedingt für die Hinterlüftung vorgesehen werden. 

Kosten der Einblasdämmung im Dachboden (Geschossdecke)

Die Einblasdämmung des Dachbodens bzw. der obersten Geschossdecke kostet zwischen 15 und 60 Euro je m². Die Dämmung einer nicht begehbaren Decke kostet zwischen 15 und 25 Euro pro m². Für eine Einblasdämmung der begehbaren obersten Geschossdecke fallen Kosten zwischen 40 und 60 Euro je m² an.

Ist die Decke begehbar, muss geprüft werden, ob diese über Hohlräume verfügt. Wenn keine Hohlräume vorhanden sind, werden sie nachträglich ausgebaut.

Beide Methoden sind besonders bei Altbauten gut geeignet, um die gesetzlichen Regelungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an den Mindestdämmstandard zu erfüllen.

Kosten Einblasdämmung Dachboden

Einblasdämmung im Dachboden. Foto: Zimmerei Brönnecke GmbH

Kosten der Einblasdämmung einer Kellerdecke

Für die Einblasdämmung der Kellerdecke fallen Kosten in Höhe von 15 bis 80 Euro pro Quadratmeter an. Sind Hohlräume vorhanden, sind die Kosten mit 15 bis 25 Euro je m² gering. Müssen Hohlräume geschaffen werden, dann fallen 60 bis 80 Euro Kosten je m² an.

Die Dämmung der Kellerdecke kann mit dem Dämmverfahren der begehbaren Geschossdecke verglichen werden. Dabei werden die Hohlräume der Kellerdecke per Einblasmethode gefüllt. Sind keine Hohlräume vorhanden, so müssen diese nachträglich geschaffen werden. Das ist aufwendig und mit hohem Zeitaufwand verbunden und dementsprechend teuer. 

Wirtschaftlichkeit und Amortisation einer Einblasdämmung

Der Vorteil einer Einblasdämmung sind die preiswerten Ausgaben. Deshalb lohnt sich ein Einblasdämmverfahren aus finanzieller Sicht wesentlich früher als andere Dämmverfahren. 

WirtschaftlichkeitJahr 1Jahr 5Jahr 10
Strom + Ölheizung ohne Dämmung3.500€18.000€39.000€
Strom + Ölheizung mit Einblasdämmung der Fassade4.700€12.500€23.500€

Sie haben weniger Ausgaben für das Heizen mit Strom, Öl, Pellets oder Gas. Diese Kosteneinsparungen rechnen sich langfristig. Wenn Sie die Investitionskosten für eine Einblasdämmung den Energiekosteneinsparungen gegenüberstellen, dann amortisieren sich die Ausgaben meist nach etwa 4 bis 5 Jahren. Zudem agieren Sie nachhaltig und schonen die Umwelt. 

Förderung für eine Einblasdämmung

Die Kosten für eine Einblasdämmung müssen Eigenheimbesitzer nicht immer allein tragen. Der Staat greift Hauseigentümer unter die Arme, indem der Gesetzgeber staatliche Förderungen zur Verfügung stellt. Das senkt die Gesamtkosten und gestaltet die Dämmung mittels Einblasverfahren noch attraktiver. Sie haben die Wahl zwischen einem einmaligen Förderzuschuss oder einem Darlehen.

ProgrammArtFörderung für Einblasdämmung
BAFA BEG EMZuschuss20% der förderlichen Kosten von maximal 60.000 Euro (also höchstens 12.000€) Mit Individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich 5% Bonus (bis zu 3.000€)
KfW 262Kredit20% Tilgungszuschuss des Kreditbetrags (max. 60.000 €). Höchstens 12.000€ je Wohneinheit. Mit Individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich 5% Bonus (bis zu 3.000€)

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Zuschusszahlung in Höhe von 20 Prozent der Ausgaben. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Einblasdämmung neu eingebaut wird. Der Zuschuss kann sogar auf 25 Prozent der Kosten erhöht werden, wenn ein zertifizierter Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt hat.

Eine andere Möglichkeit ist ein Kredit mit günstiger Zinszahlung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt den Förderkredit mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent bereit. Sie können bis zu 12.000 Euro sparen, wenn Sie diese Förderung in Anspruch nehmen. 

Beachten Sie bei beiden Förderprogrammen, vor Baubeginn einen Antrag für die jeweilige Förderung zu stellen. Nachträglich ist kein Zuschuss oder Kredit möglich. Binden Sie einen zertifizierten Energieberater in Ihr Vorhaben ein. So können Sie die bestmögliche Förderung für Ihre Einblasdämmung geltend machen und viel Geld sparen.

Kosten einer Einblasdämmung - Fazit

Eine Einblasdämmung kostet je nach Einsatzgebiet zwischen 15 und 65 Euro je m². Bei einmal Einfamilienhaus entstehen dadurch Gesamtkosten von 1.000 bis 6.500 Euro abhängig davon, welches Bauteil Sie dämmen möchten

Begabte Hobby-Handwerker können in vielen Fällen selbst die Einblasdämmung durchführen. Wir raten davon ab und empfehlen die Dämmarbeiten von einem qualifizierten Fachmann durchführen zu lassen. Nur so haben Sie die Sicherheit, dass die gewünschte Dämmwirkung und Dämmwerte erreicht werden. 

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