Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe: Tabelle & realistische Werte

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 09/07/2026
Kategorie: Wärmepumpe

Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe: Das Wichtigste zuerst

Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe:
Das Wichtigste zuerst

  • Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom über ein ganzes Jahr erzeugt. Sie ist das wichtigste Effizienzmaß im echten Betrieb.
  • JAZ 4 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die Zahl, desto weniger Strom kostet das Heizen.
  • Realistisch liegt die JAZ je nach Wärmepumpentyp zwischen rund 2,5 und 5: Luft-Wasser meist bei rund 3, Erdwärme bei rund 4, Wasser-Wasser bei bis 5.
  • Als gut gilt eine JAZ ab etwa 4, als solide Werte gelten 3 bis 4. Unter 2,5 arbeitet die Wärmepumpe unwirtschaftlich.
  • Die JAZ entscheidet über Ihre Stromkosten und ist auch für die staatliche Förderung relevant.

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Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Wärmepumpe?

Die Jahresarbeitszahl (auch Arbeitszahl genannt) ist das Verhältnis aus abgegebener Wärme zu aufgenommener elektrischer Energie - gemessen über ein komplettes Betriebsjahr. Sie beschreibt, wie effizient eine Wärmepumpe aus Strom Heizwärme herstellt.

Ein Beispiel: Eine JAZ von 4,0 bedeutet, dass die Wärmepumpe aus 1 Kilowattstunde Strom rund 4 Kilowattstunden Wärme erzeugt. Je höher die JAZ, desto weniger Strom verbraucht die Anlage für dieselbe Wärmemenge und umso niedriger sind die Heizkosten sowie die CO₂-Belastung.

Wichtig: Die JAZ lässt sich erst nach der Inbetriebnahme exakt bestimmen, weil sie den realen Betrieb über ein Jahr abbildet - inklusive Warmwasser, Außentemperaturen und Hilfsenergie für Pumpen. Vorab lässt sie sich nur rechnerisch abschätzen.

Jahresarbeitszahl Wärmepumpe Prinzip JAZ als Verhältnis - links 1 kWh Strom hinein rechts 4 Wärme heraus dazwischen

JAZ-Tabelle: realistische Werte je Wärmepumpentyp

Welche Jahresarbeitszahl realistisch ist, hängt vor allem von der Wärmequelle ab. Je konstanter und wärmer die Quelle, desto höher die JAZ. Die folgende Tabelle zeigt realistische Richtwerte für die vier gängigen Wärmepumpenarten:

Art der WärmepumpeRealistische Jahresarbeitszahl
Luft-Luft-Wärmepumpe2,5 bis 3,5
Luft-Wasser-Wärmepumpe3,0 bis 4,0
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)3,5 bis 4,5
Wasser-Wasser-Wärmepumpe4,0 bis 5,0

Die Spannen zeigen: Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am weitesten verbreitet. Sie erreichen im Alltag meist eine JAZ um 3 bis 4, weil die Außenluft im Winter kalt und schwankend ist. Erdwärme- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen das ganzjährig gleichmäßig temperierte Erdreich oder Grundwasser und erreichen deshalb höhere Werte. Luft-Luft-Wärmepumpen liegen am unteren Ende, sind dafür aber günstiger. Einen ausführlichen Überblick über die einzelnen Bauarten finden Sie in unserem Ratgeber über Wärmepumpenarten.

Was ist eine gute bzw. realistische Jahresarbeitszahl?

Als gut gilt eine JAZ ab etwa 4. Das Umweltbundesamt bezeichnet Werte von 4,0 oder höher als ideal. Bei Luft-Wärmepumpen wird dieser Wert allerdings nur unter günstigen Bedingungen erreicht. Eine JAZ von 3 bis 4 ist solide und für viele Bestandsgebäude realistisch. Unter 2,5 arbeitet eine Wärmepumpe unwirtschaftlich.

Wichtig ist der Unterschied zwischen theoretischem und real gemessenem Wert: Herstellerangaben und Berechnungen fallen oft höher aus als die JAZ im Alltag. Feldstudien des Fraunhofer ISE in echten Wohngebäuden zeigen für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel rund 3,1 bis 3,4 und für Erdwärmepumpen rund 4,0 bis 4,3 - über alle untersuchten Anlagen reichte die Spanne von 2,6 bis 5,4.

Auch im Altbau lassen sich damit gute Werte erreichen: Die Feldmessungen belegen, dass Wärmepumpen dort effizient laufen, ohne dass ein Gebäude vollständig auf Neubaustandard saniert sein muss. Entscheidend ist eine passende Auslegung - dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Was beeinflusst die JAZ - und wie verbessert man sie?

