Auch im Januar 2026 bleiben die Strompreise in Deutschland auf einem hohen Niveau und belasten viele Haushalte spürbar. Eine deutliche Entlastung ist bislang nicht absehbar. In diesem Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen Stromkosten im Januar 2026, die erwartete Preisentwicklung für die kommenden Monate sowie die wichtigsten Möglichkeiten, Ihre eigenen Stromkosten zu senken.
Was kostet eine Kilowattstunde Strom in 2026?
Im Januar 2026 liegt der durchschnittliche Strompreis für Neukunden bei rund 23 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Preis gilt für Neuverträge und basiert auf einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 4.000 kWh. Bestandskunden im Grundversorgungstarif zahlen aktuell deutlich mehr: Hier liegt der Durchschnittspreis bei rund 34 Cent pro kWh.
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Stromkosten nach Haushaltsgröße
Bei einem Strompreis von durchschnittlich 23 Cent pro kWh liegen die jährlichen Stromkosten für einen typischen Einfamilienhaushalt je nach Verbrauch zwischen 552 und 1.150 €. Wird zusätzlich eine elektrische Warmwasserbereitung genutzt, steigen die Stromkosten auf etwa 621 bis 1.449 € pro Jahr. Besonders in diesem Fall lohnt es sich, die Warmwasserbereitung mit Photovoltaik zu kombinieren, um die Stromkosten deutlich zu senken.
| Haushaltsgröße | Jährlicher Stromverbrauch | Stromkosten | Stromverbrauch mit elektr. Warmwasserbereitung | Stromkosten |
|---|---|---|---|---|
| 1 Person | 2.400 kWh | 552 € | 2.700 kWh | 621 € |
| 2 Personen | 3.000 kWh | 690 € | 3.500 kWh | 805 € |
| 3 Personen | 3.600 kWh | 828 € | 4.500 kWh | 1.035 € |
| 4 Personen | 4.000 kWh | 920 € | 5.100 kWh | 1.173 € |
| 5 Personen | 5.000 kWh | 1.150 € | 6.300 kWh | 1.449 € |
Strompreisentwicklung bis 2026 in Deutschland
Die Strompreise für Neukunden liegen im Januar 2026 im Durchschnitt bei rund 23 Cent pro kWh und sind damit etwas günstiger als noch in den letzten sechs Monaten. Im Vergleich zum Frühjahr und Sommer 2025 sind die Preise sogar um etwa 4 bis 9 Cent gesunken und entsprechen damit wieder dem Stand von Oktober 2024. Insgesamt zeigt sich: Die Strompreise sind auch 2026 bisher weitgehend beständig.
Prognose: Wie entwickeln sich die Stromkosten in 2026?
Nach mehreren Jahren hoher Energiepreise zeichnet sich für 2026 erstmals eine deutliche Entlastung für private Haushalte ab. Durch sinkende Netzentgelte und staatliche Zuschüsse könnten die Kosten im kommenden Jahr spürbar zurückgehen.
Die Bundesregierung plant für 2026 nämlich einen Bundeszuschuss von rund 6,5 Milliarden Euro, um die Netzentgelte zu senken. Nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber könnte das die Gebühren im Durchschnitt um bis zu 57% reduzieren, von derzeit rund 6,6 Cent auf etwa 2,9 Cent pro kWh. Für einen Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch entspricht das einer Ersparnis von rund 60 bis 70 € pro Jahr.
In Regionen mit starkem Ausbau erneuerbarer Energien, z.B. in Schleswig-Holstein, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt, könnten die Strompreise sogar noch weiter sinken, da dort die regionalen Netzentgelte zusätzlich reduziert werden.
Insgesamt erwarten Experten, dass sich die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte im Jahr 2026 auf etwa 22 bis 26 Cent/kWh einpendeln werden. Damit würde sich der Markt erstmals seit Jahren längerfristig stabilisieren und eine echte Entlastung für Verbraucher eintreten. Die Entwicklung ist jedoch abhängig von Faktoren wie dem CO₂-Preis, dem Tempo des Netzausbaus und der Integration erneuerbarer Energien.
Wie setzen sich die Strompreiskosten zusammen?
Der Strompreis setzt sich in 2026 aus drei Hauptbestandteilen zusammen: Strombeschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben. Die folgende Grafik zeigt die Verteilung dieser Komponenten für einen durchschnittlichen Haushalt in Deutschland.

