Wärmepumpe mit Heizstab: Funktion, Einsatzgebiete und Praxistipps

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 25/03/2026
Kategorie: Wärmepumpe

Bei der Planung einer Wärmepumpe stellen sich viele Fragen: Sollte man sich für ein Modell mit Heizstab oder ohne entscheiden? Wann springt der Heizstab ein, ist er überhaupt sinnvoll und was gibt es zu beachten? Die Antworten überraschen – besonders wenn man weiß, wie selten die Zusatzheizung tatsächlich zum Einsatz kommt.

Das Wichtigste zuerst

  • Der Heizstab funktioniert wie ein Tauchsieder und heizt Wasser elektrisch auf.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen ihn als Zusatzheizung bei starkem Frost.
  • Erd- und Grundwasserwärmepumpen kommen in der Regel ohne Heizstab aus.
  • Der Heizstab sollte maximal 3% der jährlichen Heizenergie liefern.
  • Betreiber können den Zuheizer im Bedienmenü deaktivieren.
  • Ein Nachrüst-Set kostet inklusive Einbau insgesamt rund 200 bis 350 €.

Wie funktioniert ein Heizstab in einer Wärmepumpe?

Ein Heizstab ist ein elektrisches Heizelement, das Wasser durch Stromfluss direkt erwärmt – ähnlich wie ein Tauchsieder oder ein Wasserkocher. Er wird in den Pufferspeicher der Wärmepumpe oder den Warmwasserspeicher eingebaut. Bei Bedarf beheizt er dort den Speicher entweder unabhängig oder gemeinsam mit der Wärmepumpe. Die Steuerung der Wärmepumpe übernimmt das Ein- und Ausschalten automatisch.

Einsatzgebiete: Wann schaltet sich der Heizstab einer Wärmepumpe ein?

Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen einen Heizstab als elektrische Zusatzheizung. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen – in der Regel ab ca. –5 °C, dem sogenannten Bivalenzpunkt – kann die Wärmepumpe die benötigte Heizleistung nicht mehr allein erbringen. Der Heizstab springt dann unterstützend ein. Außerdem kommt er zum Einsatz, wenn Warmwasser zur thermischen Desinfektion auf über 70 °C erhitzt werden muss. 

Heizstäbe können auch bei Wärmepumpen mit Solarthermie zur Anwendung kommen. Diese Kombination kann die Betriebskosten einer Wärmepumpe senken. Sie kann ausschließlich zur Warmwasseraufbereitung oder zusätzlich als Unterstützung für die Heizung verwendet werden.

Erd- und Grundwasserwärmepumpen sind auf monovalenten Betrieb ausgelegt. Sie beziehen ihre Wärme aus dem Boden oder Grundwasser, das ganzjährig eine stabile Temperatur hat. Ein Heizstab ist hier normalerweise nicht nötig

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Ist ein Heizstab in einer Wärmepumpe sinnvoll?

Ein Heizstab ist sinnvoll, wenn Sie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe betreiben. Er sichert die Wärmeversorgung an besonders kalten Tagen und schützt die Anlage vor Frostschäden. Außerdem ermöglicht er die thermische Desinfektion des Trinkwassers. Wichtig ist eine korrekte Dimensionierung der gesamten Anlage. Ist die Wärmepumpe zu klein ausgelegt, läuft der Heizstab zu häufig – das senkt die Effizienz und erhöht die Betriebskosten spürbar.

Kann ich eine Wärmepumpe ohne Heizstab betreiben?

Erd- und Grundwasserwärmepumpen können Sie in der Regel ohne Heizstab betreiben. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen kommt es auf die Auslegung an. Ist die Anlage groß genug dimensioniert und das Gebäude gut gedämmt, kann der Heizstab in den meisten Fällen deaktiviert bleiben. Für die thermische Desinfektion des Trinkwassers ist der Heizstab in vielen Systemen dennoch eingebaut.

Wie kann ich bei einer Wärmepumpe die Zusatzheizung ausschalten?

Den Heizstab können Sie in der Regel direkt über das Bedienmenü der Wärmepumpenregelung deaktivieren. Je nach Hersteller finden Sie die entsprechende Einstellung unter Punkten wie „Zusatzheizung“, „Zuheizer“ oder „elektrische Nachheizung“. Dort lässt sich der Heizstab komplett sperren oder der Aktivierungspunkt auf eine sehr niedrige Außentemperatur verschieben. Eine Deaktivierung empfiehlt sich bei Erd- und Grundwasserwärmepumpen. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sollten Sie den Heizstab nur nach Rücksprache mit einem Fachbetrieb abschalten.

