String-Wechselrichter: Funktion, Strings pro Gerät, Vor- und Nachteile

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 07/08/2026
Kategorie: Wechselrichter

String-Wechselrichter: Das Wichtigste zuerst

String-Wechselrichter:
Das Wichtigste zuerst

  • Ein String-Wechselrichter wandelt den Gleichstrom mehrerer in Reihe geschalteter Solarmodule in Wechselstrom um. Ein Gerät bedient dabei die ganze Modulreihe, nicht jedes Modul einzeln.
  • String-Wechselrichter für Einfamilienhäuser führen typischerweise zwei MPP-Tracker und nehmen damit zwei bis drei Strings auf. Als Faustregel gehört jede Dachausrichtung auf einen eigenen MPP-Tracker.
  • Der String-Wechselrichter ist die günstigste Bauart für ein Standarddach, weil ein einziges Gerät statt mehrerer Einzelgeräte ausreicht.
  • Die Schwäche eines String-Wechselrichters ist Teilverschattung. Wird ein Solarmodul im String verschattet, sinkt der Ertrag des gesamten Strings.
  • Die Werksgarantie eines String-Wechselrichters liegt bei fünf bis zehn Jahren und damit deutlich unter der von Mikrowechselrichtern, die bis zu 25 Jahre erreichen (Stand Juli 2026).

Was ist ein String-Wechselrichter?

Ein String-Wechselrichter ist ein Wechselrichter, der den Gleichstrom einer ganzen Modulreihe in netzkonformen Wechselstrom umwandelt. Ein String ist dabei nichts anderes als eine Reihe von Solarmodulen, die hintereinander verkabelt sind - im Fachjargon auch PV-String oder Strang. Im Gegensatz zu Mikrowechselrichtern, die an einzelnen PV-Modulen sitzen, bedient ein String-Wechselrichter mehrere Solarmodule gleichzeitig. Der Begriff Strangwechselrichter bezeichnet dasselbe Gerät.

Für sehr große Freiflächen- und Gewerbeanlagen gibt es zusätzlich den Zentralwechselrichter, der die Leistung vieler Strings in einem einzigen großen Gerät bündelt. Auf Wohngebäuden spielt er praktisch keine Rolle.

Wie viele Module gehören in einen String?

Wie viele Solarmodule in einen PV-String gehören, bestimmt das Spannungsfenster des Wechselrichters und nicht eine feste Stückzahl. Entscheidend ist, dass die Summe der Modulspannungen auch am kältesten Wintertag unter der maximalen Eingangsspannung des Geräts bleibt und im Sommer nicht unter das MPP-Fenster fällt.

Wichtiger als die reine Anzahl ist die Gleichheit. Solarmodule in einem String sollten denselben Typ, dieselbe Leistung, dieselbe Neigung und dieselbe Ausrichtung haben. Weichen sie voneinander ab, richtet sich der ganze String am schwächsten Solarmodul, wodurch Mismatching-Verluste entstehen. Wer verschiedene Modultypen oder Ausrichtungen kombinieren will, verteilt sie deshalb auf getrennte Strings statt auf einen gemeinsamen. Wie sich Module elektrisch verbinden lassen, zeigen die Artikel zur Reihenschaltung von Solarmodulen und zum Parallelschalten von Solarmodulen.

Was ist ein Multistring-Wechselrichter?

Ein Multistring-Wechselrichter ist ein String-Wechselrichter mit zwei oder mehr MPP-Trackern, die jeden Strang separat regeln. Dadurch kann das Gerät unterschiedlich ausgerichtete Modulgruppen unabhängig voneinander optimieren.

Die Hausgeräte-Reihen von SMA und Fronius führen durchgehend zwei MPP-Tracker, sind also Multistring-Geräte. Wenn im Handel von einem String-Wechselrichter für ein Einfamilienhaus die Rede ist, sind daher meist mehrere MPP-Tracker verbaut.

Wie funktioniert ein String-Wechselrichter?

Ein String-Wechselrichter wandelt den von einem Solar-String erzeugten Gleichstrom direkt in Wechselstrom um. Elektronische Schaltungen passen dabei die Spannung so an, dass der Strom in das Hausnetz oder das öffentliche Netz eingespeist werden kann.

