Wärmepumpen-Arten im Vergleich: Welche Art passt zu welchem Haus?

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 07/08/2026
Kategorie: Wärmepumpe

Wärmepumpen-Arten: Das Wichtigste zuerst

Wärmepumpen-Arten:
Das Wichtigste zuerst

  • Im Vergleich stehen vier Wärmepumpen-Arten für Wohngebäude: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe, Wasser-Wasser-Wärmepumpe und Luft-Luft-Wärmepumpe.
  • Die Bezeichnung jeder Wärmepumpen-Art nennt zuerst die Wärmequelle und dann das Medium, an das die Anlage die Wärme abgibt.
  • Die Wärmequelle entscheidet über die Effizienz. Je wärmer und konstanter sie ist, desto weniger Strom verbraucht die Wärmepumpe.
  • Im Gebäudebestand hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE für Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen zwischen 2,5 und 3,8 gemessen, im Mittel 3,1. Erdreich-Wärmepumpen kamen auf 3,3 bis 4,7 bei einem Mittelwert von 4,1.
  • Eine pauschal beste Wärmepumpen-Art gibt es nicht. Über die Wahl entscheiden drei Faktoren: Grundstück, Wärmebedarf des Hauses und die nötige Vorlauftemperatur.
  • Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die mit Abstand häufigste Art. Sie kam im Jahr 2025 nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe auf 95 Prozent Marktanteil.

Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?

Vier Arten von Wärmepumpen sind in Wohngebäuden verbreitet: Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser und Luft-Luft. Sie unterscheiden sich in der Wärmequelle, die sie nutzen.

Die Bezeichnung folgt einem festen Muster. Der erste Teil benennt die Wärmequelle, der zweite das Übertragungsmedium im Haus. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht folglich der Außenluft Wärme und gibt sie an das Heizungswasser ab. Wer nach Wärmepumpen-Typen oder Bauarten sucht, meint in aller Regel genau diese Einteilung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luftwärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle und überträgt die Energie auf das Heizungswasser. Ein Ventilator saugt Außenluft an und führt sie über den Verdampfer.

Diese Art ist am einfachsten zu erschließen. Es ist keine Bohrung, keine Genehmigung und keine freie Grundstücksfläche notwendig. Der Preis dafür ist eine schwankende Quellentemperatur. An kalten Wintertagen sinkt die Effizienz - also genau dann, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist.

Bei der Bauform unterscheiden Fachleute zwischen Monoblock und Split. Beim Monoblock sitzt der gesamte Kältekreis in einem Gerät. Ein Split-Gerät verteilt ihn auf eine Außen- und eine Inneneinheit.

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Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe holt ihre Wärme aus dem Erdreich und heißt deshalb auch Erdwärmepumpe. In den Erdwärmeübertragern zirkuliert ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Dieses Gemisch heißt Sole.

Das Erdreich hält laut Verbraucherzentrale ganzjährig eine relativ konstante Temperatur von etwa 7 bis 13 Grad Celsius. Genau daraus entsteht der Effizienzvorteil dieser Wärmepumpen-Art. Für die Erschließung gibt es drei Wege:

  • Erdkollektoren liegen flach in rund 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe. Sie erfordern eine große, unversiegelte Fläche, die später nicht bebaut werden darf.
  • Erdwärmekörbe nutzen ebenfalls oberflächennahe Wärme, benötigen aber weniger Fläche als Kollektoren.
  • Erdwärmesonden reichen senkrecht bis zu 100 Meter tief. Sie sind platzsparend und erfordern eine Bohrung samt behördlicher Genehmigung.
Sole-Wasser-Wärmepumpe Erdwärme über Sole aufnehmen Verdampfer übertragen Verdichter Temperatur anheben

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Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Grundwasser ist die wärmste und stabilste der drei Quellen. Die Verbraucherzentrale nennt eine ganzjährig konstante Temperatur von 8 bis 12 Grad Celsius.

Der Betrieb benötigt zwei Brunnen. Der Förderbrunnen bringt das Grundwasser zur Wärmepumpe, der Schluckbrunnen führt das abgekühlte Wasser zurück ins Erdreich. Diese Wärmepumpen-Art ist deshalb an harte Bedingungen geknüpft. Nötig sind eine wasserrechtliche Genehmigung und ausreichend Grundwasser in geeigneter Qualität und Tiefe.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe Grundwasser fördern Wärme Verdampfer entziehen Verdichter Temperatur anheben

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Luft-Luft-Wärmepumpe gibt die gewonnene Wärme direkt an die Raumluft ab. Sie kommt ohne wasserführendes Heizsystem aus und braucht deshalb weder Heizkörper noch Rohre.

