PV-Anlage: Lohnt sich die Ost-West-Ausrichtung bei Photovoltaik?

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 19/05/2024

Eine Ost-West-Ausrichtung liefert zwar weniger Ertrag, hat aber einige Vorteile gegenüber einer Süd-Photovoltaik. Welche es sind und ob sich eine Ost-West-PV-Anlage lohnt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Wichtigste zuerst

Ertrag bei Ost-West-PV

Eine Ost-West-PV liefert 80 bis 90% des Ertrags einer Südanlage. Der Gesamtertrag kann jedoch höher sein, da mehr Solarmodule möglich sind.

Der optimale Winkel

Für Ost-West-Photovoltaik ist ein Neigungswinkel von 12 bis 20 Grad optimal. Grundsätzlich gilt: je flacher, desto mehr Ertrag. 

Was sind die Vorteile?

Die Ost-West-Ausrichtung bei Photovoltaik ist ideal, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. 

Ost-West auf Flachdach

Flachdächer eignen sich ideal für die Ost-West-Ausrichtung, da die Fläche opitmal genutzt werden kann.

Wie viel Ertrag liefert eine PV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung? 

Der Ertrag einer PV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung liegt bei 80 bis 90% verglichen mit einer Südausrichtung. Für eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 10 kWp bedeutet das einen Ertrag von 720 bis 1.170 kWh pro Jahr. Im Vergleich erzeugt eine PV-Anlage mit Südausrichtung 900 bis 1.300 kWh pro Jahr.

Trotz des geringeren Ertrags ist die Gesamtleistung einer Ost-West-Solaranlage um bis zu 40% höher als einer von nach Süden ausgerichteten Photovoltaik. Sie können zwei Dachseiten nutzen und die doppelte Anzahl Solarmodule installieren.

Eine Ost-West-Ausrichtung für Photovoltaikanlagen hat noch weitere Vorteile. Diese erläutern wir im Folgenden.

Was sind die Vorteile einer Ost-West-Ausrichtung bei PV?

Anders als bei einer Südausrichtung steht bei einer Ost-West-Ausrichtung der Eigenverbrauch im Vordergrund. Anstatt möglichst viel Ertrag während der Mittagszeit zu produzieren, erzeugen Ost-West-Anlagen Solarstrom zu günstigeren Uhrzeiten. Das ist besonders für Einfamilienhäuser von Vorteil. 

Gleichmäßige Stromproduktion

Die Stromerzeugung einer Ost-West-PV verläuft im Tagesverlauf gleichmäßig. Vormittags erzeugt die Ostseite den meisten Strom, nachmittags die Westseite. Das sind Zeiten, in denen der meiste Strom in Einfamilienhäusern verbraucht wird. 

Auswirkungen der PV-Ausrichtung auf den Eigenverbrauch

Höherer Eigenverbrauch

Die gleichmäßigere Stromverteilung führt zu einem höheren Eigenverbrauch. Die aktuellen Strompreise sind hoch und die Einspeisevergütung niedrig. Daher lohnt es sich, so viel Solarstrom wie möglich selbst zu verbrauchen. Das wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage aus.

Geringere Kosten für Stromspeicher und Wechselrichter

Durch die Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils benötigen Sie keinen oder einen kleineren Stromspeicher. Dadurch sinken die Anschaffungskosten. Gleichzeitig ist die Spitzenleistung der PV-Anlage durch die gleichmäßigere Stromerzeugung geringer. Deshalb benötigen Sie auch nur einen kleineren und kostengünstigeren Wechselrichter.  

Was ist der optimale Winkel bei Ost-West-Anlagen?

Grundsätzlich gilt: je flacher der Neigungswinkel, desto höher der Ertrag. Ideal wäre ein Neigungswinkel von 0 Grad, allerdings könnten dann Regen und Schnee nicht vollständig abfließen und den Schmutz abwaschen. Daher liegt der optimale Winkel für Ost-West-Anlagen bei 12 bis 20 Grad Neigung. 

