Solaranlage: Vor- und Nachteile der Solarenergie (2022)

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 07/11/2022

Solarenergie ist in aller Munde. Mit einer Solaranlage können Sie diese Energie in Strom oder Wärme umwandeln. Dabei unterscheidet man zwischen Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen. In diesem Artikel klären wir über die Vor- und Nachteile beider Arten auf. 

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Vor- und Nachteile von Solaranlagen und Solarenergie zur Stromerzeugung

Als Solarenergie bezeichnet man nutzbare Energie, die mithilfe von Sonneneinstrahlung gewonnen wird. Diese Energie kann in Form von Strom (Photovoltaik) oder Wärme (Solarthermie) erzeugt werden. 

Die Vor- und Nachteile der beiden Formen haben wir in unserer „Solarenergie Pro und Contra Tabelle“ für Sie aufgelistet.

VorteileNachteile
Grüne-Energie-GewinnungWetterabhängigkeit
Unabhängigkeit vom NetzanbieterHohe Anschaffungskosten
Geldersparnis bei Strom- und HeizkostenBürokratischer Aufwand
Schutz vor steigenden Energiepreisen in den nächsten 25 bis 40 JahrenWenig Energie im Winter
Strom und Wärme werden am Verbrauchort produziert, d. h. kein EnergietransportWeniger umweltfreundlich, wenn Module lange Transportwege haben
Solarzellen können kostenlos entsorgt und recycelt werdenSteuerlicher Aufwand
Geringe WartungskostenBenötigt ausreichend Dachfläche
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Vorteile von Solaranlagen und Sonnenenergie zur Stromerzeugung

Der Vorteil von Solarenergie ist, abgesehen von der grünen Strom- und Wärmeerzeugung, die Zuverlässigkeit der Energieproduktion für die nächsten 25 bis 40 Jahre. Außerdem hat eine Solaranlage den Vorteil, dass Geld für die Strom- und Heizkosten gespart wird, und zwar bei verhältnismäßig geringen Wartungskosten. Dabei besteht eine Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen.

Solarenergie ist grün, emissionsfrei und umweltfreundlich

Im Gegensatz zur Stromproduktion mit Kohle und Gas wird bei der Nutzung von Solarenergie kein fossiler Brennstoff benötigt. Somit wird bei der Stromproduktion auch kein CO₂ ausgestoßen. Bei Photovoltaik liegt die CO₂-Bilanz bei 50 g pro kWh Strom, was sehr gut ist.

Im Vergleich dazu liegt der CO₂-Ausstoß für die Stromproduktion mit Braunkohle bei über 1.000 g pro kWh. Bei Steinkohle sind es über 800 g/kWh und für Erdgas immer noch 500 g/kWh.

Aus diesem Grund amortisieren sich Solarzellen energetisch, je nach Art der Zellen, nach ein bis drei Jahren. In anderen Worten, die Solaranlage hat in ein bis drei Jahren mehr Strom erzeugt, als bei der Herstellung der Solarzellen verwendet wurde. 

Eine Solaranlage macht unabhängig vom Netzbetreiber und steigenden Preisen

Mit einer eigenen Solaranlage werden Sie unabhängiger vom Netzbetreiber. Das bedeutet, Sie sind den permanent steigenden Strompreisen und teilweise auch Stromausfällen nicht mehr ausgeliefert. Fossile Brennstoffe sind nicht unbegrenzt verfügbar, weshalb die Strompreise steigen. Sie machen in Deutschland mehr als 70 % der Stromproduktion aus. 

Sonnenenergie dagegen ist unbegrenzt und kostenlos. Mit einer Solaranlage erzeugen Sie täglich Ihren eigenen Strom und das zu einem festen Preis.

Mit der Kombination Solaranlage und Stromspeicher werden Sie noch unabhängiger. Der eigens erzeugte Solarstrom wird gespeichert und steht Ihnen folglich auch abends und nachts zur Verfügung. Dadurch müssen Sie noch weniger Strom aus dem öffentlichen Netz kaufen. Die Solaranlage kann nun nämlich bis zu 80% Ihres Strombedarfs decken.