String-Wechselrichter Signalweg vom Solardach ins Hausnetz drei Stationen Modulstring Dach liefert Gleichstrom

Die Leistung einer Photovoltaikanlage schwankt ununterbrochen, da sich Temperatur, Einstrahlung und Verschattung ändern. Diese Schwankungen führen zu unterschiedlichen Strom- und Spannungswerten in den einzelnen PV-Modulen. Sind die Solarmodule in Reihe geschaltet, entstehen dadurch Mismatching-Verluste. Der String liefert nur so viel Strom wie sein schwächstes Glied.

Genau hier greift der MPP-Tracker im Wechselrichter ein. Er sucht laufend den Arbeitspunkt, an dem der String die größte Leistung abgibt, und regelt Spannung und Strom entsprechend nach. Vollständig verhindern lassen sich Mismatching-Verluste damit nicht, aber sie sinken deutlich. Wie stark die Umwandlung selbst zu Buche schlägt, beschreibt der Artikel zum Wirkungsgrad von Wechselrichtern.

Wie viele Strings kann ein String-Wechselrichter verwalten?

Ein String-Wechselrichter für ein Einfamilienhaus verwaltet typischerweise zwei bis drei Strings über zwei MPP-Tracker. Wie viele es im Einzelfall sind, bestimmt die Zahl der MPP-Tracker im Gerät. Der Fronius Symo GEN24 Plus etwa führt laut Herstellerdaten in allen Leistungsklassen von 3,0 bis 10,0 Kilowatt zwei MPP-Tracker mit zwei DC-Anschlüssen am ersten und einem am zweiten Tracker. Das Handbuch des SMA Sunny Tripower Smart Energy weist für die Klassen 5,0 bis 8,0 Kilowatt je einen String pro MPP-Tracker aus, in der 10,0-Kilowatt-Variante zwei Strings am zweiten Tracker (Stand Juli 2026).

MPP-Tracker String-Wechselrichter Süd-String eigener Tracker Ost- und West-String gemeinsamer Tracker Ertragsverlust

Entscheidend ist nicht die maximale Zahl der Anschlüsse, sondern ihre Zuordnung. Es gilt die Regel: eine Dachausrichtung, ein MPP-Tracker. Ein Tracker kann nur einen einzigen Arbeitspunkt einstellen. Werden ein Ost- und ein West-String an denselben Tracker angeschlossen, führt dies zu Ertragsverlusten auf beiden Dachseiten.

Zwei Strings an einem MPP-Tracker sind dagegen unproblematisch, wenn sie elektrisch zusammenpassen. Dafür müssen beide Strings denselben Modultyp, dieselbe Modulzahl und dieselbe Ausrichtung und Neigung haben. Dann verhalten sie sich wie ein einziger großer String.

Daraus folgt für die Planung: Zählen Sie zuerst die Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung oder Neigung, und wählen Sie dann ein Gerät mit mindestens ebenso vielen MPP-Trackern. Ein Satteldach mit reiner Südausrichtung kommt mit einem Tracker aus, eine Ost-West-Anlage braucht zwei. Kommt eine dritte Fläche dazu, etwa eine Dachgaube oder ein Garagendach, reicht ein Standardgerät oft nicht mehr. Welche Geräteleistung zur Modulfläche passt, klärt der Artikel zur Dimensionierung des Wechselrichters.

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Was sind die Vor- und Nachteile eines String-Wechselrichters?

Die Vorteile eines String-Wechselrichters liegen bei einfachen, gleichmäßig besonnten Dächern. Seine Nachteile zeigen sich, sobald Teilverschattung oder verwinkelte Dachflächen ins Spiel kommen.

Vorteile:

  • günstigste Bauart pro Kilowatt
  • einfache Verkabelung, kurze Kabelwege
  • Fehlersuche an einem zentralen Gerät
  • mehrere MPP-Tracker für zwei Dachseiten

Nachteile:

  • Ertragsverluste bei Teilverschattung
  • Ausfall legt den ganzen String still
  • Erweiterung nur mit passenden Modulen
  • kürzere Garantie als bei Mikrowechselrichtern

Die Vorteile im Detail

  • Günstiger Preis pro Kilowatt: Ein Gerät bedient viele Module. Das ist deutlich preiswerter als ein eigener Wechselrichter unter jedem Modul.
  • Einfache Verkabelung: Da nur wenige Modulreihen mit Kabeln geführt werden, sind die Kabelwege kurz und Verdrahtungsfehler selten.
  • Einfache Fehlersuche und Wartung: Es gibt genau ein Gerät, das geprüft, gewartet oder getauscht werden muss. Dieses hängt in der Regel gut erreichbar im Haus statt auf dem Dach.
  • Mehrere MPP-Tracker: Multistring-Geräte regeln zwei Dachausrichtungen getrennt und reduzieren so die Mismatching-Verluste.

