PV-Anlage selbst installieren und anmelden: geht das?

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 07/08/2026

PV-Anlage selbst installieren und anmelden: Das Wichtigste zuerst

PV-Anlage selbst installieren und anmelden:
Das Wichtigste zuerst

  • Sie dürfen eine PV-Anlage selbst installieren. Die AC-Verkabelung und den Netzanschluss darf jedoch nur eine im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragene Elektrofachkraft ausführen (§ 13 NAV).
  • Die Anmeldung im Marktstammdatenregister und beim Finanzamt erledigen Sie selbst (Frist: ein Monat nach der Inbetriebnahme); die Inbetriebsetzung beim Netzbetreiber übernimmt die eingetragene Elektrofachkraft.
  • Die Selbstmontage spart schätzungsweise 10 bis 20% der Gesamtkosten, nämlich den Anteil, der sonst als Montagelohn an den Fachbetrieb geht (Branchen-Schätzwert, Stand 2026).
  • Beim Kauf einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer an (Nullsteuersatz), und zusätzlich steht der zinsgünstige KfW-Kredit 270 offen.
  • Die größten Nachteile der Eigenmontage sind Ertragsverluste durch Montagefehler, mögliche Einschränkungen bei Garantie und Versicherungsschutz sowie die Absturz- und Brandgefahr auf dem Dach.

Darf ich eine PV-Anlage selbst installieren?

Ja, Sie dürfen eine PV-Anlage selbst installieren und müssen dafür keinen Solarteur beauftragen. Die mechanische Montage bis zum Wechselrichter erledigen Sie in Eigenregie. Nur die AC-seitige Verkabelung, den Netzanschluss und die Inbetriebnahme übernimmt eine eingetragene Elektrofachkraft, weil diese Arbeiten am Hausnetz gesetzlich einer im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Fachkraft vorbehalten sind.

Die Selbstmontage hat einen Haken: Viele Fachbetriebe scheuen aus Haftungsgründen die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage, die sie nicht selbst montiert haben. Klären Sie deshalb früh, welche eingetragene Elektrofachkraft den Netzanschluss übernimmt. Passende Betriebe finden Sie über einen Elektriker für Photovoltaik.

Was dürfen Sie selbst, was übernimmt die Elektrofachkraft?

Selbst übernehmen dürfen Sie die komplette mechanische Montage: Unterkonstruktion, Solarmodule, DC-Verkabelung und die Montage des Wechselrichters. Alles auf der Wechselstromseite, also die AC-Verkabelung, den Anschluss ans Hausnetz und die Inbetriebnahme, führt ausschließlich eine eingetragene Elektrofachkraft aus (§ 13 NAV). Genau an dieser Grenze verläuft die Trennlinie zwischen Eigenleistung und Pflichtarbeit.

PV-Anlage selbst installieren und anmelden: Was ist für Hauseigentümer erlaubt und was nur für Elektrofachkräfte.
Das erledigen Sie selbstDas übernimmt die Elektrofachkraft
Dachhaken und Unterkonstruktion montierenAC-Verkabelung zum Zählerschrank
Solarmodule aufsetzen und mechanisch befestigenAnschluss ans Hausnetz und den Zähler
DC-Kabel von den Modulen zum Wechselrichter verlegenInbetriebnahme und Netzanschluss
Wechselrichter an der Wand montierenAbnahme und Inbetriebnahmeprotokoll

Eine PV-Anlage ganz ohne Elektriker ans Netz zu bringen ist damit nicht möglich: Den letzten, netzseitigen Schritt schreibt der Gesetzgeber der Fachkraft zu. Den Großteil der Arbeitszeit auf dem Dach leisten Sie aber selbst.

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Wie installiere ich eine PV-Anlage? Anleitung in acht Schritten

Eine PV-Anlage montieren Sie in acht Schritten, von der Unterkonstruktion über die Module und die DC-Verkabelung bis zum Wechselrichter. Den abschließenden Netzanschluss übernimmt danach die Elektrofachkraft. Auf Einfamilienhäusern ist die Aufdach-Montage auf dem Schrägdach der Regelfall.

Vor der Montage stellen Sie beim Netzbetreiber ein Netzanschlussbegehren. Seit dem Solarpaket I (in Kraft seit Mai 2024) gilt für Anlagen bis 30 kW ein vereinfachtes Verfahren: Meldet sich der Netzbetreiber nicht innerhalb eines Monats, gilt der Netzanschluss als zugesagt (§ 8 EEG). Sie müssen also nicht mehr acht Wochen wie früher auf eine schriftliche Freigabe warten.

1. Sicherheitsmaßnahmen treffen

Steigen Sie nur aufs Dach, wenn Sie schwindelfrei und körperlich fit sind. Tragen Sie Schutzhelm, Arbeitshandschuhe und einen Klettergurt, und arbeiten Sie nie auf einem nassen Dach. Eine Hebebühne erleichtert den Transport des Materials nach oben. Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers genau, denn eine Fehlinstallation führt zu Kurzschluss oder Ertragsminderung.