Wie kann ich Stromkosten im Jahr 2026 sparen?
Die Strompreise bleiben auch 2026 weiterhin hoch. Es gibt jedoch verschiedene Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Stromkosten gezielt senken können.
Preise vergleichen, Stromanbieter wechseln
Ein Wechsel des Stromanbieters kann 2026 erhebliche Einsparungen bringen. Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern bleiben groß, besonders in Zeiten schwankender Netzentgelte und Börsenstrompreise. Während Bestandskunden in der Grundversorgung im Januar 2026 durchschnittlich rund 34 Cent pro kWh zahlen, liegen die Tarife für Neukunden bei etwa 23 Cent pro kWh.
Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh ergibt sich folgendes Einsparpotenzial:
- Aktueller Anbieter (Grundversorgung): 0,34 €/kWh × 3.500 kWh = 1.190 € pro Jahr
- Neuer Anbieter (Neukundentarif): 0,23 €/kWh × 3.500 kWh = 805 € pro Jahr
- Ersparnis durch Anbieterwechsel: 385 € pro Jahr
Ein Tarifvergleich lohnt sich also fast immer, da die Grundversorgung in vielen Fällen deutlich teurer ist als die günstigsten verfügbaren Angebote.
Stromverbrauch senken
In jedem Haushalt gibt es Stromfresser, die viel Energie verbrauchen. Besonders Heizungspumpen, Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler machen einen großen Anteil am Gesamtverbrauch aus. Falls ein Austausch gegen energieeffiziente Geräte möglich ist, kann sich dies langfristig lohnen.
Ein Beispiel: Elektrogeräte werden gemäß ihrer Energieeffizienz in Klassen von A+++ (sehr effizient) bis D (wenig effizient) eingeteilt. Diese Klassifizierung gibt Auskunft über den Energieverbrauch des Geräts.
Ein älterer Backofen mit Energieeffizienzklasse D kann pro Betriebsstunde mehr als 1,5 kWh verbrauchen. Mit Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht er aber nur noch etwa 0,35 kWh pro Stunde.
Bei einem Strompreis von 23 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich folgende Kosten pro Betriebsstunde:
- Klasse D: 1,5 kWh x 0,23 € = 0,345 €
- Klasse A+++: 0,35 kWh × 0,23 € = 0,081 €
Die Ersparnis pro Backstunde beträgt somit 0,264 €. Bei 150 Backstunden im Jahr sind das bereits rund 40 €.
Optimale Platzierung von Haushaltsgeräten
Die richtige Standortwahl kann den Energieverbrauch erheblich senken. Kühlschränke und Gefriertruhen sollten nicht neben Wärmequellen wie Backöfen oder Heizungen stehen, da sie sonst mehr Strom zur Kühlung benötigen. Waschmaschinen und Trockner arbeiten effizienter, wenn sie in einem gut belüfteten Raum stehen. Fernseher und Monitore verbrauchen weniger Energie, wenn die Bildschirmhelligkeit an die Lichtverhältnisse angepasst wird. Im Vergleich zu den anderen Einsparmöglichkeiten sind die Erträge hier jedoch gering.
Energiesparmodus verwenden
Viele moderne Geräte verfügen über Öko-Modi oder Energiesparfunktionen. Diese sollten konsequent genutzt werden, da sie den Verbrauch oft um 20 bis 30% senken. Besonders sinnvoll sind automatische Standby-Abschaltungen für Fernseher, Computer und andere Unterhaltungselektronik.
Mehrfachsteckdosen nutzen
Steckdosenleisten mit eingebautem Kippschalter sind praktisch, um alle Geräte einfach auszuschalten. Denn auch im Stand-by-Modus verbrauchen sie unnötig Strom.
PV-Anlage für langfristige Einsparungen
Die effektivste Möglichkeit, langfristig Stromkosten zu senken, ist eine eigene PV-Anlage. Eine gut geplante Photovoltaikanlage amortisiert sich innerhalb von 10 bis 15 Jahren, während ihre Lebensdauer bei 30 bis 40 Jahren liegt. Nach der Amortisation von 10 bis 12 Jahren produziert die Anlage für weitere 20 bis 30 Jahre nahezu kostenlosen Strom.
Mit einem hohen Eigenverbrauchsanteil, insbesondere in Kombination mit einem Stromspeicher, können Sie sich unabhängiger von steigenden Strompreisen machen und langfristig erheblich sparen.
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