Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
- Die Stromkosten einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus liegen 2026 im Schnitt bei 750 bis 1.600 € pro Jahr (rund 65 bis 135 € im Monat). Sehr sparsame Anlagen liegen darunter, ein unsanierter Altbau darüber.
- Luft-Wärmepumpen verursachen höhere Stromkosten als Erd- oder Wasser-Wärmepumpen, weil ihre Jahresarbeitszahl niedriger ist.
- Der Strompreis für Wärmepumpen liegt 2026 im Schnitt bei rund 22 bis 27 ct/kWh, spezielle Aktionstarife starten ab etwa 20 ct/kWh. Das ist rund 10 bis 15 ct/kWh günstiger als der Haushaltsstrom-Durchschnitt (2026 etwa 37 ct/kWh).
- Die drei größten Kostentreiber sind der Wärmebedarf des Gebäudes, die Vorlauftemperatur und die Jahresarbeitszahl (JAZ).
- Die wirksamsten Sparhebel: ein eigener Wärmepumpen-Stromtarif (dank § 14a EnWG), eine niedrige Vorlauftemperatur und die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage.
Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?
Die Stromkosten einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus liegen 2026 im Durchschnitt bei 750 bis 1.600 € pro Jahr. Das entspricht monatlichen Stromkosten von etwa 65 bis 135 €. Die genaue Höhe hängt vor allem von der Art der Wärmepumpe, vom Wärmebedarf des Hauses und von der Jahresarbeitszahl ab.
Die folgende Übersicht zeigt die typischen jährlichen Stromkosten nach Wärmepumpen-Art für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, gerechnet mit rund 30 ct/kWh (Mittelwert aus Haushalts- und Wärmepumpenstrom). Mit einem eigenen Wärmepumpentarif fallen die Kosten entsprechend niedriger aus.
| Art der Wärmepumpe | Durchschnittliche Stromkosten |
|---|---|
| Warmwasser-Wärmepumpe | 200 bis 400 € / Jahr |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | 600 bis 900 € / Jahr |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | 700 bis 1.050 € / Jahr |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | 1.000 bis 1.400 € / Jahr |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 1.000 bis 1.600 € / Jahr |
| Hochtemperatur-Wärmepumpe | 1.800 bis 2.800 € / Jahr |
Die Stromkosten sind der größte Posten der laufenden Betriebskosten einer Wärmepumpe. Für Wartung und Versicherung kommen pro Jahr nur einige Hundert Euro dazu.
Stromkosten pro Monat
Über das Jahr verteilt entstehen die Stromkosten sehr ungleich. Im Winter heizt die Wärmepumpe deutlich mehr und arbeitet bei niedrigen Außentemperaturen weniger effizient, im Sommer läuft sie fast nur für das Warmwasser. Für ein typisches Einfamilienhaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe bedeutet das:
- Wintermonate (Dezember bis Februar): etwa 150 bis 220 € pro Monat
- Übergangsmonate (Frühjahr, Herbst): etwa 60 bis 100 € pro Monat
- Sommermonate (Juni bis August): etwa 25 bis 45 € pro Monat
Im Jahresmittel ergeben sich daraus die genannten 65 bis 135 € pro Monat. Wichtig für die Haushaltsplanung: Die meisten Versorger rechnen mit einem gleichbleibenden monatlichen Abschlag, der die Wintermonate ausgleicht.

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Stromkosten nach Wärmepumpen-Art und Leistung
Ausschlaggebend für die Stromkosten ist die Effizienz der jeweiligen Wärmepumpen-Art, ausgedrückt in der Jahresarbeitszahl. Je höher die JAZ, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe für die gleiche Wärmemenge.
Das folgende Beispiel zeigt die Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (die häufigste Art) nach Heizleistung. Dabei wird mit rund 2.000 Vollbenutzungsstunden im Jahr, der realen Feld-Jahresarbeitszahl von 3,4 und 30 ct/kWh gerechnet. Eine höhere Heizleistung steht dabei für ein größeres oder schlechter gedämmtes Haus:
| Heizleistung | Jährlicher Stromverbrauch | Jährliche Stromkosten |
|---|---|---|
| 4 kW | 2.350 kWh | 710 € / Jahr |
| 6 kW | 3.550 kWh | 1.060 € / Jahr |
| 8 kW | 4.700 kWh | 1.410 € / Jahr |
| 10 kW | 5.900 kWh | 1.760 € / Jahr |
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) arbeitet mit einer höheren Jahresarbeitszahl von etwa 4,0 bis 4,3 und braucht bei gleichem Wärmebedarf rund 20 bis 25% weniger Strom. Noch effizienter ist die Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit etwa 4,5 bis 5,0. Beide verursachen dafür deutlich höhere Anschaffungskosten durch die Erschließung von Erdreich oder Grundwasser. Die Warmwasser-Wärmepumpe bereitet nur das Warmwasser auf und hat mit 200 bis 400 € pro Jahr die geringsten Stromkosten.