2. Unterkonstruktion befestigen

Schieben Sie die Dachhaken von unten zwischen zwei Dachziegel und schrauben Sie sie an den Konterlatten fest. Wo die Haken sonst auf den Ziegeln aufliegen, arbeiten Sie mit dem Winkelschleifer eine Aussparung ein, sonst brechen die Ziegel unter Last. Montieren Sie anschließend die Schienen parallel oder kreuzweise auf die Haken. Querschienen gleichen Unebenheiten aus und verbessern die Hinterlüftung der Module.

3. DC-Verkabelung verlegen

Verlegen Sie die Solarkabel von den Modulen zum Wechselrichter auf dem kürzesten Weg, damit die Leitungsverluste gering bleiben. Für die Hauseinführung müssen Sie die Dacheindeckung manchmal durchbrechen. Führen Sie diesen Durchbruch sauber aus, sonst drohen Wasserschäden.

4. Solarmodule befestigen

Bringen Sie die Module mit einem Schräg- oder Dachaufzug nach oben und klemmen Sie sie mit den passenden Modulklemmen auf die Unterkonstruktion. Transportieren Sie die Module nie durch ein Dachfenster, weil Sie sie dabei leicht beschädigen.

5. Solarmodule verkabeln

Verschalten Sie die Module je nach System in Reihe oder parallel. Sichern Sie die Kabel mit Clips an der Unterkonstruktion, damit sie nicht durchhängen oder unter Spannung stehen. Die Kabel sollten nicht dauerhaft der Sonne oder Nässe ausgesetzt sein - verlegen Sie sie deshalb nicht direkt auf der Dachhaut.

6. Wechselrichter installieren

Für Einfamilienhäuser kommt meist ein String-Wechselrichter zum Einsatz, den Sie im Hausanschlussraum montieren. Setzen Sie in der Nähe einen Überspannungsschutz, etwa einen feuerfesten Kleinverteiler. Mit dem Anschluss der Solarkabel an den Wechselrichter endet Ihr Zuständigkeitsbereich.

7. Elektrofachkraft beauftragen

Für die AC-Verkabelung, den Netzanschluss und die Inbetriebnahme beauftragen Sie eine eingetragene Elektrofachkraft. Diese Arbeiten sind gesetzlich vorgeschrieben und dürfen nicht in Eigenregie erfolgen. Ob Sie dafür nur die netzseitigen Arbeiten vergeben oder gleich einen kompletten Solarteur beauftragen, hängt davon ab, wie viel Sie selbst montiert haben.

8. PV-Anlage anmelden

Die Elektrofachkraft nimmt die Anlage in Betrieb und reicht das Inbetriebsetzungsprotokoll beim Netzbetreiber ein. Anschließend melden Sie die Anlage selbst im Marktstammdatenregister und beim Finanzamt an. Wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen, lesen Sie im Ratgeber zum Thema PV-Anlage anmelden.

Welche PV-Komplettanlagen zur Selbstmontage gibt es?

PV-Komplettanlagen zur Selbstmontage bündeln Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion und Kabel als aufeinander abgestimmtes Set. Sie müssen die Komponenten also nicht einzeln zusammenstellen und aufeinander abstimmen. Solche Selbstmontage-Sets gibt es vom kleinen Einsteigerpaket bis zur kompletten Dachanlage mit mehreren Kilowatt Leistung.

Ein Komplettset senkt vor allem den Planungsaufwand, weil Leistung, Kabelquerschnitte und Montagematerial bereits zueinander passen. Am Grundsatz ändert es nichts: Auch bei einer Photovoltaik-Komplettanlage zur Selbstmontage übernimmt am Ende eine eingetragene Elektrofachkraft den Netzanschluss. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Wechselrichter und Module kompatibel sind und die Unterkonstruktion zu Ihrer Dacheindeckung passt.

Wie viel kann ich bei der Selbstmontage sparen?

Bei der Selbstmontage sparen Sie schätzungsweise 10 bis 20% der Gesamtkosten, nämlich den Anteil, der sonst als Montagelohn an den Fachbetrieb geht (Stand 2026). Die AC-Arbeiten der Elektrofachkraft fallen weiterhin an und lassen sich nicht wegsparen.

Rechnen Sie die Ersparnis nicht schön: Montagefehler kosten über die Jahre Ertrag, und dieser Verlust kann die einmalige Ersparnis übersteigen. Sie sparen bei der Investition, riskieren aber eine geringere Rendite über die gesamte Laufzeit der Anlage.

Gibt es eine Förderung bei der Selbstmontage?