Die Nachteile im Detail

  • Geringe Effizienz bei Verschattung: Bei komplexer Teilverschattung bleibt Mismatching bestehen, weil alle Module eines Strings am selben Arbeitspunkt hängen. Wie viel Ertrag Solar im Schatten noch liefert, hängt stark vom Verschattungsmuster ab. Für verwinkelte Dächer sind Mikrowechselrichter oder Leistungsoptimierer die bessere Option.
  • Ausfallrisiko: Fällt der String-Wechselrichter aus, steht die Erzeugung aller angeschlossenen Solarmodule still. Bei Mikrowechselrichtern betrifft ein Defekt dagegen nur ein Modul.
  • Eingeschränkte Erweiterbarkeit: Zusätzliche Solarmodule müssen elektrisch zu den vorhandenen passen. Nach einigen Jahren sind baugleiche Module oft nicht mehr lieferbar.
  • Kürzere Garantie: Die Werksgarantie beträgt bei SMA fünf Jahre und lässt sich kostenlos auf zehn Jahre verlängern. Fronius gewährt nach Registrierung ebenfalls bis zu zehn Jahre, Huawei bei den Hausgeräten der SUN2000-Reihe zehn Jahre. Mikrowechselrichter von Enphase kommen dagegen auf 25 Jahre (Stand Juli 2026).

String-Wechselrichter oder Mikrowechselrichter: Was passt wann?

Der String-Wechselrichter passt zu einfachen, unverschatteten Dächern mit ein bis zwei Ausrichtungen, der Mikrowechselrichter zu verwinkelten oder teilverschatteten Dächern. Die Entscheidung fällt am Dach, nicht am Datenblatt.

Zum String-Wechselrichter greifen Sie, wenn das Dach eine oder zwei klar getrennte Ausrichtungen hat, die Solarmodule weitgehend unverschattet liegen und alle Module baugleich sind. Auch bei einer Ost-West-Anlage bleibt er die richtige Wahl, solange jede Seite einen eigenen MPP-Tracker bekommt. Bei der Anlagengröße gilt: Je mehr Module auf gleichmäßig belichteter Fläche liegen, desto deutlicher spielt der String-Wechselrichter seinen Kostenvorteil aus, da ein Gerät die ganze Fläche bedient. Umgekehrt fällt der Aufpreis für Mikrowechselrichter bei kleinen Anlagen mit wenigen Modulen weniger ins Gewicht.

Zu Mikrowechselrichtern greifen Sie, wenn einzelne Solarmodule regelmäßig verschattet werden, das Dach mehrere kleine Teilflächen mit unterschiedlicher Neigung hat oder Sie jedes Modul einzeln überwachen wollen. Sie kosten pro installiertem Kilowatt mehr als ein String-Wechselrichter. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt davon ab, wie viel Ertrag die Einzelmodul-Regelung auf dem konkreten Dach zurückholt.

Ein Mittelweg sind Leistungsoptimierer: Sie sitzen wie Mikrowechselrichter am einzelnen Modul, arbeiten aber weiter auf einen zentralen String-Wechselrichter zu. So lassen sich einzelne Problemmodule ohne den Umbau der gesamten Anlage entschärfen.

Was kostet ein String-Wechselrichter?

Ein String-Wechselrichter für ein Einfamilienhaus kostet zwischen 1.000 bis 2.000 Euro (Stand Juli 2026). Innerhalb dieser Spanne entscheiden vor allem die Leistungsklasse und der Hersteller.

Der Wechselrichter ist damit einer der kleineren Posten einer PV-Anlage. Eine detaillierte Aufschlüsselung nach Anlagengröße finden Sie im Artikel zu den Kosten von Wechselrichtern.

Welche Hersteller bauen String-Wechselrichter?

String-Wechselrichter werden überwiegend von chinesischen Herstellern angeboten, gefolgt von einigen Produzenten aus Deutschland, Österreich und Israel. Die folgende Übersicht zeigt die Marken, die hierzulande für Aufdachanlagen häufig angeboten werden.

HerstellerHerkunftsland
SMADeutschland
KostalDeutschland
FroniusÖsterreich
HuaweiChina
SungrowChina
DeyeChina
GoodWeChina
GrowattChina
SolaX PowerChina
SolarEdgeIsrael

Eine ausführliche Einordnung der einzelnen Marken samt Stärken und Schwächen bietet der Artikel zu den Wechselrichter-Herstellern.

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