Die folgende Tabelle verdeutlicht die Auswirkung der Ausrichtung und Neigung auf den Ertrag von Photovoltaik. 

Photovoltak-Neigungswinkel-Tabelle

Lohnt sich eine Ost-West-Ausrichtung auf dem Flachdach? 

Eine Ost-West-Ausrichtung eignet sich optimal für ein Flachdach. Die Solarmodule können im Vergleich zu einer Ausrichtung nach Süden dichter beieinander aufgestellt werden, ohne sich dabei selbst zu verschatten. Die Fläche wird dabei optimal genutzt und der Eigenverbrauch erhöht. 

Die folgende Abbildung zeigt den Unterschied zwischen einer Ost-West- und Süd-Anlage auf einem Flachdach. 

Ost-West-Ausrichtung vs. Südausrichtung auf einem Flachdach

Ost-West-Ausrichtung vs. Südausrichtung auf einem Flachdach

Welcher Wechselrichter bei Ost-West-Ausrichtung?

Für eine Ost-West-Ausrichtung können Sie entweder zwei String-Wechselrichter oder einen Multistring-Wechselrichter nehmen. Wichtig ist, dass die PV-Anlage über mindestens zwei MPP-Tracker verfügt. Ost- und Westseite benötigen separate Strings.   

Welche Solarmodule bei Ost-West-Ausrichtung?

Für die Ost-West-Ausrichtung benötigen Sie monokristalline Solarmodule. Diese Art von Solarmodulen sind die leistungsstärksten und erreichen den höchsten Wirkungsgrad. Idealerweise nutzen Sie Solarmodule mit leistungssteigernden Technologien wie PERC- oder TOPCon-Solarzellen. Damit kompensieren Sie die Ertragseinbußen gegenüber einer Südausrichtung.

Schauen Sie sich unseren Solarmodul Test und Vergleich an. Dort finden Sie die passenden PV-Module für Ihr Dach. 

Lohnt sich Photovoltaik bei Ost-West-Ausrichtung?

Trotz des geringeren Ertrags lohnt sich die Ost-West-Ausrichtung bei Photovoltaikanlagen. Denn aufgrund der gleichmäßigen Stromerzeugung erhöhen Sie den Eigenverbrauch. Bei Strompreisen von über 40 Cent pro kWh zahlt sich dieser Vorteil besonders aus. In diesem Fall können Sie die Ersparnisse durch die Ost-West-Ausrichtung um fast 25% steigern.

Im Folgenden vergleichen wir zwei Aufdach-Anlagen auf einem Schrägdach. Beide Anlagen haben die gleiche Größe und Anschaffungskosten. Eine Anlage ist nach Süden gerichtet, die andere hat eine Ost-West-Ausrichtung. Trotz geringeren Ertrags sind die jährlichen Ersparnisse der Ost-West-Anlage aufgrund des Eigenverbrauchs höher.

Variableohne PV-AnlagePV-Anlage mit SüdausrichtungPV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung
jährlicher Stromverbrauch6.000 kWh6.000 kWh6.000 kWh
Nennleistung PV-Anlage-6 kWp6 kWp
jährliche Stromerzeugung-6.000 kWh5.200 kWh
Stromgestehungskosten PV-Anlage-7 Cent/kWh7 Cent/kWh
Netzbezug100 %75 %60 %
Strompreis40 Cent/kWh40 Cent/kWh40 Cent/kWh
Netzeinspeisung-75 %60 %
Einspeisevergütung-8,2 Cent/kWh8,2 Cent/kWh
Eigenverbrauchsanteil-25 %40 %
jährlicher Eigenverbrauch-1.500 kWh2.080 kWh
Stromkosten, Stromanbieter2.400 €/Jahr1.800 €/Jahr1.570 €/Jahr
Stromgestehungskosten PV-Anlage, Gesamt420 €/Jahr360 €/Jahr
Einspeisevergütung-370 €/Jahr260 €/Jahr
Stromkosten, Gesamt2.400 €/Jahr1.850 €/Jahr1.670 €/Jahr
Kosteneinsparung-550 €/Jahr730 €/Jahr

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