Diese Art hat eine klare Grenze. Warmwasser kann sie nicht bereiten, dafür ist ein zweites Gerät nötig. Sinnvoll ist sie vor allem in sehr gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf. Viele Geräte können im Sommer aktiv kühlen.

Wärmepumpen-Arten im Vergleich: Wo liegen die Unterschiede?

Im Vergleich liegen die Unterschiede der Wärmepumpen-Arten in vier Punkten: Temperatur der Wärmequelle, Aufwand für die Erschließung, Platzbedarf und Genehmigungspflicht. Alles andere folgt aus diesen Faktoren.

MerkmalLuft-WasserSole-WasserWasser-WasserLuft-Luft
WärmequelleAußenluftErdreichGrundwasserAußenluft
Wärme geht anHeizungswasserHeizungswasserHeizungswasserRaumluft
Quellentemperaturschwankt mit dem Wetteretwa 7 bis 13 °Cetwa 8 bis 12 °Cschwankt mit dem Wetter
Gemessene Jahresarbeitszahl im Bestand2,5 bis 3,8 (Mittel 3,1)3,3 bis 4,7 (Mittel 4,1)nicht gesondert gemessennicht gesondert gemessen
Erschließungohne ErdarbeitenGrabung oder Bohrungzwei Brunnenohne Erdarbeiten
Genehmigungkeinebei Bohrung erforderlichwasserrechtlich erforderlichkeine
Warmwasserjajajanein
Kühlenaktiv möglichpassiv möglichpassiv möglichaktiv möglich

Die Jahresarbeitszahl ist die aussagekräftigste Kennzahl im Vergleich. Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Anlage aus einer Kilowattstunde Strom über ein ganzes Jahr erzeugt. Die Werte in der Tabelle stammen aus der Feldstudie „WPsmart im Bestand“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Ausgewertet wurden 29 Luft-Wasser- und zwölf Erdreich-Anlagen in bestehenden Wohngebäuden im Messjahr Juli 2018 bis Juni 2019 (Fraunhofer ISE). Die Mittelwerte lassen einzelne Ausreißer nach oben und unten außen vor.

Zwei Einschränkungen gelten für diese Zahlen. Erstens stammen sie aus Bestandsgebäuden – moderne Geräte in gut gedämmten Häusern liegen darüber. Zweitens umfasste die Auswertung nur zwölf Erdreich-Anlagen. Für Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen liegen aus dieser Studie keine eigenen Werte vor.

Der Effizienzvorsprung der Erdwärmepumpe hat einen Preis. Erdarbeiten und Bohrungen sind kostspielig und setzen ein geeignetes Grundstück voraus. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe dreht das Verhältnis um. Sie ist überall installierbar und dafür im Betrieb teurer. Wie sich das in Zahlen niederschlägt, zeigt der Vergleich der Wärmepumpe-Kosten.

Ein Punkt geht in Vergleichstabellen oft unter: Die Vorlauftemperatur des Heizsystems wirkt stärker auf die Effizienz als die Wahl der Wärmepumpen-Art. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel eine Vorlauftemperatur unter 55 Grad Celsius. Wer diesen Wert durch größere Heizflächen senkt, gewinnt mehr als durch den Wechsel von Luft auf Erdreich.

Welche Art von Wärmepumpe ist die beste?

Eine pauschal beste Wärmepumpen-Art gibt es nicht. Über die beste Wahl für Ihr Haus entscheiden vier Kriterien: Grundstück, Genehmigungslage, Vorlauftemperatur und Budget. Am effizientesten arbeiten die Arten mit der wärmsten und konstantesten Quelle. Das sind Grundwasser und Erdreich. In der Praxis scheitern beide Optionen jedoch oft an den Grundstücksgegebenheiten oder der Genehmigung.

Vier Kriterien beeinflussen die Wahl:

  1. Grundstück. Ohne ausreichend unversiegelte Fläche oder Bohrerlaubnis fallen Sole-Wasser und Wasser-Wasser aus.
  2. Genehmigungslage. Grundwasserwärmepumpen brauchen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Ob die Behörde sie erteilt, hängt vom Standort und vom Schutzstatus des Gebiets ab.
  3. Vorlauftemperatur. Je niedriger sie liegt, desto besser arbeitet jede Wärmepumpe. Hohe Vorlauftemperaturen sprechen für größere Heizflächen oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe.
  4. Budget. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe punktet mit den geringsten Anschaffungskosten. Erdgekoppelte Anlagen kosten in der Anschaffung mehr und gleichen das über niedrigere Stromkosten langsam wieder aus.