Die Jahresarbeitszahl ist kein fester Gerätewert, sondern hängt stark von Einbau und Betrieb ab. Folgende Faktoren sind entscheidend:

  • Wärmequelle: Erdreich und Grundwasser liefern im Gegensatz zur Außenluft konstante Temperaturen und heben die JAZ.
  • Vorlauftemperatur: Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ. Eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) arbeitet deutlich effizienter als kleine, alte Heizkörper mit hoher Vorlauftemperatur.
  • Gebäudedämmung: Ein gut gedämmtes Haus braucht weniger und niedriger temperierte Wärme - das steigert die JAZ. Im ungedämmten Altbau fällt sie tendenziell niedriger aus.
  • Warmwasseranteil: Warmwasser braucht höhere Temperaturen als die Raumheizung und senkt die JAZ leicht.
  • Einstellung und hydraulischer Abgleich: Eine korrekt eingestellte Heizkurve und ein hydraulischer Abgleich holen ohne bauliche Maßnahmen spürbar mehr Effizienz heraus.

Wer die JAZ verbessern will, senkt dementsprechend vor allem die Vorlauftemperatur (größere Heizflächen, gute Dämmung) und lässt die Anlage fachgerecht einregulieren. Auch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage senkt die Stromkosten - sie erhöht zwar nicht die JAZ selbst, macht den Betrieb aber günstiger.

JAZ, COP und SCOP: Was ist der Unterschied?

Neben der Jahresarbeitszahl begegnen Ihnen zwei weitere Kennzahlen. Der Unterschied liegt darin, was und über welchen Zeitraum gemessen wird:

  • JAZ: die real gemessene Effizienz der gesamten Anlage über ein Betriebsjahr, inklusive Hilfsenergie - der Praxiswert.
  • COP (Coefficient of Performance): ein Laborwert für einen einzelnen Betriebspunkt (zum Beispiel A2/W35: 2 °C Außenluft, 35 °C Vorlauf). Er zeigt die Momentan-Effizienz des Geräts unter Normbedingungen.
  • SCOP (Seasonal COP): der über eine genormte Heizsaison gemittelte COP - ebenfalls ein standardisierter Wert, kein Messwert Ihrer Anlage.

Merksatz: COP und SCOP beschreiben das Gerät im Labor, die JAZ Ihre Anlage im echten Betrieb. Deshalb ist die JAZ meist etwas niedriger als der vom Hersteller angegebene COP. Mehr dazu im Ratgeber über COP der Wärmepumpe.

Wie wird die JAZ berechnet?

Die Grundformel ist einfach: JAZ = abgegebene Wärmemenge (kWh) ÷ aufgenommener Strom (kWh) über ein Jahr. Beide Werte lassen sich mit einem Wärmemengen- und einem Stromzähler direkt an der Anlage ablesen - der exakte Wert steht folglich erst nach zwölf Betriebsmonaten fest.

Vor dem Kauf lässt sich die zu erwartende JAZ rechnerisch abschätzen, üblicherweise nach dem Verfahren der VDI 4650. Diese Prognose erstellt in der Regel ein Fachbetrieb oder eine Energieberatung. Wie Sie die JAZ Schritt für Schritt selbst berechnen und welche Einflussgrößen einfließen, lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber Jahresarbeitszahl berechnen.


Häufige Fragen zur Jahresarbeitszahl

Was ist eine gute JAZ bei einer Wärmepumpe?

Als gut gilt eine Jahresarbeitszahl ab etwa 4. Werte zwischen 3 und 4 sind solide und im Bestand üblich, unter 2,5 ist der Betrieb unwirtschaftlich. Das Umweltbundesamt nennt 4,0 und höher als ideal.

Welche JAZ hat eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Im Alltag erreicht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe realistisch eine JAZ von rund 3 bis 4. In Feldstudien liegt der Mittelwert bei etwa 3,1 bis 3,4, weil die Außenluft im Winter kalt ist. Mit niedriger Vorlauftemperatur und guter Dämmung sind höhere Werte möglich.

Welche Wärmepumpe hat die höchste JAZ?

Die höchsten Werte erreichen Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit bis zu rund 5, gefolgt von Erdwärmepumpen (rund 3,5 bis 4,5). Sie nutzen das ganzjährig gleichmäßig temperierte Grundwasser bzw. Erdreich als Wärmequelle.

Ist eine JAZ von 5 realistisch?

Eine JAZ von 5 ist nur bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen unter guten Bedingungen realistisch. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist ein solcher Wert im Alltag unüblich - hier sind 3 bis 4 die realistische Größenordnung.

Welche JAZ brauche ich für die Förderung?

Für die staatliche Förderung (BEG) muss ein Fachbetrieb vor dem Antrag eine ausreichende rechnerische JAZ nachweisen. Als Richtwert gilt mindestens 3 (Stand 2026). Berechnet wird sie nach dem genormten Verfahren der VDI 4650.

Fazit

Die Jahresarbeitszahl ist die wichtigste Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe: Sie zeigt, wie viel Wärme pro Kilowattstunde Strom entsteht, und entscheidet damit über Heizkosten und Wirtschaftlichkeit. Realistisch liegt sie je nach Typ der Wärmepumpe zwischen rund 2,5 und 5, gute Anlagen erreichen 4 oder mehr. Wer beim Neubau oder der Sanierung auf niedrige Vorlauftemperaturen, eine passende Wärmequelle und eine saubere Einregulierung achtet, holt das Maximum heraus. Für die konkrete Auslegung und einen belastbaren JAZ-Nachweis ist die Beratung durch einen Fachbetrieb für Wärmepumpen der richtige Schritt.

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