Photovoltaik Solaranlagen: Vor- und Nachteile

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 23/10/2021

Photovoltaikanlagen haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und Beliebtheit gewonnen. Aber sind diese Solaranlagen denn wirklich so vorteilhaft, wie viele oft glauben?

Wer für das eigene Heim eine Solarenergie nutzen möchte, sollte sich vorab folgende Vor- und Nachteile ansehen.

Vorteile:

  • Positive Ökobilanz
  • Geringere Stromkosten
  • Hohe Lebensdauer
  • Wartungsarm
  • Zapfsäule für E-Autos

Nachteile:

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Viel Platz wird benötigt
  • Schwachstelle Wechselrichter
  • Beschädigung der Paneele
  • Leistung Wetterabhängig

Vorteile von Solaranlagen

Beginnen wir doch mit den Vorteilen, denn diese sind ja schließlich der Grund, warum sich viele eine Solaranlage anschaffen.

Positive Ökobilanz - saubere Energiequelle

Solaranlagen tragen zur Schonung der Umwelt einen großen Beitrag bei. Sie sind bis zu 95% recycelbar und sind dazu auch noch schadstoffarm. 

Besonders in Zeiten der Klimaerwärmung ist solarproduzierter Strom ein wichtiger Bestandteil, um die Energiewende zu beschleunigen. Dadurch werden die CO2-Emissionen gesenkt und man leistet seinen Beitrag als Klimaschützer. Im besten Fall produziert Ihre Solaranlage so viel Strom, wie Ihr ganzer Haushalt verbraucht. 

Unabhängigkeit von Strompreisen

Mit einer eigner Solaranlage kann sich jeder Haushalt unabhängig von anderen Stromversorgern machen. Das ist besonders vorteilhaft, da die Strompreise ständig ansteigen und somit ein großer Teil des monatlichen Haushaltsbudgets dafür benötigt wird.

Strompreise Deutschland

Entwicklung der Strompreise. Quelle: Statista.

Während die meisten Haushalte sich auch in den nächsten Jahren über teure Stromrechnungen ärgern müssen, können Sie weiterhin Ihren selbst hergestellten Strom produzieren und verbrauchen. Umso höher die Strompreise werden, desto mehr Geld können sie im Vergleich zur Stromrechnung einsparen.

Hohe Lebensdauer von 25 Jahren

Wer sich für eine hochwertige Solaranlage entscheidet, kann diese über viele Jahre zur Stromgewinnung einsetzen. Diese Anlagen bieten eine hohe Lebensdauer. In einer mehr als 50-jährigen Geschichte hat sich die Technologie der Solarmodule positiv entwickelt. Die Prozesse der Stromproduktion konnte durch eine moderne Technologie immer weiter optimiert werden.

Von modernen Photovoltaikmodulen kann erwartet werden, dass es über 25 Jahre dafür verwendet werden kann, um energieeffizient und zuverlässig Sonnenenergie zu erzeugen. Hausbesitzer können sich somit sicher sein, dass über viele Jahre der Wert des Eigenheims gesteigert wird. 

Sehr Wartungsarm

Da Solarmodule über keine beweglichen Teile, wie das etwa bei einem Auto der Fall ist, verfügen, sind sie sehr verschleißarm und Wartungen und Instandhaltungen sind somit überschaubar.

Zusätzlich dazu ist eine regelmäßige Reinigung notwendig, damit die Solarmodule das optimale Niveau beibehalten. Diese Reinigung kann aber auch von Ihnen selbst, mit einem Gartenschlauch, durchgeführt werden. Die Reinigung dient lediglich dazu, die Module von Schmutz und Laub zu befreien.

Eine PV-Anlage wird regelmäßig durch Umwelteinflüsse verunreinigt. Diese Verschmutzungen führen zu niedrigeren Erträgen, weshalb diese schnellstmöglich entfernt werden sollten.

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Zapfsäule für das eigene E-Auto

Im Jahr 2030 sollen vier von fünf neu zugelassenen Fahrzeugen E-Autos sein. Wäre es nicht schön, dann eine eigene Solartankstelle zu besitzen? 