Die Stromkosten werden dauerhaft gesenkt

Die Stromproduktion mit Photovoltaik ist kostenlos, allerdings müssen Sie dafür erst eine PV-Anlage kaufen oder mieten. Rechnen Sie die Anschaffungskosten jedoch auf einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren, kostet eine Kilowattstunde Strom knapp 11 Cent. Bei dem aktuellen Strompreis von rund 36 Cent (Stand November 2022) sparen Sie daher bis zu 25 Cent pro kWh.

-> Erfahren Sie mehr: Photovoltaik lohnt sich nicht? Wir klären auf!

Die Stromproduktion ist für mindestens 25 Jahre garantiert

Die Lebensdauer einer guten Photovoltaikanlage beträgt mindestens 25 Jahre. In der Realität ist die Laufzeit wesentlich länger. Bei regelmäßiger ReinigungWartung und gelegentlichen Reparaturen ist eine Laufzeit von 30 bis 40 Jahren möglich. In diesem Zeitraum senken Sie Ihre Stromkosten wesentlich. 

E-Auto kann kostenlos geladen werden.

Das Beste an Photovoltaik ist, je mehr Strom man selbst verbraucht, desto rentabler ist die eigene Solaranlage. Kombinieren Sie Ihre PV-Anlage mit einer Wallbox, lässt sich ganz einfach ein E-Auto laden. Sie laden also Ihr E-Auto kostenlos und erhöhen gleichzeitig den Eigenverbrauch und somit die Rentabilität Ihrer Solaranlage.

-> Auch interessant: PV-Eigenverbrauch erhöhen & überschüssigen Strom sinnvoll nutzen

Nachteile von Solaranlagen und Sonnenenergie zur Stromerzeugung

Es gibt nur wenige Nachteile von Solarenergie. Einer der größten ist sicherlich der hohe Anschaffungspreis. Dazu kommt noch der steuerliche und bürokratische Aufwand. Außerdem ist die Stromproduktion vom Wetter und der Jahreszeit abhängig. 

Hoher Anschaffungspreis

Die Kosten einer Solaranlage liegen für private Haushalte bei 7.000 € bis 20.000 €. Bei PV-Anlagen mit einem Stromspeicher fallen die Kosten sogar höher aus. Bis sie sich durch die eingesparten Stromkosten amortisiert haben, dauert es rund 10 bis 15 Jahre. 

Sie möchten die Anschaffungskosten sparen und sich sonst um nichts kümmern? Einige Anbieter bieten Solaranlagen ohne Anschaffungskosten an. Bei diesem Modell mieten Sie die Solaranlage dauerhaft und zahlen dafür einen monatlichen Abschlag in vorher vereinbarter Höhe. Der Anbieter übernimmt dabei auch die Wartung und Versicherung der PV-Anlage.

Solarenergie ist abhängig vom Wetter

Die Stromproduktion mit Photovoltaik funktioniert zwar auch bei schlechtem Wetter und im Schatten, jedoch ist in diesem Fall der Ertrag wesentlich geringer. Bereits bei leichter Bewölkung ist der Stromertrag um bis zu 60 % reduziert. Bei Regen liegt der Leistungsverlust sogar bei 95 %. Ein voller Solarstromertrag wird deshalb nur an komplett sonnigen Tagen erzielt. 

Als Lösung können Sie einen Stromspeicher installieren. Dieser speichert den Stromüberschuss an sonnigen Tagen. So können Sie ihn nachts oder an Tagen mit schlechtem Wetter nutzen.

Im Winter wird weniger Solarstrom erzeugt

Da die Sonne nicht nur über den Tag, sondern auch über das Jahr wandert, ist die Stromerzeugung im Winter wesentlich geringer als im Sommer. Eine Photovoltaik erzeugt rund 70% des jährlichen Stromertrags von April bis September. In den Wintermonaten ist der Gewinn deshalb deutlich niedriger. Es muss demnach auch mehr Netzstrom hinzugekauft werden, um den täglichen Strombedarf zu decken.

