Solarstrom einspeisen: darauf müssen Sie achten

Kai Janßen
Juli 22, 2021

Solarenergie liegt nicht erst seit dem Klimawandel immer mehr im Trend. Mittlerweile sind immer mehr Solaranlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden zu finden.

Wenn viel Strom generiert wird, besteht die Möglichkeit, diesen in das Stromnetz einzuspielen.

Um den Strom einspeisen zu können, müssen einige gesetzliche und technische Voraussetzungen erfüllt werden. Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Gesetzliche Voraussetzungen und Schritte

Bereits im „Gesetz zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“ aus dem Jahr 1981 wurde festgelegt, dass Energieversorgungsunternehmen Strom aus regenerativen Energien nicht nur abnehmen, sondern den Anlagenbetreiber vergüten müssen. Das Gesetz wurde im Jahr 2000 vom Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) abgelöst, das bis heute gültig ist.

Mit dem besagten Gesetz besteht aktuell eine Rechtsgrundlage, welche Besitzer von Solaranlagen die Einspeisung von überschüssiger Energie in das Stromnetz ermöglicht.

Wenn Sie eine Solaranlage anschaffen möchten, dann müssen Sie sich auch mit der Einspeisevergütung auseinandersetzen. Aber was ist eine Einspeisevergütung überhaupt? 

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Antrag beim örtlichen Netzversorger

Damit Sie Solarstrom in das Stromnetz einspielen können, ist ein Anschluss nötig. Diesen müssen Sie beim örtlichen Stromanbieter beantragen. Der Antrag sollte vor der Installation der Anlage erfolgen. Dabei sollten Sie immer die höchstmögliche Nennleistung beantragen. Falls in der Zukunft der Wert nicht realisierbar ist, kann dieser später nach unten korrigiert werden.

Sollten Sie Hilfe benötigen, können Sie sich an Ihren zuständigen Energieversorger wenden. 

Acht Wochen für die Antragsprüfung

Der gestellte Antrag gilt gleichzeitig als Anmeldung zur Einspeisung von Energie ins Netz.

Der Energieversorger hat ab dem Zeitpunkt maximal acht Wochen Zeit, um den vollständigen Antrag zu prüfen. Innerhalb dieser Zeit muss eine sogenannte Netzverträglichkeitsprüfung abgeschlossen sein.

Ihnen als Anlagenbetreiber müssen spätestens nach diesen acht Wochen die Kosten und der Zeitpunkt für den Netzanschluss mitgeteilt werden.

Im Anschluss können Sie noch genauer planen, welche Kosten auf Sie zukommen und ab wann Sie frühestens Energie in das Stromnetz abgeben können.

Technische Voraussetzungen

Um Strom in das Stromnetz einspeisen zu können, wird nicht nur eine Solar- bzw. Photovoltaikanlage benötigt, sondern noch weiteres Zubehör. Dieses ist dringend erforderlich, damit eine Einspeisung in das Netz möglich ist.

Ein erster Schritt ist der Anschluss des Energieversorgers. Im Folgenden ist weiteres Zubehör aufgeführt, welches unbedingt für eine Einspeisung notwendig ist.

Netzeinspeisegerät (NEG)

Wechselrichter sma photovoltaik

Wechselrichter (Quelle: sma.de)

Die meisten Verbrauchern kennen das Gerät unter dem Namen Wechselrichter

Doch während ein klassischer Wechselrichter lediglich für die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom sorgt, ist das Einsatzgebiet von einem NEG viel umfangreicher. 

Ein Netzeinspeisegerät überwacht den Netzanschluss und kann bei Bedarf die Anlage vom öffentlichen Netz trennen. 

Darüber hinaus kontrolliert es Spannungs- und Frequenzabweichungen und erfasst Fehlströme. Dabei werden Betriebsdaten gespeichert und Fehlerbehebungen wiedergegeben.

All diese Aufgaben machen das NEG zu einem wichtigen Gerät, wenn es um die Einspeisung von Strom ins örtliche Stromnetz geht.

Einspeisezähler

Wie der Name bereits aussagt, misst der Einspeisezähler den Strom, welcher in das öffentliche Stromnetz abgegeben wird. Dadurch dient der Einspeisezähler gleichzeitig als Abrechnungsgrundlage für die spätere Vergütung.

In der Regel wird das Gerät vom Energieversorger zur Verfügung gestellt. Sie können sich zusätzlich noch ein Zweitgerät zur Kontrolle anschaffen. Ebenfalls ist es möglich, einen Zweirichtungszähler einzurichten. Dieser misst sowohl den Bezug als auch die Einspeisung von Strom. Er ist gegen eine Miete vom Energieversorger erhältlich.

Der Einspeisezähler ist das wichtigste Gerät, um festzustellen, wie viel Strom abgegeben und wie hoch am Ende die Vergütung sein wird. Für Sie als Stromerzeuger ist dies ein wichtiges Bauteil.

Einspeisemanagement

Das EEG-Gesetz sieht vor, dass jede Solaranlage mit einem Einspeisemanagement ausgestattet sein muss. Der Netzbetreiber kann dadurch jederzeit die Leistung minimieren, womit eine Überlastung der Stromnetze verhindert werden soll.

Sobald eine Spitzenleistung von 30 Kilowatt überschritten wird, muss besondere Technik eingebaut werden. Kleinere Anlagen können die Leistung im Voraus auf 70 Prozent drosseln.

Das sogenannte Einspeisemanagement ist ein wichtiges Bauteil, um die Überlastung der Stromnetze zu verhindern. Die Installation muss unbedingt von einem zugelassenen Elektroinstallateur erfolgen.

Solarstrom einspeisen - lohnt sich das?

Bereits seit Jahren sinkt die Einspeisevergütung, welche der Erzeuger für die Einspeisung von Solarstrom in das Stromnetz erhält. Im Jahr 2012 betrug diese noch 19,5 Cent pro Kilowattstunde. Im Jahr 2021 beträgt dieser Preis lediglich 8,16 Cent. Aufgrund der sinkenden Preise lohnt es sich kaum noch, den Strom einzuspeisen. Stattdessen ist es sinnvoller, den Strom selbst zu nutzen.

Sobald Ihre Anlage überschüssigen Strom erzeugt, sollten Sie diesen in einem Stromspeicher zwischenspeichern. Sobald dann weniger Strom erzeugt wird als benötigt, können Sie den fehlenden Strom aus dem Speicher verwenden.

Sie sollten immer genau durchrechnen, welche Variante für Sie auf Dauer lohnenswert ist. Bedenken sie hierbei, dass in den kommenden Jahren der Strompreis für die Einspeisung wahrscheinlich weiter sinkt. Hinzu kommen Kosten für die Installation der verschiedenen Geräte. Aber auch ein Stromspeicher ist in der Anschaffung mit Kosten verbunden. Diese gilt gegeneinander es abzuwägen.

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