Häuser benötigen Isolierung zur Reduzierung von Wärmeverlusten an Fassade, Dach und Keller. Wer sein Haus dämmt, verbessert nicht nur den Wohnkomfort, sondern sorgt auch für niedrige Heizkosten. Hier erfahren Sie, welche Methoden der Wärmedämmung es gibt und wie viel sie kosten.
Das Wichtigste zuerst
- Die Kosten für die Komplettdämmung liegen zwischen 20 und 300 €/m², je nach Dämmmaterial.
- Für die Fassadendämmung können Sie mit durchschnittlich 120 bis 250 €/m² rechnen.
- Eine Dachbodendämmung kostet 30 bis 80 €/m² und hat eine sehr große Wirkung.
- Für Dämmmaßnahmen erhalten Sie über die BAFA bis zu 20% Zuschuss auf die förderfähigen Kosten.
- Die reinen Materialkosten machen 25 bis 50% der Gesamtkosten aus.
Welche Methoden gibt es, um ein Haus zu dämmen?
Die gängigsten Methoden der Wärmedämmung umfassen die Fassadendämmung (Außen- oder Innendämmung der Wände), die Dachdämmung (zwischen, unter oder auf den Sparren), die Dachdämmung der obersten Geschossdecke und die Kellerdämmung (Kellerdecke und Wände). Durch die umfassende Wärmedämmung steigern Sie die Energieeffizienz Ihres Hauses und senken Ihre Heizkosten deutlich.
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Wie viel kostet es, ein Haus zu dämmen?
Die Kosten für eine Wärmedämmung beginnen bei günstigen Methoden wie der Einblasdämmung ab ca. 20 € pro m² und reichen bis zu 300 € pro m² für hochwertige vorgehängte Fassaden. Für den Vollwärmeschutz eines typischen Einfamilienhauses können Sie mit Gesamtkosten von 20.000 bis 60.000 € rechnen.
Der Vollwärmeschutz bezeichnet umfängliche Dämmmaßnahmen am gesamten Gebäude. Nur die Dämmung aller relevanten Bauteile, also Fassade, Dach, Keller sowie Fenster und Türen, führt zu maximalen Energieeinsparungen. Durch diese ganzheitliche Sanierung und ein verbessertes Heizsystem erhöht sich die Energieeffizienz des Gebäudes deutlich. Das Haus kann dadurch einer KfW-Effizienzhaus-Stufe zugeordnet werden, für die es unterschiedliche Förderungen gibt.
Beispielrechnung: Damit Sie ein Gefühl für die Kosten erhalten, stellen wir Ihnen im Folgenden eine Kostenübersicht für ein Beispielhaus mit 140 m² Wohnfläche zusammen.
| Kostenstelle | Angenommene Fläche | spez. Kosten | Kosten |
|---|---|---|---|
| Fassadendämmung (inkl. Verputzen) | 150 m² | 170 €/m² | 25.500€ |
| Dachdämmung | 100 m² | 75 €/m² | 7.500€ |
| Dachboden / Oberste Geschossdecke | 70 m² | 40 €/m² | 2.800€ |
| Kellerdeckendämmung | 70 m² | 50 €/m² | 3.500€ |
| Gerüst (Miete, Auf- & Abbau) | 150 m² (Fassade) | 15 €/m² | 2.250€ |
| Gesamtkosten | – | – | 41.550€ |
Fassadendämmung
Die durchschnittlichen Kosten für die Fassadendämmung liegen je nach Methode zwischen 20 € pro m² für die einfache Kerndämmung und bis zu 350 € pro m² für eine hochwertige vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Für ein typisches Einfamilienhaus ergeben sich daraus Gesamtkosten von etwa 2.800 bis 35.000 €. Die Fassadendämmung ist in der Regel die größte Einzelinvestition, bietet gleichzeitig aber das höchste Einsparpotenzial.

© Adobe Stock · Ingo Bartussek
Die wichtigsten Methoden zur Fassadendämmung sind:
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Das WDVS ist die meistgenutzte Dämmmethode und mit Kosten zwischen 120 bis 250 €/m² verbunden. Dabei werden Dämmplatten auf die Außenwand geklebt und anschließend verputzt. Die Kosten variieren je nach Dämmstoff und Putzart.
- Kerndämmung (Einblasdämmung): Die Hohlschichtdämmung ist mit Kosten zwischen 20 und 50 €/m² die kostengünstigste Variante. Sie eignet sich nur für zweischaliges Mauerwerk. Dabei wird Dämmstoff in den Hohlraum der Wand eingeblasen.
- Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF): Die VHF ist mit 250 bis 400 €/m² die teuerste und langlebigste Lösung. Dabei wird eine Unterkonstruktion vor die Wand montiert, Dämmstoff und eine äußere Verkleidung folgen. Sie bietet den besten Schutz vor Feuchtigkeit.