Im Neubau steht meist das ganze Spektrum offen. Grundstück und Heizflächen lassen sich planen, deshalb ist eine erdgekoppelte Anlage dort oft die wirtschaftlich beste Wahl. Im Bestandsgebäude ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der Normalfall, weil das Grundstück selten passt und der Eingriff kleiner bleibt. Welche Art im Altbau tatsächlich sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber zur besten Wärmepumpe für den Altbau.

Die Entscheidung für einen konkreten Fall hängt von mehr als nur der Art ab. Eine Auswahl nach Budget, Fläche, Kühlbedarf und Warmwasser bietet die Übersicht Welche Wärmepumpe passt.

Welche weiteren Bauarten von Wärmepumpen gibt es?

Neben den vier Hauptarten gibt es fünf weitere Bauarten von Wärmepumpen. Sie lösen jeweils ein enges Problem und ersetzen die Hauptarten nicht.

  • Warmwasser-Wärmepumpe: Sie bereitet ausschließlich Trinkwarmwasser und nutzt dafür in der Regel die Raumluft. Als Brauchwasserwärmepumpe ergänzt sie eine bestehende Heizung.
  • Abluftwärmepumpe: Diese Variante der Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die warme Abluft einer Lüftungsanlage statt der Außenluft. Sie lohnt sich vor allem in sehr gut gedämmten Gebäuden.
  • Hochtemperatur-Wärmepumpe: Sie erreicht deutlich höhere Vorlauftemperaturen als eine normale Wärmepumpe. Im unsanierten Bestand mit alten Heizkörpern kann sie einen Kesseltausch ohne große Sanierung ermöglichen.
  • Hybrid-Wärmepumpe: Hier arbeitet eine Wärmepumpe mit einem fossilen Spitzenlastkessel zusammen. Nach dem Gebäudeenergiegesetz darf sie nur neu eingebaut werden, wenn die Wärmepumpe vorrangig läuft. Beide Erzeuger brauchen eine gemeinsame fernansprechbare Steuerung. Bei Öl oder Gas muss der Spitzenlasterzeuger ein Brennwertkessel sein (§ 71h GEG, geprüft im August 2026).
  • Eisheizung: Bei der Eisheizung dient ein vergrabener Wasserspeicher als Wärmequelle. Beim Gefrieren des Wassers wird Kristallisationsenergie frei, die die Wärmepumpe nutzt. Das System braucht viel Platz und ist in Wohngebäuden wenig verbreitet.

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Gibt es Wärmepumpen ohne Kältemittel-Kreislauf?

Nahezu alle Heizungswärmepumpen für Wohngebäude nutzen einen Kältemittel-Kreislauf. Alternative Technologien ohne Kältemittel stecken überwiegend noch in der Entwicklung.

Untersucht werden mehrere alternative Technologien. Elektrokalorische und magnetokalorische Wärmepumpen nutzen Materialien, die sich unter einem elektrischen oder magnetischen Feld erwärmen und beim Abschalten wieder abkühlen. Thermoakustische Wärmepumpen verwenden stattdessen Schallwellen. Elastokalorische Wärmepumpen setzen auf mechanische Verformung. Im Fraunhofer-Leitprojekt „ElKaWe“ haben sechs Fraunhofer-Institute unter Führung des Fraunhofer IPM an elektrokalorischen Wärmepumpen geforscht. Das Projekt wurde zum Jahresende 2024 erfolgreich abgeschlossen. Das Fraunhofer IPM beschreibt die Technik als auf dem Weg zur Marktfähigkeit (Fraunhofer IPM).

Für eine anstehende Heizungsentscheidung spielen diese Technologien deshalb noch keine Rolle.

Wie viele Wärmepumpen welcher Art werden in Deutschland verkauft?

Die Anzahl der verkauften Wärmepumpen in Deutschland beziffert der Bundesverband Wärmepumpe für 2025 mit 299.000 Heizungswärmepumpen bei einem Luft-Wasser-Anteil von 95%. Das sind 55% mehr als im Jahr 2024 mit 193.000 Geräten. Den bisherigen Höchstwert markiert weiterhin das Jahr 2023 mit 356.000 Geräten. Die Zahlen stammen vom Bundesverband Wärmepumpe und aus dessen gemeinsamer Absatzstatistik mit dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (geprüft im August 2026).

Bei der Verteilung auf die Arten ist das Bild eindeutig. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Jahr 2025 auf 95% Marktanteil (Bundesverband Wärmepumpe). Erdgekoppelte Anlagen bleiben trotz des Effizienzvorsprungs die Ausnahme. Der Grund dafür liegt in den hohen Anforderungen an Grundstück und Genehmigung.

Absatz Heizungswärmepumpen Deutschland Säulendiagramm jährlichen Absatzes Heizungswärmepumpen Deutschland Jahre 2023

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