Das Wichtigste zuerst
Das Wichtigste zuerst
- Eine Photovoltaikanlage erzeugt in Deutschland im Schnitt 1.018 Kilowattstunden je Kilowatt Peak im Jahr.
- Der spezifische Ertrag steigt von rund 33 Kilowattstunden je Kilowatt Peak im Januar auf 127 Kilowattstunden im Juni und sinkt bis Dezember auf 29 Kilowattstunden.
- Je Kilowatt Peak fallen im Jahresmittel 2,79 Kilowattstunden pro Tag an, im Juni gut vier und im Dezember unter einer Kilowattstunde.
- Eine 10-kWp-Anlage erzeugt rund 10.200 Kilowattstunden im Jahr.
- Zwischen Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg liegen rund 14% Ertragsunterschied.
Wie hoch ist der PV-Ertrag pro kWp im Jahr?
Eine PV-Anlage erzeugt in Deutschland durchschnittlich 1.018 Kilowattstunden je Kilowatt Peak im Jahr. Dieser Wert wird als spezifischer Ertrag bezeichnet. Er beschreibt die Strommenge je installierter Leistung, angegeben in Kilowattstunden pro Kilowatt Peak und Jahr (kWh/kWp/Jahr). Der spezifische Ertrag macht Anlagen unterschiedlicher Größe vergleichbar, da er die absolute Leistung herausrechnet und nur die Ausbeute je Kilowatt Peak beschreibt.
Eine 7-kWp-Anlage erreicht anhand dieses Richtwerts rund 7.100 Kilowattstunden im Jahr. Allein im ertragreichen Juni sind es rund 890 Kilowattstunden. Wie sich die installierte Leistung in eine Jahresmenge umrechnen lässt, erklärt unser Beitrag zur Umrechnung von Kilowatt Peak in Kilowattstunden.
Wie hoch ist der PV-Ertrag pro Monat im Jahresverlauf (Tabelle)?
Der spezifische Ertrag steigt von rund 33 Kilowattstunden je Kilowatt Peak im Januar auf einen Höchstwert von 127 Kilowattstunden im Juni, bevor er bis Dezember auf den Jahrestiefstwert von 29 Kilowattstunden sinkt. Der Juni ist damit der ertragreichste Monat, dicht gefolgt vom Juli mit 126 Kilowattstunden. Die Ausbeute im Sommerhoch liegt somit mehr als viermal so hoch wie im trüben Jahresausklang.
Ursache ist der Sonnenstand: Von März bis August steht die Sonne hoch und lange am Himmel, sodass mehr Strahlung auf die Module trifft. Im Winter treffen die flachen Strahlen in einem ungünstigen Winkel auf und werden von kürzeren Tagen zusätzlich begrenzt. Für die Planung bedeutet das, dass ein Großteil des Jahresertrags in wenigen Sommermonaten erzeugt wird. Ein Speicher kann diesen Überschuss jedoch nur begrenzt in den Winter übertragen.
Wie ungleich sich der Ertrag über das Jahr verteilt, veranschaulicht die Monatstabelle mit dem spezifischen Ertrag je Kilowatt Peak.
| Monat | spezifischer Ertrag |
|---|---|
| Januar | 33 kWh/kWp |
| Februar | 52 kWh/kWp |
| März | 89 kWh/kWp |
| April | 116 kWh/kWp |
| Mai | 125 kWh/kWp |
| Juni | 127 kWh/kWp |
| Juli | 126 kWh/kWp |
| August | 116 kWh/kWp |
| September | 97 kWh/kWp |
| Oktober | 69 kWh/kWp |
| November | 39 kWh/kWp |
| Dezember | 29 kWh/kWp |
Methodik (Stand: August 2026): Simulation über das EU-Tool PVGIS (Datenbank PVGIS-SARAH3, 2005-2023; keine Realdaten). Parameter: 1 kWp, kristallines Silizium, Aufdach-Montage, 30 Grad Neigung, Südausrichtung, 14% Systemverluste. Der Deutschland-Wert basiert auf zwei Standorten je Bundesland, gewichtet nach der Landesfläche.