- Dämmziegel (monolithische Bauweise): Diese Methode ist nur für Neubauten relevant und mit höheren Materialkosten verbunden. Hier dämmen die Ziegel selbst, sodass keine zusätzliche Außendämmung nötig ist. Die Hohlräume der Ziegel sind bereits mit Dämmmaterial gefüllt.
- Dämmung von Fenster und Türen: Diese Maßnahme kostet zwischen 500 bis 1.500 € pro Einheit. Alte Fenster und Türen sind oft große Schwachstellen. Neue Elemente reduzieren Wärmeverluste daher erheblich. Die Kosten hängen von der Größe und Art der Verglasung ab.
Dachdämmung
Die durchschnittlichen Kosten für die Dachdämmung liegen zwischen 50 € pro m² für die einfache Zwischensparrendämmung und bis zu 300 € pro m² für die aufwendige Aufsparrendämmung. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von rund 100 m² liegen die Gesamtkosten dafür zwischen 5.000 und 30.000 €. Die Dachdämmung ist nach der Fassadendämmung die zweitwichtigste Maßnahme. Sie verhindert, dass wertvolle Heizwärme ungenutzt nach oben entweicht.

© Adobe Stock · Hermann
Die wichtigsten Methoden zur Dachdämmung sind:
- Zwischensparrendämmung: Sie ist die einfachste und kostengünstigste Variante und mit Kosten zwischen 50 bis 100 €/m² verbunden. Das Dämmmaterial wird zwischen die Dachsparren eingebracht. Die Dachhaut bleibt dabei unberührt.
- Untersparrendämmung: Diese Methode wird meist ergänzend zur Zwischensparrendämmung angewendet und kostet zwischen 30 und 80 €/m². Dabei wird eine zusätzliche Dämmschicht unterhalb der Sparren befestigt. Dies reduziert Wärmebrücken und verbessert die Dämmleistung.
- Aufsparrendämmung: Sie ist die effektivste, aber teuerste Methode. Die Kosten liegen zwischen 200 bis 300 €/m². Die Dämmschicht wird hier vollflächig über die Sparren gelegt. Das Dach muss dafür komplett neu eingedeckt werden.
Denken Sie bei einer umfassenden Sanierung an die Dämmung Ihres Schornsteins, auch wenn Sie ihn nicht nutzen. Schornsteine stellen Wärmebrücken dar und leiten die Wärme aus dem Gebäudeinneren nach außen ab. Dämmen Sie den Schornstein im unbeheizten Dachbereich zusätzlich, um eine lückenlose Wärmedämmung sicherzustellen.
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Dachbodendämmung
Die durchschnittlichen Kosten für die Dachbodendämmung, also die Dämmung der oberen Geschossdecke, liegen zwischen 30 € pro m² für einen nicht begehbaren Dachboden und bis zu 80 € pro m² für einen begehbaren Dachboden. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit einer Dachbodenfläche von 70 bis 80 m² liegen die Gesamtkosten dafür zwischen 2.100 und 6.400 €. Die Dachbodendämmung ist im Vergleich sehr kostengünstig. Sie bietet ein sehr hohes Einsparpotenzial bei geringem Aufwand.
Die wichtigsten Methoden zur Dachbodendämmung sind:
- Dämmung für den unbegehbaren Dachboden: Sie ist die kostengünstigste Variante und verursacht Kosten zwischen 30 bis 50 €/m². Die Dämmung wird in Form von Matten oder Schüttgut auf dem Boden verteilt. Das Dachgeschoss bleibt in diesem Fall ungenutzt.
- Dämmung für den begehbaren Dachboden: Diese Methode kostet zwischen 50 und 80 €/m². Die Dämmschicht wird auf dem Boden verlegt und anschließend mit OSB-Platten oder Holzdielen abgedeckt. So ist der Dachboden trittfest und kann als Lagerraum genutzt werden.
- Einblasdämmung in die Geschossdecke: Diese Methode wird bei Hohlräumen in der obersten Geschossdecke angewendet und ist mit Kosten zwischen 20 bis 40 €/m² verbunden. Der Dämmstoff wird hierbei in die vorhandenen Deckenhohlräume eingeblasen.
Beachten Sie die gesetzliche Sanierungspflicht für die oberste Geschossdecke. Nach § 47 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) müssen Sie ungedämmte, nicht begehbare oberste Geschossdecken nachträglich dämmen. Diese Pflicht gilt in der Regel, wenn das Dachgeschoss unbeheizt ist und die Decke bestimmte Mindestanforderungen nicht erfüllt.