Wie oft sollte der Heizstab in einer Wärmepumpe zum Einsatz kommen?

Der Heizstab sollte so selten wie möglich zum Einsatz kommen. Als Richtwert gilt: Sein Anteil an der jährlich erzeugten Wärme sollte nicht mehr als 3% betragen. Alles darüber ist ein Zeichen dafür, dass die Anlage falsch eingestellt, falsch dimensioniert oder defekt ist.

Werfen wir einen Blick in die Praxis: Der Heizstab arbeitet in Wärmepumpen nur sehr selten, wie das Fraunhofer ISE zeigt. In ihrem Forschungsprojekt „WP-QS im Bestand“ von 2025 übernahm der Heizstab bei den untersuchten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Schnitt nur 1,3% der Jahresheizarbeit. Im Vorgängerprojekt waren es 1,9%. Nur bei falsch eingestellten Wärmepumpen, Defekten oder zur Legionellenvermeidung wurde der Heizstab in relevantem Maße eingesetzt. Bei Erdwärmepumpen betrug der Heizstabeinsatz nahezu 0%.

Was tun, wenn der Zuheizer einer Wärmepumpe ständig läuft?

Läuft der Heizstab ständig, ist das ein deutliches Warnsignal. Die häufigsten Ursachen und Maßnahmen im Überblick:

  • Falsche Parametrierung: Der Bivalenzpunkt oder die Heizkurve ist falsch eingestellt. Ein Fachbetrieb sollte die Regelung überprüfen und optimieren.
  • Zu kleine Wärmepumpe: Wenn die Anlage den Wärmebedarf des Gebäudes nicht decken kann, springt der Heizstab dauerhaft ein. Hier ist eine Überprüfung der Heizlastberechnung nötig.
  • Defekt oder Störung: Eine fehlerhafte Wärmepumpe übergibt die Heizlast automatisch an den Heizstab. Fehlercodes im Bedienmenü geben oft Hinweise.
  • Schlechte Dämmung des Gebäudes: Ein hoher Wärmeverlust erhöht den Bedarf dauerhaft. Dämmmaßnahmen können helfen, den Heizstabbetrieb zu reduzieren.
  • Legionellenschutzschaltung zu häufig aktiv: Ist das Programm zur thermischen Desinfektion zu oft eingestellt, läuft der Heizstab unnötig häufig. Überprüfen Sie die Intervalle in der Steuerung.

Wie viel Strom verbraucht der Heizstab einer Wärmepumpe?

Der Heizstab einer Wärmepumpe wandelt Strom 1:1 in Wärme um und ist deshalb deutlich ineffizienter als die Wärmepumpe selbst. Der zusätzliche Stromverbrauch ist aber sehr gering, weil sich der Heizstabbetrieb bei korrekter Einstellung der Wärmepumpe auf wenige Tage im Jahr beschränkt.

Was kostet ein Heizstab für die Wärmepumpe?

Die Gesamtkosten zur Nachrüstung eines Heizstabs für eine Wärmepumpe liegen zwischen 200 und 350 €. Das Gerät selbst kostet je nach Leistung etwa 100 bis 250 €. Die Installationskosten durch einen Fachbetrieb betragen rund 100 €. Wenn Sie einen Heizstab speziell für den Betrieb mit einer Photovoltaikanlage nachrüsten möchten, kostet ein komplettes PV-Heizstab-Set rund 500 bis 1.000 €.

Bei hartem Wasser verkalkt der Heizstab schneller, besonders wenn er regelmäßig auf 70 °C heizt. Stark verkalkte Heizstäbe müssen ersetzt werden, was die Gesamtkosten der Wärmepumpe erhöht.

Sollte ich Warmwasser mit einer Wärmepumpe oder einem Heizstab erzeugen?

Warmwasser sollten Sie in der Regel mit der Wärmepumpe erzeugen. Sie arbeitet mit einem Wirkungsgrad von weit über 100% und verbraucht für die gleiche Wärmemenge deutlich weniger Strom als ein Heizstab. Den Heizstab sollten Sie nur für die thermische Desinfektion oder als Reserve bei einem Ausfall der Wärmepumpe einsetzen. Eine Ausnahme gilt, wenn Sie PV-Überschussstrom nutzen können. Dann ist eine Kombination aus Photovoltaik und Heizstab zur Warmwasserbereitung eine sinnvolle und kostengünstige Ergänzung.

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