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PV-Ertrag nach Jahreszeiten
Der Sommer liefert mit 369 Kilowattstunden je Kilowatt Peak den größten Anteil am Jahresertrag, der Winter mit 115 Kilowattstunden den geringsten. Frühling und Sommer machen zusammen gut zwei Drittel des Jahresertrags aus, während auf Herbst und Winter nur knapp ein Drittel entfällt. Im Winter mindert zusätzlich Schnee auf den Modulen den Ertrag.
So verteilt sich der Jahresertrag von 1.018 Kilowattstunden je Kilowatt Peak auf die vier Jahreszeiten.
| Jahreszeit | Ertrag | Anteil am Jahr |
|---|---|---|
| Frühling (März bis Mai) | 330 kWh/kWp | 32% |
| Sommer (Juni bis August) | 369 kWh/kWp | 36% |
| Herbst (September bis November) | 205 kWh/kWp | 20% |
| Winter (Dezember bis Februar) | 115 kWh/kWp | 11% |
Summiert aus den Monatswerten der Tabelle oben, gleiche Methode und Parameter wie dort; die Einzelwerte sind gerundet, sodass Summen um bis zu 1 Kilowattstunde je Kilowatt Peak abweichen können (Stand August 2026).
Wie viel kWh produziert eine PV-Anlage pro Tag?
Je Kilowatt Peak erzeugt eine PV-Anlage in Deutschland im Jahresmittel 2,79 Kilowattstunden pro Tag. Im ertragreichsten Monat Juni klettert dieser Tagesertrag auf 4,23 Kilowattstunden, während es im schwächsten Monat Dezember nur 0,95 Kilowattstunden sind.
Der Tagesertrag gibt einen Anhaltspunkt für den Eigenverbrauch, denn er zeigt, wie viel Strom an einem durchschnittlichen Tag des jeweiligen Monats zur Verfügung steht. Ein einzelner sonniger Tag im Juni kann den Mittelwert deutlich übertreffen, ein bedeckter ihn unterschreiten. Wie viel Strom sich davon nutzen oder speichern lässt, hängt zusätzlich vom Lastprofil des Haushalts und der zeitlichen Überschneidung von Erzeugung und Verbrauch ab. Der Monatsmittelwert liefert daher lediglich eine grobe Orientierung, ersetzt aber keine exakte Auslegung von Anlage und Speicher.
Wie weit der stärkste und der schwächste Monat beim Tagesertrag auseinanderliegen, zeigt der Vergleich je Kilowatt Peak.
| Zeitraum | Ertrag je kWp und Tag |
|---|---|
| Jahresmittel | 2,79 kWh |
| Juni (bester Monat) | 4,23 kWh |
| Dezember (schwächster Monat) | 0,95 kWh |
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Berechnung der Tageserträge: Berechnet auf Basis der ungerundeten monatlichen PVGIS-Originalwerte (geteilt durch die Tage des Monats). Durch die Rundung der Tabellenwerte oben können sich beim Nachrechnen minimale Differenzen ergeben.
PV-Ertrag im Tagesverlauf
Über den Tag folgt der Ertrag dem Sonnenstand und erreicht zur Mittagszeit sein Maximum. Über das Jahr hinweg summieren sich diese Tagesverläufe zu dem, was eine Solaranlage insgesamt erzeugt.
Wann dieser Tagesertrag anfällt und wann der Haushalt ihn braucht, zeigt der Vergleich von Erzeugung und Verbrauch über einen sonnigen Tag.

Da die Erzeugung mittags ihren Höhepunkt hat, der Verbrauch in vielen Haushalten jedoch morgens und abends liegt, lohnt es sich, den Eigenverbrauch zur Mittagsspitze zu erhöhen. Alle diese Werte gelten je Kilowatt Peak und dienen als Basis, um den Ertrag einer ganzen Anlage hochzurechnen.
Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage je nach Anlagengröße?
Eine 5-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland rund 5.100 Kilowattstunden im Jahr, eine 10-kWp-Anlage rund 10.200 Kilowattstunden. Der Gesamtertrag wächst somit linear mit der installierten Leistung, während der spezifische Richtwert von 1.018 Kilowattstunden je Kilowatt Peak konstant bleibt. Um den Gesamtertrag zu berechnen, wird dieser einfach mit der jeweiligen Anlagenleistung multipliziert. Den genauen Wert je Anlagengröße zeigen unsere Artikel zum Ertrag einer 5-kWp-Anlage und zum Ertrag einer 10-kWp-Anlage.
Wie hoch ist der PV-Ertrag in den einzelnen Bundesländern?
Der spezifische Ertrag reicht von 941 Kilowattstunden je Kilowatt Peak in Schleswig-Holstein bis hin zu 1.077 Kilowattstunden in Baden-Württemberg, ein Unterschied von rund 14%. Die süddeutschen Länder liegen wegen der höheren Sonneneinstrahlung generell über den norddeutschen. Innerhalb eines Bundeslandes streuen die Werte allerdings ebenfalls, da die zugrundeliegende Erhebung pro Land auf zwei Standorten basiert. Wie viel Sonnenenergie genau am jeweiligen Standort ankommt, beschreibt die Globalstrahlung nach Region.
Für jedes Bundesland ergibt die PVGIS-Auswertung folgenden Jahresertrag je Kilowatt Peak:
| Bundesland | Jahresertrag |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 1.077 kWh/kWp |
| Bayern | 1.076 kWh/kWp |
| Rheinland-Pfalz | 1.044 kWh/kWp |
| Saarland | 1.034 kWh/kWp |
| Sachsen | 1.030 kWh/kWp |
| Sachsen-Anhalt | 1.027 kWh/kWp |
| Brandenburg | 1.016 kWh/kWp |
| Hessen | 1.011 kWh/kWp |
| Thüringen | 1.008 kWh/kWp |
| Berlin | 1.000 kWh/kWp |
| Nordrhein-Westfalen | 978 kWh/kWp |
| Mecklenburg-Vorpommern | 970 kWh/kWp |
| Niedersachsen | 958 kWh/kWp |
| Bremen | 957 kWh/kWp |
| Hamburg | 946 kWh/kWp |
| Schleswig-Holstein | 941 kWh/kWp |
Methodik (Stand: August 2026): Berechnet mit dem EU-Tool PVGIS (gleiche Parameter wie wie Monatstabelle). Die Werte basieren auf dem Mittelwert von zwei Standorten Bundesland. Sie dienen als grobe Orientierung für die Größenordnung und ersetzen keine standortgenaue Berechnung.
Wie viel kWh erzeugt 1 qm Photovoltaik pro Jahr?
Ein Quadratmeter moderner Solarmodule erzeugt in Deutschland rund 230 Kilowattstunden im Jahr, das entspricht gut 0,6 Kilowattstunden je Quadratmeter und Tag. Dieser Wert basiert auf einer heute üblichen Modulleistung von rund 225 Watt je Quadratmeter, abgeleitet aus dem vom Fraunhofer ISE ausgewiesenen Modulwirkungsgrad, sowie dem spezifischen Jahresertrag von 1.018 Kilowattstunden je Kilowatt Peak. Ältere Anlagen mit geringerer Leistung erzielen entsprechend niedrige Erträge.
Auf 50 Quadratmeter Modulfläche summiert sich das auf rund 11.500 Kilowattstunden, bei 100 Quadratmeter sind es rund 22.900 Kilowattstunden im Jahr. Gemeint ist dabei die reine Modulfläche, nicht die gesamte Dachfläche: Zwischen und um die Module herum bleibt stets ungenutzter Platz, sodass ein Dach insgesamt mehr Fläche benötigt als die reine Modulbelegung. Wie viel Platz ein einzelnes Modul einnimmt, zeigt unsere Übersicht zu Maßen und Gewicht der PV-Module.
