Photovoltaik Einspeisevergütung: Lohnt sich das noch?

Kai Janßen
Juli 15, 2021

Wenn Sie eine Solaranlage anschaffen möchten, dann müssen Sie sich auch mit der Einspeisevergütung auseinandersetzen. Aber was ist eine Einspeisevergütung überhaupt? Und was muss dabei beachtet werden? Alle notwendigen Informationen dazu erhalten Sie in diesem Artikel.

Was bedeutet Einspeisevergütung?

Bei der Einspeisevergütung handelt es sich um eine staatliche Vergütung beziehungsweise Förderung nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG), welche erhalten wird, wenn man überschüssigen Photovoltaikstrom in das öffentliche Stromnetz einspeist.

Berechnet wird diese Vergütung anhand der eingespeisten Kilowattstunden. Für jede eingespeiste Kilowattstunde gibt es einen festgelegten Betrag.

Der Gesetzgeber hat die Einspeisevergütung eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern. Durch die Einspeisevergütung ist es den Betreibern möglich, eine gewisse Planungssicherheit zu haben, da sie den festgelegten Betrag der Einspeisevergütung für die kommenden 20 Jahre erhalten werden.

So bestimmt sich die Höhe der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung beziehungsweise ihre Höhe wird immer wieder überprüft und entsprechend angepasst. Das Ziel ist, das Zubau-Tempo politisch steuern zu können.

Wenn der Zubau aus Sicht des Gesetzgebers zu langsam erfolgen würde, wäre eine Erhöhung der Einspeisevergütung die Konsequenz. Um den Zubau hingegen zu verlangsamen, wird die Einspeisevergütung dementsprechend gesenkt.

Bestandsanlagen sind von der Degression der Einspeisevergütung nicht betroffen. Es betrifft ausschließlich Neuinstallationen. Wenn einmal eine Einspeisevergütung zugesagt wurde, gilt dieser Wert für die nächsten 20 Jahre.

Zusätzlich dazu gilt auch, dass die Einspeisevergütung umso niedriger ausfällt, je größer die Anlage ist. Das ist dadurch bedingt, dass der Anschaffungspreis pro Kilowatt für große Anlagen niedriger ist als für kleine. Neben diesem Faktor wird bei der Einspeisevergütung aber auch zwischen Dachanlage und Freianlage unterschieden.

Über welche Eigenschaften Ihr Dach verfügen muss, um als guter Standort für eine Solaranlage gelten zu können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

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Auszahlung der Einspeisevergütung

Die Auszahlung erfolgt durch den jeweiligen Stromnetzbetreiber, dem das Netz gehört, an dem die Photovoltaikanlage angeschlossen ist. Der Netzbetreiber ist strikt an die, durch den Staat vorgegebene, Einspeisevergütung gebunden.

Wenn dieser den Strom weiterverkaufen möchte, macht er für gewöhnlich Verluste. Diese werden ihm von der EEG-Umlage zurückerstattet. Die EGG-Umlage hingegen erhält ihre Mittel von allen Haushalten und vielen Gewerbebetrieben, welche regelmäßige Gebühren entrichten müssen.

Lohnt sich eine Einspeisevergütung noch?

Die Einspeisevergütung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und somit auch ihre Attraktivität als Investitionsanlage. Sie reicht immer noch aus, um die Kosten zu decken, die Rendite ist aber mittlerweile auf einem geringen Niveau. 

Aus diesem Grund kann der Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms eine lohnenswerte Option sein. Denn während Sie bei der Einspeisung Ihres Solarstroms lediglich Ihre Kosten decken und eventuell einen kleinen Gewinn erzielen, sparen Sie bei jeder Kilowattstunde Solarstrom, die Sie selbst erzeugen.

Um den Strom einspeisen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Im Sommer 2021 lag der Strompreis bei 32 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig bekommen Sie als Einspeisevergütung 7,5 Cent pro Kilowattstunde. Da lohnt es sich darüber nachzudenken, ob Sie den teuren Strom der Energiebetreiber nicht durch Ihren eigenen ersetzen möchten.

Eine 100% Eigenverbrauchquote wird in der Praxis selten erzielt, den dann noch überschüssigen Strom müssen Sie aber nicht verschenken, sondern können diesen immer noch kostendeckend einspeisen. 

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