Wärmepumpenstrom ist günstiger als normaler Haushaltsstrom und kann die Heizkosten deutlich senken. Wir verraten, wie Sie von den Preisvorteilen profitieren und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Das Wichtigste zuerst
- Wärmepumpenstrom ist günstiger als Haushaltsstrom und speziell auf den Bedarf von Wärmepumpen zugeschnitten.
- Die Preise von Wärmepumpenstrom liegen zwischen 22 und 26 Cent pro Kilowattstunde.
- Meist ist ein zweiter Stromzähler für die getrennte Messung vom Stromverbrauch der Wärmepumpe erforderlich.
- Ein Wärmepumpentarif lohnt sich oft erst ab 3.000 kWh Jahresverbrauch.
- Anbieter belohnen die steuerbare Last von Wärmepumpen mit besseren Preisen.
Was ist Wärmepumpenstrom?
Wärmepumpenstrom ist ein spezieller Stromtarif, der auf den Betrieb von Wärmepumpen abgestimmt ist. Dieser Tarif berücksichtigt die speziellen Anforderungen von Wärmepumpen, sodass Nutzer in der Regel von niedrigeren Stromkosten profitieren. Ein Wärmepumpentarif ist eine Alternative zum Haushaltsstrom und ermöglicht einen wirtschaftlich effizienten Einsatz der Wärmepumpe.
Wo liegt der aktuelle Preis für Wärmepumpenstrom?
Der Preis für Wärmepumpenstrom liegt 2026 zwischen 22 und 26 Cent pro Kilowattstunde. Er ist damit deutlich günstiger als Haushaltsstrom, der bei 28 bis 36 Cent liegt. Der Preisvorteil entsteht, weil Wärmepumpen als steuerbare Last das Stromnetz entlasten. Netzbetreiber geben diesen Vorteil in Form von niedrigeren Netzentgelten an die Verbraucher weiter.
Rückerstattung von Umlagen für 2025: Bis zum 31. März 2026 können Sie eine Rückerstattung für die KWKG-Umlage (0,277 ct/kWh) und die Offshore-Umlage (0,816 ct/kWh) beantragen. Nutzen Sie das Musterschreiben vom BWP, um Ihren Anspruch beim Stromversorger anzumelden.
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Was brauche ich, um Wärmepumpenstrom beziehen zu können?
Um Wärmepumpenstrom zu beziehen, müssen Sie einige technische Voraussetzungen erfüllen. Diese gewährleisten, dass der Verbrauch korrekt gemessen und die Wärmepumpe netzdienlich betrieben werden kann.
- Separater Stromzähler: Sie benötigen einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe. Dieser misst den Stromverbrauch getrennt vom Haushaltsstrom.
- Steuerbare Wärmepumpe: Ihre Wärmepumpe muss vom Netzbetreiber steuerbar sein. Das ermöglicht die netzdienliche Drosselung bei hoher Netzauslastung.
- Intelligentes Messsystem: Seit 2024 ist für den Bezug von Wärmepumpenstrom oft ein Smart Meter erforderlich. Dieser intelligente Zähler übermittelt die Verbrauchsdaten automatisch an den Messstellenbetreiber. Bei Bestandsanlagen ist die Nachrüstung nicht immer zwingend, wird aber empfohlen.
- Passender Zählerschrank: Wenn Sie Ihre Wärmepumpe nachträglich einbauen oder von Haushaltsstrom auf Wärmepumpenstrom umstellen, könnte ein neuer Zählerschrank erforderlich sein. Dieser bietet Platz für den zusätzlichen Wärmepumpenzähler und gewährleistet, dass alle technischen Anforderungen erfüllt sind.
Wer installiert den Stromzähler für die Wärmepumpe?
Ein vom Netzbetreiber zugelassener Elektriker installiert den Stromzähler für die Wärmepumpe. Der Messstellenbetreiber, meist der örtliche Netzbetreiber, ist für den Wärmestromzähler verantwortlich und übernimmt dessen Betrieb und Wartung. Sie beauftragen den Installateur, der alles Weitere mit dem Netzbetreiber koordiniert. Die Installationskosten tragen Sie als Anlagenbetreiber.
Was kostet ein Wärmepumpenzähler?
Ein Wärmepumpenzähler verursacht einmalige Installationskosten zwischen 200 und 500 € und laufende jährliche Gebühren von 100 bis 250 €. Diese setzen sich aus der Gebühr für das intelligente Messsystem und den Messstellenbetrieb zusammen. Zusätzliche Kosten von 1.000 bis 2.000 € können für einen neuen Zählerschrank anfallen.
| Kostenpunkt | Kosten |
|---|---|
| Einbau und Installation | 200 – 500 € einmalig |
| Intelligentes Messsystem (Smart Meter) | ca. 100 € jährlich |
| Messstellenbetrieb | ca. 25 € jährlich |
Der Einbau eines neuen Zählerschranks wird im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Sie können einen Zuschuss für die damit verbundenen Umfeldmaßnahmen beantragen.
Wie viel kann ich durch die Tarifumstellung sparen?