Eine Solaranlage bringt steuerlichen und bürokratischen Aufwand mit sich

Eine eigene Solaranlage müssen Sie beim Finanzamt, der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber anmelden. Zudem gilt das Betreiben einer Photovoltaik als gewerbliche Tätigkeit, weshalb Steuern anfallen. In einigen Fällen muss sogar ein Gewerbe angemeldet werden. Als privater Betreiber einer kleinen Anlage unter 10-kWp können Sie jedoch von der Liebhaberei-Regelung Gebrauch machen. Ihre Solaranlage wird im letzten Fall steuerlich vom Finanzamt befreit. 

-> Mehr zum Thema: Liebhaberei - Vereinfachungsregelung bei PV-Anlagen

Solarmodule aus Asien sind weniger umweltfreundlich

PV-Module aus China sind in der Regel günstiger. Das liegt daran, dass in großer Masse produziert werden kann und die Arbeitslöhne niedriger sind. Die langen Transportwege, die die Solarmodule nach Deutschland zurücklegen müssen, sowie die Produktionsweise machen sie jedoch weniger umweltfreundlich. 

Das Fraunhofer ISE untersuchte den CO2-Fußabdruck verschiedener Herstellungsstandorte von Photovoltaikmodulen. China schneidet dabei mit 750 Kilogramm CO₂ pro kWp am schlechtesten ab. In Deutschland lag der Durchschnitt bei 520 kg CO₂ je kWp.

Solarthermie: Vor- und Nachteile von Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung 

Neben der Stromerzeugung kann Sonnenenergie auch zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Statt einer Photovoltaik wird dazu eine Solarthermieanlage verwendet. 

Vorteile von Solarthermie 

Die Vorteile der Nutzung von Solarenergie zur Wärmeerzeugung sind folgende: 

Kostenlos Energieerzeugung für 20-30 Jahre

Eine Solarthermieanlage erzeugt kostenlos 20 bis 30 Jahre lang Wärme. Die Wartungs- und Reinigungskosten sind dabei geringer als bei Photovoltaik. Nimmt man die Anschaffungskosten als Grundlage für den Wärmepreis, kostet eine Kilowattstunde zwischen 0,10 € und 0,20 €. Der Preis ist dabei gleichbleibend, während fossile Brennstoffe wie Öl und Gas jährlich teurer werden.

Überschüssige Energie kann im Pufferspeicher gelagert werden

Solarthermieanlagen nutzen immer einen Wärmespeicher. Wird die erzeugte Wärme nicht direkt zum Heizen oder Erwärmen von Warmwasser genutzt, wird sie in einen Pufferspeicher eingespeist. Sie kann dann zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. So bleibt keine erzeugte Wärme ungenutzt.

Eine Solarthermieanlage ist CO₂-frei und klimafreundlich

Genau wie bei Photovoltaik arbeitet auch eine Solarthermieanlage emissionsfrei und klimaneutral. Die energetische Amortisation beträgt zwei bis vier Jahre. Nach dieser Zeit hat die Anlage eine Menge an Energie erzeugt, die für die Herstellung und den Transport benötigt wurde. Danach erzeugt sie die nächsten 20 bis 30 Jahre klimaneutrale Wärme.

Direkte Zuschüsse für Solarthermieanlagen

Das Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) gewährt Zuschüsse für Solarthermie. Sie können direkte Zahlungen in Höhe von bis zu 30% der Investitionskosten erhalten. 