Kellerdämmung
Die durchschnittlichen Kosten für die nachträgliche Kellerdämmung liegen je nach Umfang zwischen 30 € pro m² für die einfache Kellerdeckendämmung und bis zu 350 € pro m² für eine aufwendige Außenwanddämmung. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit einer Kellergrundfläche von etwa 70 m² liegen die Gesamtkosten für die wichtigsten Maßnahmen zwischen 2.100 und 25.000 €. Die Kellerdämmung minimiert Wärmeverluste ins Erdreich und verbessert das Klima in den darüberliegenden Wohnräumen deutlich.
Die wichtigsten Methoden zur Kellerdämmung sind:
- Kellerdeckendämmung: Dies ist mit 30 bis 70 €/m² die kostengünstigste und einfachste Maßnahme. Die Dämmplatten werden direkt unter die Kellerdecke geklebt, wodurch der Wärmeverlust vom Erdgeschoss in den Keller reduziert wird.
- Kellerdämmung außen (Perimeterdämmung): Diese ist die aufwendigste Methode und kostet zwischen 250 und 350 €/m². Die Wände werden von außen freigelegt und mit speziellen Dämmplatten versehen. Dies schützt den Keller auch gegen Feuchtigkeit.
- Kellerdämmung von Wänden und Boden (Innendämmung): Diese Methode ist mit Kosten zwischen 100 bis 200 €/m² verbunden. Hierbei werden Dämmplatten an den Innenwänden des Kellers angebracht. Dies ist nur bei trockenen Kellern oder nach einer umfassenden Feuchtigkeitssanierung sinnvoll.
Innendämmung
Die durchschnittlichen Kosten für die Innendämmung von Außenwänden liegen zwischen 60 € pro m² für einfache Gipskarton-Verbundplatten und bis zu 150 € pro m² für ökologische Dämmstoffe mit Klimaplatten. Bei einem typischen Einfamilienhaus, bei dem Sie beispielsweise eine Außenwandfläche von 50 m² von innen dämmen, liegen die Gesamtkosten zwischen 3.000 und 7.500 €. Die Innendämmung ist eine sinnvolle Alternative, wenn eine Außendämmung nicht möglich ist. Das Aussehen der Fassade bleibt so erhalten, allerdings verlieren Sie dadurch Wohnraum.
Gibt es Förderungen für die Hausdämmung?
Gibt es Förderungen für
die Hausdämmung?
Sie können für Ihre Dämmmaßnahmen umfangreiche staatliche Förderungen erhalten. Die wichtigste ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie wird als Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder als zinsgünstiger Kredit von der KfW-Bank vergeben. Sie müssen die Förderung immer vor Beginn der Arbeiten beantragen. Sie benötigen dafür einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten.
Die Höhe der Förderung hängt vom gewählten Programm ab. Bei Einzelmaßnahmen der Gebäudehülle wie Dach- oder Fassadendämmung gelten diese Sätze:
| Programm | Art der Maßnahme | Grundförderung | Zusatz-Bonus | Maximale Kosten |
|---|---|---|---|---|
| BAFA (BEG EM) | Einzelmaßnahme (Dämmung) | 15% Zuschuss der förderfähigen Kosten | +5% Bonus mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) | 60.000 € pro Wohneinheit mit iSFP, sonst 30.000 € |
| KfW (BEG WG) | Sanierung zum Effizienzhaus | zinsgünstiger Kredit | hoher Tilgungszuschuss (bis zu 45%) | bis zu 150.000 € pro Wohneinheit |
Wie viel kostet das Material für die Gebäudedämmung?
Die Kosten für das reine Dämmmaterial variieren je nach Art des Stoffs, der Stärke und der Dämmform stark. Günstige Dämmstoffe wie Polystyrol (EPS) kosten nur etwa 10 bis 30 € pro Quadratmeter. Hochwertige und ökologische Dämmstoffe wie Holzfaserdämmung, Strohdämmung oder Vakuum-Dämmplatten kosten hingegen zwischen 40 und 100 € pro Quadratmeter. Der Materialanteil macht in der Regel nur etwa 25 bis 50% der gesamten Sanierungskosten aus.
Für unser obiges Beispielhaus mit 140 m² Wohnfläche ergeben sich folgende Materialkosten für einen Vollwärmeschutz:
| Kostenstelle | Angenommene Fläche | spez. Kosten | Materialkosten |
|---|---|---|---|
| Fassadendämmung (WDVS) | 150 m² | 25 €/m² (Dämmplatten) | 3.750€ |
| Zusatzmaterial WDVS | 150 m² | 15 €/m² (Kleber, Gewebe, Putz) | 2.250€ |
| Dachdämmung (Zwischensparren) | 100 m² | 20 €/m² (Mineralwolle) | 2.000€ |
| Dachbodendämmung (begehbar) | 70 m² | 30 €/m² (EPS-Platten) | 2.100€ |
| Kellerdeckendämmung | 70 m² | 15 €/m² (EPS-Platten) | 1.050€ |
| Gesamtkosten | – | – | 11.150€ |
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