Durch die Umstellung auf einen Wärmepumpentarif können Sie bis zu 25% Ihrer Heizkosten sparen. Während der Arbeitspreis für Wärmepumpenstrom 2026 bei 22 bis 26 Cent pro Kilowattstunde liegt, beträgt der Preis für Haushaltsstrom durchschnittlich 30 bis 36 Cent pro Kilowattstunde.
Beispiel: Wenn Sie einen jährlichen Stromverbrauch von rund 8.000 kWh haben, zahlen Sie mit Haushaltsstrom 2.640 € (bei 33 ct/kWh). Wenn Sie für den Heizstromverbrauch auf einen Wärmepumpentarif (bei 24 ct/kWh) umsteigen, liegen die Stromkosten nur noch bei 2.190 €. Sie sparen also 450 € im Jahr, was einer Heizkostenreduzierung von ca. 17% entspricht.
| Variable | Verbrauch / Kosten |
|---|---|
| Stromverbrauch Haushalt | 3.000 kWh |
| Stromverbrauch Wärmepumpe | 5.000 kWh |
| Arbeitspreis Haushaltsstrom | 0,33 €/kWh |
| Arbeitspreis Wärmepumpenstrom | 0,24 €/kWh |
| Stromkosten, nur Haushaltsstrom | 2.640 € |
| Stromkosten, Haushaltsstrom + WP-Strom | 2.190 € |
| Jährliche Ersparnis | 450 € |
Wann ist ein Stromtarif für die Wärmepumpe sinnvoll?
Ein Stromtarif für die Wärmepumpe ist sinnvoll, wenn Ihr jährlicher Stromverbrauch über 3.000 Kilowattstunden liegt. Ab diesem Wert übersteigen die Einsparungen durch den günstigeren Strompreis in der Regel die zusätzlichen Kosten für den zweiten Zähler. Besonders bei einem Verbrauch von über 4.500 Kilowattstunden pro Jahr lohnt sich der separate Tarif fast immer.
Welche Stromtarife für Wärmepumpen gibt es und wie werden sie abgerechnet?
Es gibt zwei Arten von Wärmepumpentarifen: den Eintarifzähler und den Doppeltarifzähler. Beim Eintarifzähler zahlen Sie den gleichen Preis rund um die Uhr. Der Doppeltarifzähler unterscheidet zwischen einem günstigeren Niedertarif (NT), der nachts und am Wochenende gilt, und einem Hochtarif (HT) für die restlichen Zeiten.

Wie läuft ein Umstieg auf einen Wärmepumpentarif ab?
Der Umstieg von Haushaltsstrom auf einen Wärmepumpentarif erfolgt in mehreren Schritten. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Verbrauch analysieren: Überprüfen Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch für die Wärmepumpe und analysieren Sie, ob ein spezieller Wärmepumpentarif sinnvoll ist.
- Anbieter und Tarif vergleichen: Nutzen Sie Vergleichsportale wie Verivox oder Check24, damit Sie passende Wärmepumpenstromtarife in Ihrer Region finden. Achten Sie auf Preis, Vertragsbedingungen und regionale Verfügbarkeit.
- Stromzähler prüfen: Stellen Sie sicher, dass Sie einen separaten Wärmepumpenzähler haben. Falls nicht, muss dieser von einem Elektroinstallateur eingebaut werden.
- Wärmepumpe steuerbar machen: Überprüfen Sie, ob Ihre Wärmepumpe steuerbar ist (SG-Ready-Label), da dies eine Voraussetzung für viele Wärmepumpentarife ist. Falls nicht, müssen Sie ein Smart-Grid-Modul nachrüsten.
- Neuen Wärmepumpentarif abschließen: Wählen Sie einen Anbieter aus und schließen Sie den neuen Wärmepumpentarif ab. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die Kündigung Ihres alten Vertrags für den Stromanteil der Wärmepumpe.
- Zählerwechsel oder Installation beauftragen: Wenn notwendig, beauftragen Sie einen Elektroinstallateur für die Installation des Wärmepumpenzählers.
- Abrechnung umstellen: Nach dem Einbau des Zählers wird der Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe nun separat abgerechnet. Den Haushaltsstrom zahlen Sie weiterhin über den regulären Tarif. Sie haben jetzt zwei Stromverträge.
- Bestätigung und neuer Vertrag: Sobald der Wechsel abgeschlossen ist, erhalten Sie eine Bestätigung vom neuen Anbieter. Der Wärmepumpentarif tritt in Kraft.
Welche Anbieter für Wärmepumpenstrom gibt es?
Zahlreiche überregionale und regionale Energieversorger bieten spezielle Wärmepumpenstromtarife an. Die Verfügbarkeit und die Konditionen können je nach Region variieren. Ein Vergleich über Portale wie Verivox oder Check24 ist daher empfehlenswert, damit Sie den besten Tarif für Ihren Standort finden. Zu den bekanntesten Anbietern in Deutschland gehören:
- E.ON
- Vattenfall
- EnBW
- Mainova
- EWE
- Naturstrom
- Bürgerwerke
- EWS Schönau
- ENTEGA
- Octopus Energy
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