Solarfassade: Funktion, Arten, Vor- und Nachteile

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 22/04/2022

Eine Solarfassade ist eine Solaranlage mit gebäudeintegrierten Solarmodulen. Sie kann als Alternative oder Ergänzung zu einer Dachanlage angebracht werden. Solarfassaden werden meist aus Dünnschichtmodulen hergestellt, da diese wesentlich flacher und leichter sind. Eine Solarfassade ist jedoch relativ teuer und hat einen niedrigeren Wirkungsgrad als herkömmliche PV-Anlagen.  

Jetzt Photovoltaik Angebote vergleichen und 30% sparen!

Nehmen Sie sich 60 Sekunden Zeit und füllen ein kurzes Formular aus. Wir verbinden Sie mit bis zu fünf geprüften Fachfirmen aus Ihrer Region. Der Vergleich ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Grafik Angebote

Wie funktioniert eine Solarfassade? 

Eine Solarfassade funktioniert genau wie eine übliche Photovoltaikanlage (oder Solarthermieanlage) auf dem Dach. Durch das Einfallen der Sonnenstrahlen auf die Solarzellen wird Energie erzeugt, die im Wechselrichter zu nutzbarem Strom umgewandelt wird. 

Die Solarmodule einer Photovoltaik-Fassade werden entweder an der Hauswand angebracht oder sind direkt in diese integriert. Wird die Solaranlage als Wandmontage installiert, benötigt sie ein Trägersystem, an dem die Photovoltaik-Module befestigt werden. Diese Variante nennt man „Kaltfassade“. Bei der direkten Integration von Modulen spricht man von einer „Warmfassade“. Hier ersetzen Solarmodule Teile des Putzes und der Dämmung der Fassade.

Solarfassade auf einem Einfamilienhaus

Welche Module eignen sich für Solarfassade? 

Bei einer Solarfassade kommen statt kristalliner PV-Module meist Dünnschicht-Solarmodule zum Einsatz. Sie sind wesentlich flacher und flexibler, sowohl in der Gestaltung als auch in der Montage. Außerdem sind die Module lichtempfindlicher und können so auch bei einem steileren Montagewinkel einen vergleichsweise guten Wirkungsgrad erzielen. 

Dennoch können Sie auch kristalline Module installieren. Diese werden durch ein hängendes System mit einem Abstand zu der Hauswand montiert. Für diese Art der Solarfassade sind jedoch zahlreiche Bohrungen in der Wärmedämmung erforderlich, damit das Gestell verankert werden kann. Durch eine Aufständerung ist es sogar möglich, die Module in einem Winkel anzubringen, um den PV-Ertrag zu erhöhen. 

Verschiedene Arten von Solarmodulen, die an der PV-Fassade eingesetzt werden können, sind: Glas-Glas-Solarmodule, transparente Module, farbige SIS-Solarzellen, flexible Solarfolien und bedruckbare PV-Module.

Dies gilt auch für Solarthermie-Kollektoren. Statt Photovoltaikmodulen können Sie nämlich auch auf Solarthermie an Ihrer Hauswand zurückgreifen. Solarthermie-Kollektoren lassen sich ebenfalls senkrecht an der Fassade montieren. Als Integration in die Fassade können sie sogar gleichzeitig als Wärmedämmung und Unterstützung der Heizung genutzt werden. Besonders im Winter ist der niedrigere Einstrahlwinkel der Sonne für eine Solarfassade mehr von Vorteil als bei einer Dachanlage.

Solarfassade für ein Einfamilienhaus 

Eine Solarfassade bei einem Einfamilienhaus kann sich insbesondere bei Neubauten lohnen. Es gibt keine alte Fassade, die zunächst einmal abgerissen werden müsste, was die Installation günstiger macht. Zudem kann die Anbringung möglicher Trägersysteme im Voraus eingeplant werden, wodurch die Wärmedämmung durch Bohrungen nicht beeinträchtigt wird. 

Solarfassade im Altbau

Eine Solarfassade im Altbau kann eine Option sein, ist jedoch meist mit höheren Kosten und Risiken verbunden. Besonders, wenn kristalline Module nachträglich mit einem Trägersystem angebracht werden sollen, darf die vorhandene Wärmedämmung des Gebäudes nicht durch Bohrungen beeinträchtigt werden. Im Zuge einer Sanierung lohnt es sich Dünnschicht-Module direkt in die Fassade integrieren, um Kosten zu sparen.  

Eine gute Technologie zum Nachrüsten sind sogenannte Solarfliesen. Das sind Solarmodule, die direkt im Putz verlegt werden. Sie sind eine innovative Neuerung und lassen sich auch in eine bestehende Wärmedämmung integrieren.

Kosten einer Solarfassade

Die Kosten einer Solarfassade unterscheiden sich bei Warm- und Kaltfassaden. Im Durchschnitt liegen die Kosten pro m² bei 400 bis 600 Euro, je nach eingesetzter Technik. Die Mehrkosten einer Solarfassade gegenüber einer normalen Hausfassade sind im Neubau nur rund 20% höher.

Vor- und Nachteile einer Solarfassade

Eine Solarfassade hat viele Vorteile, aber auch Nachteile.

Vorteile einer Solarfassade

  • Vertikale Flächen können ausgenutzt werden.
  • Alternative, wenn eine Solaranlage auf dem Dach nicht möglich ist.
  • Bei Integration in die Fassade wird weniger Material für Putz und Dämmung benötigt.
  • Eine Solarfassade kann für ästhetische Zwecke genutzt werden.
  • In der Neubaufassade führt sie nur zu geringen Mehrkosten.
  • Eine Solarfassade kann eine kleinere Dachanlage gut ergänzen.
  • Eine Solarfassade erzeugt im Winter oft höhere Erträge als eine Dachanlage.

Nachteile einer Solarfassade

  • Der Wirkungsgrad ist meist niedriger.
  • Die vertikale Ausrichtung kann zu einem bis zu 30% niedrigeren Ertrag führen - zumindest in den Sommermonaten.
  • Die Montage ist komplizierter.
  • Eine Solarfassade ist teurer.
  • Es ist eine größere Fläche als bei Dachanlagen erforderlich, um den gleichen Ertrag zu erzielen.
  • Das Nachrüsten im Altbau ist oft problematisch wegen der Wärmedämmung. 

Fazit

Solarfassaden lohnen sich besonders bei einem Neubau, da die PV-Module direkt in die Hausfassade integriert werden können. So werden Kosten für das Wegfallen von Dämmung und Putz gespart. Besonders Dünnschicht-PV-Module eignen sich für eine ästhetische Gestaltung und bringen vertikal montiert einen guten Ertrag.

Egal, ob als Solarfassade oder auf dem Dach. Falsch installierte PV-Module sind die häufigste Ursache für Ausfälle der Solaranlage. Füllen Sie das untere Formular aus und wir verbinden Sie mit bis zu fünf qualifizierten Fachbetrieben aus Ihrer Region. Vergleichen Sie die Angebote und sparen dabei bis zu 30%!

>