Entladeleistung Stromspeicher: Das sollten Sie beachten

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 20/11/2022
Kategorie: Stromspeicher

Die Entladeleistung bei einem Stromspeicher gibt die Leistung in kW an, mit der ein Speicher entladen wird. Je höher die Entladeleistung, desto mehr Stromverbraucher können gleichzeitig mit dem Solarstrom versorgt werden. Das ist relevant, wenn beispielsweise abends mehrere Geräte, wie TV, Geschirrspüler, Elektroherd und Lampen, zur selben Zeit eingeschaltet werden. 

Neben der Entladeleistung gibt es auch die Ladeleistung. Diese gibt an, wie hoch die Leistung ist, mit der der Stromspeicher aufgeladen werden kann. Je größer die Ladeleistung, desto schneller wird die Batterie des Speichers durch die PV-Anlage aufgeladen. 

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Warum ist die Lade- und Entladeleistung der Speicher wichtig?

Große Stromkonsumenten wie eine Waschmaschine werden nur dann mit dem Solarstrom aus dem Speicher geladen, wenn die Entladeleistung groß genug ist. Ist die Leistung zu niedrig, wird der Strom aus dem Netz verwendet. Doch gerade bei diesen Geräten will man den günstigen Solarstrom nutzen, um möglichst viel an Stromkosten zu sparen. 

Die Entladeleistung eines Stromspeichers ist zudem relevant, wenn man viele kleinere Geräte mit dem Strom aus der Batterie versorgen will. Ist die Entladeleistung des PV-Speichers zu niedrig, kommt er bei einer Vielzahl von Geräten schnell an seine Grenzen. Dann können nicht alle Geräte mit dem gespeichertem Solarstrom versorgt werden, obwohl die Menge des PV-Stroms eigentlich ausreichend wäre. 

Zu großen Stromfressern gehören auch E-Autos. Wollen Sie ein  Elektroauto mit Solarstrom aus dem Speicher laden, sollten Sie einen  Speicher mit hoher Entladeleistung wählen. Je höher die Entladeleistung,  desto schneller wird das E-Auto geladen. 

Die Ladeleistung eines Stromspeichers ist dagegen wichtig, wenn Ihre PV-Anlage in kurzer Zeit viel Strom erzeugt und dieser nicht direkt verbraucht werden kann. So wird bei einer Südanlage der meiste Strom zur Mittagszeit erzeugt. Zu der Zeit wird aber in der Regel kaum Strom verbraucht.

Hat der Stromspeicher nun eine niedrige Ladeleistung, kann der erzeugte Strom nicht vollständig gespeichert werden. Das Laden dauert lange, sodass der restliche Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden muss.  

So finden Sie die optimale Lade- und Entladeleistung für Ihren Stromspeicher

Die Entladeleistung bei PV-Speichern hängt immer mit der Größe der Speicherkapazität zusammen. Kleinere Stromspeicher haben in der Regel eine geringere Entladeleistung als Speicher mit einer großen Batterie. Da jedoch auch der Preis des PV-Speichers mit der Größe steigt, sollte man nur wegen der Entladeleistung keinen zu großen Speicher kaufen.

Die Kosten eines Stromspeichers sollten sich rentieren und das ist nur dann der Fall, wenn Sie möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen. Achten Sie beim Kauf eines Stromspeichers deshalb auf folgende Punkte:

Als ersten Wert zur Bestimmung der Größe Ihres Stromspeichers können Sie sich an der Höhe Ihres jährlichen Stromverbrauchs orientieren. Wie viel Strom verbrauchen Sie im Jahr? Danach sollten Sie auf Ihr Verbrauchsverhalten schauen.

Wann verbrauchen Sie den meisten Solarstrom? Ist es vor allem am frühen Morgen oder abends, wenn eben keine Sonne scheint? Dann sollten Sie einen größeren Stromspeicher wählen, um möglichst viel Solarstrom selbst nutzen zu können. Verbrauchen Sie den meisten Strom eher am Tag, kann der Bedarf direkt von der PV-Anlage gedeckt werden und Sie können ein kleineres Speichermodell wählen.

Ausschlaggebend ist außerdem die Größe der Photovoltaikanlage. Ist die Speicherkapazität größer als die erzeugte Menge an Solarstrom, kann der Stromspeicher selten vollständig geladen werden. Erzeugt die PV-Anlage mehr Strom als gespeichert werden kann, muss der übrige Solarstrom gegen eine niedrige Einspeisevergütung eingespeist werden. So können Sie weniger Ihres eigenen erzeugten Stroms selbst nutzen.

Andere wichtige Kennzahlen für Stromspeicher einfach erklärt

Neben der Lade- und Entladetiefe des Stromspeichers gibt es noch weitere wichtige Kennzahlen, die Sie vor dem Kauf unbedingt wissen sollten. 