Mit selbst produziertem Strom können Sie sich eine eigene Zapfsäule anlegen. Eine Heimladestation bietet Ihnen den Vorteil, dass Sie Ihr Fahrzeug jederzeit mit Ihrem selbst erzeugten Strom versorgen können.

Mithilfe einer Ladestation kann mit einem Zusatzmodul dafür gesorgt werden, dass Sie gleich mehrere Elektrofahrzeuge mit einer gleichbleibenden Anschlussleitung aufladen können.

Nachteile von Solaranlagen

Neben den ganzen vielen Vorteilen und positiven Aspekten, gibt es aber auch die Schattenseiten von Solarmodulen, mit denen viele anfangs nicht rechnen.

Hohe Anschaffungskosten und lange Amortisationszeit

Anders als bei einer verbrauchsabhängigen Stromabrechnung ist bei einer Solaranlage eine hohe Vorabinvestition notwendig. Bereits eine einfache PV-Anlage kostet mehrere tausend Euro und meist ist hier noch nicht einmal der Solarspeicher dabei. 

Diese Kosten amortisieren sich leider erst nach ungefähr 10 bis 15 Jahren. 

Photovoltaik Solaranlagen benötigen viel Platz

Ein wichtiger Aspekt bei der Anschaffung von Solaranlagen ist der benötigte Platz. Ein Standard-Solarmodul ist in etwa 1,7 m lang und 1 m breit. Eines genügt aber nicht, es müssen oftmals bis zu 20 Module angebracht werden, um die Stromproduktion für den Hausverbrauch abzudecken. Und all diese Module brauchen nun einmal viel Platz.

Geringe Lebensdauer des Wechselrichters

Der Wechselrichter könnte als Schwachstelle der gesamten Photovoltaikanlage bezeichnet werden. 

Auch wenn eine Solaranlage eher einen geringen Verschleiß hat, ist der Wechselrichter alle 10 bis 15 Jahre auszutauschen. Und dieser kostet pro kW Wechselrichterleistung um die 200 Euro.

Beschädigung der Panele

Da Solarpanele dem Wetter ungeschützt ausgeliefert sind, werden diese oftmals schnell beschädigt. Besonders bei Unwettern werden diese Solarmodule oftmals in Mitleidenschaft gezogen. Sturm, Schneefall oder Hagel können im nu die Stromerzeugung lahmlegen. Wenn diese dann vielleicht auch nicht gegen Unwetterschäden versichert sind, können hohe Reparatur- oder gar Erneuerungskosten auf Sie zukommen.

Leistung ist Wetterabhängig

Da ein Solarmodul die Energie aus der Sonne gewinnt, ist die Stromproduktion mit Solar von der Intensität der Sonne abhängig. Schwankendes Sonnenlicht aufgrund von Wetter, Wolkenbedeckung, Zeit oder Jahreszeit können die Produktion stark beeinflussen. Vor allem am Abend, wo häufiger stromintensive Geräte genutzt werden, ist fast keine Solarenergieproduktion vorhanden, wodurch möglicherweise auf das Stromnetz zurückgegriffen werden muss. Wenn die durchschnittliche jährliche Energieausbeute nicht erreicht wird, kann es schon einmal vorkommen, dass die Betreiber der Solaranlage in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Einkommen und Umsatzsteuer

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage nutzen möchten und regelmäßig Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen möchten, zählt das als gewerbliche Tätigkeit. Sie sind daher verpflichtet, die Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden.

Für den verkauften Strom wird eine Umsatzsteuer fällig, die Sie an das Finanzamt abführen müssen.

Der Gewinn, der beim Verkauf des Stroms erzielt wird, gilt als Einkommen. Aus diesem Grund ist auch eine Einkommenssteuer fällig.

Alle Gewinne, die durch die Solaranlage erzielt werden, werden in der EÜR bei Ihrer Steuererklärung an das zuständige Finanzamt übermittelt.

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