Welche Faktoren beeinflussen den PV-Ertrag einer Solaranlage?
Den PV-Ertrag beeinflussen vor allem Standort, Ausrichtung und Neigung der Module sowie ihr technischer Zustand. Die folgende Liste zeigt für jeden dieser Faktoren, wie er den Ertrag gegenüber dem Richtwert beeinflusst oder verändert.
- Sonneneinstrahlung: Sie schwankt nach Region und Jahreszeit und legt die Größenordnung des Ertrags fest.
- Ausrichtung und Neigung: Süden und ein Neigungswinkel um 30 Grad bringen den höchsten Ertrag, eine Ost-West-Ausrichtung etwas weniger.
- Verschattung: Bäume, Gebäude oder Schornsteine, die Schatten auf die Module werfen, senken die Leistung deutlich.
- Temperatur: Hohe Modultemperaturen mindern den Wirkungsgrad, da die Leistung mit steigender Temperatur sinkt.
- Modulqualität: Wirkungsgrad und Technik der Module bestimmen die Leistung der Solaranlage und damit den Ertrag.
- Verschmutzung: Staub, Laub oder Schnee auf den Modulen verringern den Ertrag, regelmäßige Reinigung und Wartung halten ihn hoch.
- Alter der Module: Die Leistung nimmt über die Jahre langsam ab, dieser Verlust heißt Degradation.
- Wechselrichter: Sein Wirkungsgrad beim Umwandeln von Gleich- in Wechselstrom geht direkt in den Gesamtertrag ein.
Wie berechnet man den Photovoltaik-Ertrag (Formel)?
Den PV-Ertrag berechnen Sie, indem Sie die Anlagenleistung in Kilowatt Peak mit dem Ausrichtungsfaktor und dem spezifischen Jahresertrag multiplizieren. Die Formel lautet: Anlagenleistung in kWp mal Ausrichtungsfaktor mal spezifischer Jahresertrag in kWh/kWp.
Dafür brauchen Sie drei Angaben: die installierte Leistung in Kilowatt Peak, die Ausrichtung des Dachs und den spezifischen Jahresertrag für Ihren Standort. Den spezifischen Jahresertrag liefert das kostenlose EU-Tool PVGIS für jeden Ort in Europa. Fragen Sie diesen Wert dort als Südwert bei 30 Grad Neigung ab, denn der Ausrichtungsfaktor rechnet die Abweichung von dieser Südreferenz erst danach ein. Falls Sie in PVGIS bereits Ihre tatsächliche Ausrichtung eingeben, wird deren Einfluss sonst doppelt gezählt.
Die folgende Tabelle zeigt den Ausrichtungsfaktor je Himmelsrichtung, bezogen auf eine Südausrichtung als 100%.
| Ausrichtung | Faktor |
|---|---|
| Süd | 1,0 |
| Südwest | 0,95 |
| Südost | 0,95 |
| West | 0,81 |
| Ost | 0,82 |
| Nordwest | 0,66 |
| Nordost | 0,66 |
| Norden | 0,59 |
Der Ausrichtungsfaktor gibt an, welchen Anteil des Süd-Ertrags ein anders ausgerichtetes Dach erreicht: Ein Wert von 0,95 bedeutet 95% des Höchstwerts, ein Nordwert von 0,59 nur knapp 60%. Eine 7-kWp-Anlage mit Südwestdach erreicht dementsprechend rund 6.800 Kilowattstunden im Jahr (gerechnet als 7 mal 0,95 mal 1.018). Diese Formel liefert eine verlässliche Größenordnung, ersetzt aber keine Feinplanung: Technische Verluste durch die Modultemperatur und den Wechselrichter sind bereits im spezifischen Richtwert enthalten. Nur lokale Faktoren wie eine Verschattung kommen noch hinzu.
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