Speicherkapazität des Stromspeichers 

Die Speicherkapazität eines Stromspeichers, auch Nennkapazität genannt, gibt an, wie viel Strom bei der Aufladung maximal in der Batterie gespeichert werden kann. Die Angabe der Speicherkapazität wird in Kilowattstunden (kWh) gemacht. Für PV-Speicher in privaten Haushalten liegt die Speicherkapazität im Durchschnitt bei 5 bis 15 kWh.

Nutzbare Speicherkapazität 

Die nutzbare Speicherkapazität eines Batteriespeichers (kurz: Nutzkapazität) gibt an, wie viel des gespeicherten Solarstroms auch tatsächlich wieder verwendet werden kann. Die Nutzkapazität wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben und beträgt in der Regel 80 bis 95 % der gesamten Speicherkapazität des Stromspeichers. 

Die nutzbare Speicherkapazität ist niedriger als die gesamte Speicherkapazität, da die Batterie des Speichers nie vollständig entladen werden darf. Es muss immer eine Restladung bestehen. Andernfalls verkürzt sich die Lebenszeit der Batterie stark oder es droht eine dauerhafte Beschädigung des Stromspeichers. Die nutzbare Speicherkapazität kann deshalb auch mit der maximalen Entladetiefe gleichgesetzt werden, diese wird lediglich in Prozent angegeben.  

Anzahl der Ladezyklen 

Die Lebensdauer von Stromspeichern wird in Ladezyklen angegeben. Statt Jahren geben die Hersteller deshalb häufig an, wie viele Ladezyklen der PV-Speicher aushält. Ein Ladezyklus beschreibt immer das einmalige Laden, Speichern und Entladen der nutzbaren Batteriekapazität. Moderne Stromspeicher erreichen im Schnitt 5.000 bis 15.000 Ladezyklen. 

Da Stromspeicher häufig nicht zu 100 % geladen oder entladen werden können, gibt es auch sogenannte Teilzyklen. Wird die Batterie zum Beispiel zweimal nur bis zu 50 % geladen und wieder entladen, sind es zwei Teilzyklen. Diese kann man addieren und zu einem Vollzyklus zusammenfassen. Die Lebensdauer der Batterie geht immer von Vollzyklen aus. 

Stromspeicher, besonders die Batterie im Speicher, altern auch, wenn sie nicht genutzt werden. Grund dafür sind die chemischen Prozesse, die in der Batterie stattfinden. So nimmt die Leistung des Speichers über die Jahre hinweg ab. Die Garantie der meisten Hersteller beträgt deshalb eine Leistung von 80 % nach 10 bis 15 Jahren. 

Wirkungsgrad von Stromspeichern 

Der Wirkungsgrad eines Batteriespeichers gibt an, wie effizient der Speicher arbeitet. Beim Speichern und Umwandeln von Strom entstehen dabei immer Verluste. Der Wirkungsgrad beschreibt, wie viel Prozent des ursprünglich zugeführten Stroms nach der Speicherung noch zur Verfügung stehen. Beim Wirkungsgrad von PV-Speichern muss zwischen dem Batteriewirkungsgrad und dem Systemwirkungsgrad unterschieden werden. 

Der Batteriewirkungsgrad bezieht sich einzig auf die Leistung des Akkus. Übliche Werte für Lithium-Ionen-Speicher liegen bei 95 bis 98 %. Der Systemwirkungsgrad beschreibt die Effizienz des gesamten Systems. Er berücksichtigt die Umwandlungsverluste des Wechselrichters, den Betrieb des Batteriemanagementsystems und die Verluste bei der Speicherung. 

Die C-Rate

Ein weiterer wichtiger Wert neben der Entladeleistung ist die C-Rate. Sie beschreibt das Verhältnis der Entladegeschwindigkeit zur Speicherkapazität. Ein C-Wert von 1 bedeutet zum Beispiel, dass die Batterie des Speichers in einer Stunde entladen werden kann. Bei einem C-Wert von 2 erhöht sich die Geschwindigkeit auf 30 min und so weiter. 

Fazit 

Die Lade- und Entladeleistung eines Stromspeichers ist Indikator für die Zeit und Leistung, in der die Batterie voll geladen und wieder entladen werden kann. Sie wird immer in kW angegeben und zeigt an, wie viel Kilowatt an Strom maximal zur selben Zeit genutzt werden kann. 

Die Entladeleistung ist besonders wichtig, wenn der Solarstrom aus dem Stromspeicher große Geräte oder viele Geräte gleichzeitig versorgen soll. Analysieren Sie Ihren Stromverbrauch deshalb genau. Wann verbrauchen Sie wie viel Strom? Fachfirmen und Solarteure beraten Sie immer gerne zu Ihrer individuellen Situation. 

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