Ja, die wichtigsten Förderungen greifen auch bei der Selbstmontage. Seit 2023 gilt beim Kauf von Photovoltaikanlage und Stromspeicher der Nullsteuersatz, Sie zahlen also keine Mehrwertsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG). Für die Finanzierung steht der zinsgünstige KfW-Kredit 270 offen. Speisen Sie Strom ins Netz ein, können Sie außerdem die Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Anders als bei der Fachmontage bekommen Sie für die eigene Arbeitszeit allerdings keine Rechnung, die Sie steuerlich geltend machen könnten.

Darf ich den Stromspeicher selbst anschließen?

Ja, den Stromspeicher dürfen Sie auf der Gleichstromseite selbst montieren und verbinden. Es gilt dieselbe Grenze wie bei der PV-Anlage: Nur die Kopplung ans Hausnetz ist der eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten (§ 13 NAV). Die reine Gleichstrommontage des Batteriespeichers dürfen Sie dagegen selbst übernehmen.

Halten Sie sich streng an die Sicherheitshinweise und die Anschlussvorgaben des Herstellers. Ein falsch angeschlossener Speicher kann die Anlage beschädigen oder durch eine fehlerhafte Konfiguration Leistung verlieren.

Kann ich die PV-Anlage selbst anmelden?

Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und beim Finanzamt melden Sie die Anlage selbst an, ganz ohne Elektriker. Für das Marktstammdatenregister haben Sie nach der Inbetriebnahme einen Monat Zeit. Die Anmeldung und Inbetriebsetzung beim Netzbetreiber läuft dagegen über die eingetragene Elektrofachkraft: Sie führt die Inbetriebsetzung durch und reicht das Inbetriebsetzungsprotokoll ein. Das ist dieselbe Fachkraft, die auch den Netzanschluss herstellt (§ 13 NAV).

Wer die Frist verpasst, riskiert eine Kürzung der Einspeisevergütung und im Marktstammdatenregister ein Bußgeld von bis zu 50.000 € (§ 95 EnWG). Die vollständige Anleitung mit allen Formularen und Fristen finden Sie im Ratgeber zur Anmeldung der PV-Anlage.

Darf ich die PV-Anlage selbst erweitern?

Ja, Sie dürfen die PV-Anlage selbst erweitern, technisch ist die Erweiterung aber anspruchsvoller als die Neuinstallation. Die neuen Komponenten müssen elektrisch und mechanisch zu den vorhandenen passen. Setzen Sie ungeeignete Solarmodule ein, drohen Funktionsstörungen der gesamten Anlage. Die zusätzliche Leistung melden Sie anschließend wieder im Marktstammdatenregister nach.

Was ist bei der Selbstmontage auf dem Flachdach zu beachten?

Auf dem Flachdach verschatten sich die Module bei falscher Aufständerung schnell gegenseitig, deshalb ist der Reihenabstand entscheidend. Weil aufgeständerte Module dem Wind viel Angriffsfläche bieten, brauchen sie eine standhafte Befestigung. Dafür gibt es zwei Wege: die Module fest mit der Dachhaut verschrauben oder sie mit Ballast beschweren. Beide Optionen verlangen Erfahrung, damit die Dachabdichtung dicht bleibt und die Statik trägt.

Vorteile und Nachteile der Selbstmontage im Überblick

Die Selbstmontage spart Geld und verschafft Ihnen Kontrolle über den Zeitplan, sie verlangt aber handwerkliches Können und verlagert einige Risiken auf Sie. Die folgende Übersicht stellt beide Seiten gegenüber.

Vorteile:

  • Montagelohn gespart (10 bis 20% der Kosten)
  • freie Wahl von Zeitplan und Komponenten
  • gutes Verständnis der eigenen Anlage
  • kein Warten auf Termine der Fachbetriebe

Nachteile:

  • eventuelle Ertragsverluste durch Montage- oder Planungsfehler
  • Absturz- und Brandgefahr auf dem Dach durch eventuelle Montage- oder Planungsfehler
  • Garantie- und Versicherungsschutz kann entfallen
  • AC-Anschluss bleibt kostenpflichtige Pflichtarbeit

Nehmen Sie die Risiken ernst. Auf der Gleichstromseite liegen je nach Verschaltung mehrere Hundert Volt an, deutlich mehr als die haushaltsüblichen 230 Volt, und eine falsche Polung kann einen Brand auslösen. Bei Montagefehlern erlischt oft die Modulgarantie, und je nach Versicherer entfällt der Schutz für Anlage, Haus und Dritte. Auf steilen Dächern oder bei Eindeckungen wie Schiefer ist die Fachmontage die sichere Wahl.

Die Selbstmontage lohnt sich vor allem für handwerklich erfahrene Eigentümer, die den Montagelohn sparen wollen und die AC-Arbeiten ohnehin einer eingetragenen Elektrofachkraft überlassen. Wer sich die Arbeit auf dem Dach nicht zutraut, fährt mit der Fachmontage sicherer.

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