Private Photovoltaik-Freiflächenanlage: darauf müssen Sie achten

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 15/11/2022

Photovoltaik als Freiflächenanlage ist auch für Privatpersonen möglich. Hierzu können Sie Ihren eigenen Garten oder Acker verwenden. Wir klären auf, welche Genehmigungen Sie benötigen und worauf Sie sonst bei einer privaten Freiflächen-Photovoltaikanlage achten sollten. 

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Benötigen Sie für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage eine Genehmigung?

Für eine private Photovoltaik-Freiflächenanlage kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Häufig muss der Bebauungsplan geändert werden. Nur so ist der Netzbetreiber verpflichtet, die Einspeisevergütung zu zahlen. Im Flächennutzungsplan wird das Grundstück ferner als „Sondergebiet Solar“ aufgeführt.

Ob eine Genehmigung notwendig ist, hängt von den folgenden Faktoren ab: 

  • Größe der PV-Anlage
  • Art der genutzten Fläche (innerorts, außerorts)
  • Integration der Photovoltaikanlage in der Landschaft 

Zusätzlich legt der Bebauungsplan die Art und Weise der Bebauung und die Ausrichtung der Photovoltaik fest. Das Bauamt kann außerdem Vorgaben zu der Höhe der PV-Module machen und gegebenenfalls eine begrünte Ausgleichsfläche fordern.

Bevor Sie eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf Ihrem privaten Grundstück aufstellen, sollten Sie daher unbedingt zuerst Kontakt zu den lokalen Behörden aufnehmen. Andernfalls können Sie dazu verpflichtet werden, die PV-Anlage abzubauen. In dem Fall droht auch eine Geldstrafe.

Die Änderung von Bebauungsplänen und die Bewilligung der Baugenehmigung dauern lange. In einigen Gemeinden kann es 6 bis 12 Monate beanspruchen. Planen Sie aus diesem Grund genügen Vorlaufzeit ein. 

Wo muss ich meine private Photovoltaik-Freiflächenanlage anmelden? 

Eine private Freiflächen-Photovoltaikanlage muss genauso wie eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach bei verschiedenen Stellen angemeldet werden. Sie müssen Ihre Anlage bei der Bundesnetzagentur (im Marktstammdatenregister) und bei Ihrem örtlichen Netzbetreiber registrieren sowie bei dem zuständigen Finanzamt anmelden. In manchen Fällen muss die Photovoltaik auch als Gewerbe angemeldet werden.

Wie viel Platz benötigt eine Freiflächenanlage pro kWp?

Pro kWp benötigt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zwischen 8 und 10 Quadratmeter. Anders gesagt können Sie auch mit 0,2 kWp pro Quadratmeter rechnen. Das bedeutet, der Flächenbedarf unterscheidet sich nicht wirklich von dem einer PV-Anlage auf dem Dach. Die Solarmodule der Freiflächenanlage werden meist aufgeständert. Eine vergleichbare Aufständerung wird bei Photovoltaikanlagen auf Flachdächern oder Lagerhäusern verwendet.

Komponenten und Aufbau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage

Freiflächen können für Photovoltaik nur mit einem speziellen Montagesystem genutzt werden. Das Montagesystem besteht aus einem Gerüst und ist aufgeständert. Auf diese Weise können die PV-Module sicher befestigt werden und auch stärkeren Winden widerstehen. Zusätzlich werden sie zusammengekoppelt. Außerdem bewirkt die Aufständerung, dass die Solarmodule in einem besseren Winkel zur Sonne ausgerichtet werden.

Neben den Modulen und dem Montagesystem besteht die Photovoltaikanlage aus einem Stringsammler, dem Wechselrichter, dem Zähler und natürlich der Verkabelung. Der Stringsammler führt mehrere Strings zusammen und schaltet diese parallel. In der Regel sind 15 Module an einem String. Ist die PV-Anlage kleiner, wird er nicht benötigt. Der Wechselrichter sitzt direkt dahinter und wandelt den Gleichstrom der PV-Anlage in nutzbaren Wechselstrom um. Dahinter ist der Zähler geschaltet, der den Strom in das öffentliche Netz speist.

Es gibt auch motorisch bewegte Solarsysteme, die dem Sonnenstand folgen. Sie bringen zwar den höchsten Ertrag, die Kosten stehen jedoch in keinem wirtschaftlich rentablen Verhältnis zum PV-Ertrag, insbesondere bei einer kleinen PV-Anlage für die private Nutzung.

Wo können Sie eine private Freiflächenanlage aufstellen?

Das Aufstellen von Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist nicht überall erlaubt. In der Regel werden solche Anlagen in Gärten, auf landwirtschaftlichen Flächen oder auch sogenannten Konversionsflächen gebaut. Häufig eignen sich auch landwirtschaftliche Äcker gut, auf denen das Bewirtschaften sonst schwierig wäre. 

Bei einer Konversionsfläche handelt es sich meist um eine Brachfläche, die wieder in den Wirtschafts- und Naturkreislauf eingegliedert werden soll. 

Worauf sollten Sie bei der Aufstellung der Freiflächenanlage achten? 

Der große Vorteil von Freiflächenanlagen ist, dass die Ausrichtung und der Neigungswinkel perfekt ausgewählt werden können. Der höchste Solarertrag wird normalerweise mit einer Ausrichtung von 30 Grad in südliche Richtung erzeugt. Die Solarmodule werden hier reihenweise direkt nach Süden aufgeständert.

Eine Ost-West-Ausrichtung bringt einen knapp 14 % niedrigeren Ertrag als eine Südausrichtung. Hier werden die Module auch in Reihen aufgestellt, jedoch liegen sich die Reihen wie kleine Dächer gegenüber. Der Aufstellwinkel ist außerdem niedriger. Das liegt daran, dass die Sonne morgens und abends ebenfalls niedriger steht. Zudem verschatten sich die Solarmodule so nicht selbst und es wird Platz gespart.

Mit einer Ost-West-Ausrichtung lässt sich also mehr Fläche nutzen, was mit einem höheren Ertrag pro Quadratmeter einhergeht. So kann eine kleinere Fläche gepachtet werden, um den gleichen Leistungsertrag zu erzielen. Dies führt zu geringeren Fixkosten.

Welche Förderungen gibt es?

Seit 2021 gibt es von der KFW das Förderprodukt Erneuerbare Energien – Standard. Darin ist auch die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf Freiflächen enthalten. Die Förderung ist auch als kostengünstiger Kredit erhältlich. Die Konditionen können Sie bei KfW einsehen. Um die Förderung als Privatperson zu erhalten, reicht es, wenn Sie einen Teil des erzeugten Stroms einspeisen. 

Wollen Sie eine Photovoltaik in NRW errichten, können Sie ebenfalls das Förderprogramm progres.nrw aus dem Programmbereich Klimaschutztechnik beantragen.

Was kostet eine private Photovoltaik-Freiflächenanlage?

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Anlagengrößen ist die Berechnung von genauen Kosten komplex. Als Anhaltspunkt können die Anzahl und Nennleistung der Solarmodule sowie die Anlagengröße generell nehmen. Dazu addieren Sie die Kosten für Wechselrichter, Stringsammler, Zähler und der Montagekosten. 

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