Stromkosten nach Gebäudezustand und Wohnfläche
Den größten Einfluss auf die Stromkosten hat der energetische Zustand eines Gebäudes. Ein schlecht gedämmtes Haus braucht mehr Wärme und zwingt die Wärmepumpe zu höheren Vorlauftemperaturen, was die Effizienz senkt. Die folgende Übersicht gilt als Richtwert für ein Einfamilienhaus mit rund 140 m² Wohnfläche und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, gerechnet mit etwa 27 ct/kWh Wärmepumpenstrom. Ein stark unsanierter Altbau kann darüber liegen:
| Gebäudezustand | Realistische JAZ | Stromverbrauch | Jährliche Stromkosten |
|---|---|---|---|
| Neubau / KfW-Effizienzhaus | 4,0 bis 4,3 | 2.000 bis 2.500 kWh | 540 bis 675 € |
| Sanierter Altbau | 3,6 bis 3,9 | 3.300 bis 3.800 kWh | 890 bis 1.030 € |
| Teilsanierter Altbau | 3,2 bis 3,5 | 4.800 bis 5.400 kWh | 1.300 bis 1.460 € |
| Unsanierter Altbau | 2,8 bis 3,0 | 6.500 bis 7.600 kWh | 1.760 bis 2.050 € |
Stromkosten im Altbau
Im Altbau liegen die Stromkosten einer Wärmepumpe folglich spürbar höher als im Neubau. Sie bewegen sich normalerweise zwischen 1.300 und 2.050 € pro Jahr, können im unsanierten Bestand jedoch auch darüber liegen. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern der Dämmstandard und die nötige Vorlauftemperatur. Ein Altbau lässt sich trotzdem wirtschaftlich mit einer Wärmepumpe beheizen, wenn die wichtigsten Wärmeverluste (Dach, Fenster, Kellerdecke) beseitigt sind und großflächige Heizkörper oder eine Fußbodenheizung eine Vorlauftemperatur um 45 bis 50 °C erlauben. Bereits eine Teilsanierung senkt den Wärmebedarf und damit die Stromkosten deutlich.
Strompreis für Wärmepumpen 2026: Was kostet die Kilowattstunde?
Der Strompreis für Wärmepumpen liegt 2026 im Schnitt bei rund 22 bis 27 ct/kWh. Spezielle Wärmepumpentarife mit Aktionskonditionen sind ab etwa 20 ct/kWh zu haben. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei etwa 37 ct/kWh. Ein eigener Wärmepumpenstrom ist damit rund 10 bis 15 ct/kWh günstiger als normaler Haushaltsstrom.

Hinter dem günstigeren Tarif für Wärmepumpenstrom steckt eine rechtliche Grundlage. Eine Wärmepumpe gilt seit 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf sie in Spitzenzeiten kurz drosseln und gewährt dafür ein reduziertes Netzentgelt. Das senkt den Strompreis je nach Netzgebiet um rund 5 bis 6 ct/kWh. Voraussetzung für einen Wärmepumpentarif ist normalerweise ein separater Stromzähler.
Wer einen digitalen Zähler (Smart Meter) hat, kann außerdem einen dynamischen Stromtarif nutzen, der sich stündlich am Börsenpreis orientiert. Läuft die Wärmepumpe bevorzugt dann, wenn Strom günstig ist, sinken die Kosten weiter. Welcher Tarif sich für welchen Verbrauch lohnt, zeigt der Ratgeber zum Wärmepumpenstrom im Detail.