Solarthermie kann auch an der Hauswand installiert werden

Solarthermie-Platten lassen sich gut an der Hauswand installieren. Dank dieser Montageart kann das Dach frei für eine zusätzliche Photovoltaikanlage bleiben. Außerdem erzielen die steil angebrachten Solarkollektoren im Winter, sprich dann, wenn auch geheizt wird, einen besseren Ertrag. Das liegt daran, dass die Sonne im Winter einen flachen Winkel hat. Zusätzlich kann auf diese Weise ein Wärmeüberschuss im Sommer verhindert werden. 

Nachteile von Solarthermie 

Neben den Vorteilen hat die Solarthermie auch ein paar Nachteile.

Hohe Anschaffungskosten

Ebenso wie bei Photovoltaik entstehen auch für Solarthermieanlagen hohe Anschaffungskosten. Im Durchschnitt betragen diese für ein Einfamilienhaus knapp 10.000 €. In vielen Fällen sind die Anschaffung einer Solarthermieanlage darüber hinaus mit einer Kesselmodernisierung verbunden. Hier können nochmal Kosten bis zu 10.000 € auf Sie zukommen. 

Für Solarthermie erhalten Sie aber auch Förderungen in Form von Direktzahlungen. Vom BAFA erhalten Sie bis zu 30% des Anschaffungspreises ausgezahlt. Das reduziert die Anschaffungskosten also auf nur 7.000 €.

Ungenutzte Wärme im Sommer

Besonders im Sommer, wenn nicht geheizt wird, entsteht ein Überschuss an Wärme. Ist der Pufferspeicher voll, bleibt die Wärme meist ungenutzt. Eine Möglichkeit ist es, das Wasser im eigenen Pool zu erwärmen - sofern Sie einen besitzen. 

Eine andere Lösung ist es, die Kollektoren an der Hauswand statt dem Dach anzubringen. Hier ist der Winkel der Sonneneinstrahlung im Sommer schlechter und demnach ist auch die Wärmeerzeugung niedriger. Für den Winter ist der Winkel jedoch perfekt. Die Solarthermieanlage erzeugt mehr Wärme, die Sie zum Heizen nutzen können.

Abhängigkeit vom Wetter

Solarenergie ist immer abhängig vom Wetter. Im Gegensatz zu Photovoltaik ist Solarthermie aber unabhängiger von der Sonneneinstrahlung. Selbst bei diffusen Lichtverhältnissen erbringt eine Solarthermieanlage noch eine gute Leistung. Im Winter ist die Leistung jedoch um bis zu 30% geringer. Das liegt an den geringeren Temperaturen und der geringeren Anzahl an Sonnenstunden pro Tag. 

Erzeugt nur Wärme und keinen Strom

Photovoltaik wird zur Stromerzeugung genutzt. Strom ist vielseitig einsetzbar und kann ebenso Warmwasser zum Verbrauch oder Heizen erzeugen. Eine Solarthermieanlage ist leider weniger flexibel. Wollen Sie beides, lohnt sich für Sie eventuell eine Kombinationsanlage aus Solarthermie und Photovoltaik. Alternativ können Sie sich für den Einsatz von Hybridmodulen entscheiden. Diese vereinen Photovoltaik und Solarthermie in einem.   

Fazit 

Ob Solarthermie oder Photovoltaik, die Nutzung von Solarenergie hat viele Vorteile. Sie erzeugen Strom und Wärme emissionsfrei und zusätzlich kostenlos für die nächsten 30 bis 40 Jahre. Förderungen in Form von Direktzahlungen und günstigen Krediten helfen, den Anschaffungspreis zu verringern. Sind die Anschaffungskosten erstmal finanziert, sind Sie zuverlässig unabhängig von den steigenden Energiepreisen.

Damit Ihre Solaranlage auch wirklich so lange zuverlässig Strom oder Wärme erzeugt, ist eine korrekte Planung und Installation wichtig. Lassen Sie sich deshalb unbedingt von einem Fachbetrieb beraten. Wenn Sie das unten stehende Formular ausfüllen, verbinden wir Sie mit bis zu fünf Solarteuren aus Ihrer Region. Vergleichen Sie die Angebote und sparen bis zu 30%!