Stromkosten einer Wärmepumpe berechnen
Die Stromkosten einer Wärmepumpe berechnen Sie in zwei Schritten. Zuerst den Stromverbrauch, dann die Kosten:
- Stromverbrauch (kWh) = Wärmebedarf (kWh) / Jahresarbeitszahl
- Stromkosten (€) = Stromverbrauch (kWh) x Strompreis (€/kWh)
Beispiel: Ein saniertes Einfamilienhaus mit 140 m² hat einen Wärmebedarf von rund 14.000 kWh im Jahr (Heizung und Warmwasser). Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,8 ergibt das einen Stromverbrauch von etwa 3.700 kWh. Mit einem Wärmepumpentarif von 27 ct/kWh kostet der Betrieb rund 1.000 € pro Jahr, mit normalem Haushaltsstrom (37 ct/kWh) etwa 1.370 €.
Mit dem folgenden Rechner ermitteln Sie Ihre individuellen Stromkosten, indem Sie Wohnfläche, energetischen Zustand, Jahresarbeitszahl und Strompreis an Ihre Situation anpassen. Beachten Sie, dass es sich um Annäherungswerte handelt. Die tatsächlichen Kosten können abweichen.
Wärmepumpen-Stromkosten-Rechner
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Wie lassen sich die Stromkosten einer Wärmepumpe senken?
Sie senken die Stromkosten einer Wärmepumpe, indem Sie den Stromverbrauch senken und den Strom günstiger einkaufen. Diese Hebel sind am wirksamsten:
Niedrige Vorlauftemperatur
Die optimale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe liegt bei etwa 35 °C. Jedes Grad weniger senkt den Stromverbrauch um rund 2,5%. Ihre höchste Effizienz erreicht eine Wärmepumpe beim Einsatz von Fußbodenheizungen bzw. Niedertemperatur-Heizkörpern. Oberhalb von etwa 55 °C Vorlauftemperatur sinkt die Effizienz deutlich.
Hohe Jahresarbeitszahl
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Bei einer JAZ von 4 werden aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme. In der Praxis erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen laut den Feldstudien des Fraunhofer ISE eine reale JAZ von rund 3,4, erdgekoppelte Sole-Wärmepumpen rund 4,3 (Projekt „WP-QS im Bestand“, 2025). Wasser-Wasser-Wärmepumpen wurden dort nicht separat vermessen; sie liegen erfahrungsgemäß etwas höher bei etwa 4,5 bis 5,0. Die auf Geräte-Datenblättern angegebenen Bestwerte beziehen sich übrigens auf normierte Prüfbedingungen und werden im Alltag meist nicht ganz erreicht.
Gut gedämmtes Gebäude
Je besser das Haus gedämmt ist, desto weniger Wärme geht verloren und desto weniger Strom verbraucht eine Wärmepumpe. Der Wärmebedarf ist der größte Einzelhebel. Er entscheidet, ob die Wärmepumpe 2.000 oder 7.000 kWh Strom im Jahr zieht.
Wärmepumpenstromtarif nutzen
Ein eigener Wärmepumpentarif ist gegenüber dem normalen Haushaltsstrom rund 10 bis 15 Cent pro kWh günstiger. Der Preisvorteil liegt je nach Verbrauch und Tarif grob bei 300 bis 700 € pro Jahr. Der Tarif lohnt sich in der Regel ab einem Wärmepumpen-Stromverbrauch von etwa 3.000 kWh im Jahr, da ein separater Zähler zusätzliche Grundkosten verursacht.
Mit Photovoltaik kombinieren
Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage für die Wärmepumpe erzeugen Sie einen Teil des Stroms selbst. Solarstrom vom eigenen Dach kostet nur rund 10 bis 12 ct/kWh und ist damit die günstigste Kilowattstunde überhaupt. Der Haken ist die Jahreszeit. Die Photovoltaik-Anlage liefert im Sommer am meisten Strom, während die Wärmepumpe im Winter am meisten verbraucht. Am besten passt die Solarernte deshalb im Frühjahr und Herbst zum Heizbetrieb. Im Sommer deckt sie den geringen Warmwasserbedarf mühelos, im Winter trägt sie dagegen nur wenig bei. Über das Jahr gerechnet lässt sich dementsprechend je nach Anlage bis zu rund ein Drittel des Wärmepumpenstroms selbst erzeugen.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt je nach Effizienz und Gebäude typischerweise bei rund 27 bis 42 kWh pro Quadratmeter und Jahr, für ein Einfamilienhaus folglich grob zwischen 3.000 und 6.000 kWh. Wie sich der Verbrauch genau zusammensetzt, wie Sie ihn für Ihr Haus berechnen und mit welchen Werten die einzelnen Wärmepumpen-Arten laufen, lesen Sie ausführlich in unserem Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe nach.
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