Stromverbrauch einer Wärmepumpe: Das Wichtigste zuerst
Stromverbrauch einer Wärmepumpe:
Das Wichtigste zuerst
- Eine Wärmepumpe verbraucht jährlich rund 27 bis 42 kWh Strom je Quadratmeter Wohnfläche. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern sind das etwa 4.050 bis 6.300 kWh pro Jahr.
- Je nach Bauart verbraucht eine Wärmepumpe unterschiedlich viel Strom: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Schnitt rund 4.000 kWh pro Jahr, eine Erdwärmepumpe rund 3.000 kWh und eine Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau bis zu 6.000 kWh.
- Über das Jahr schwankt der Verbrauch stark: Im Winter zieht eine Wärmepumpe etwa 15 bis 25 kWh Strom pro Tag, im Sommer nur noch 3 bis 5 kWh für das Warmwasser.
- Der Gebäudezustand setzt den Wärmebedarf: Im gut gedämmten Neubau sind es rund 4.300 bis 5.000 kWh pro Jahr, im unsanierten Altbau bis zu 10.000 kWh.
- Die Jahresarbeitszahl (JAZ) bestimmt, wie viel Strom dieser Wärmebedarf kostet: Aus einer Kilowattstunde Strom macht eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 4 vier Kilowattstunden Wärme. Je höher die JAZ, desto weniger Strom.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe verbraucht rund 27 bis 42 kWh Strom pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche ergibt das etwa 4.050 bis 6.300 Kilowattstunden pro Jahr.
Diesen Wert je Quadratmeter nennt man den spezifischen Stromverbrauch. Laut der Beratungsorganisation co2online liegt er im Mittel bei rund 36 kWh je Quadratmeter. Wie stark der Verbrauch je nach Bauart, Gebäude und Jahreszeit schwankt, zeigen die nächsten Abschnitte.
Stromverbrauch nach Wärmepumpen-Typ
Am wenigsten Strom verbrauchen Erd- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, am meisten Hochtemperatur-Wärmepumpen im Altbau. Die folgende Tabelle nennt neben dem durchschnittlichen Verbrauch die typische Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber zur Jahresarbeitszahl (JAZ).
| Wärmepumpen-Art | Jahresarbeitszahl (JAZ) | durchschnittlicher Stromverbrauch |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 3 | 4.000 kWh/Jahr |
| Warmwasser-Wärmepumpe | 2,5 | 2.000 kWh/Jahr |
| Erdwärmepumpe | 4 | 3.000 kWh/Jahr |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | 5 | 2.400 kWh/Jahr |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | 2,5 | 4.000 kWh/Jahr |
| Hochtemperatur-Wärmepumpe | 2 | 6.000 kWh/Jahr |
Entscheidend für diese Unterschiede ist die Wärmequelle. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die häufigste Bauart, arbeitet aber weniger effizient, da die Außenluft im Winter kalt ist. Erd- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen die konstante Temperatur von Erdreich oder Grundwasser und kommen deshalb mit weniger Strom aus. Wie viel eine Erdwärmepumpe konkret zieht, lesen Sie im Ratgeber zum Stromverbrauch einer Erdwärmepumpe nach. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe verbraucht am meisten, weil sie unsanierte Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen versorgt.
Stromverbrauch im Einfamilienhaus: Neubau und Altbau
In einem Einfamilienhaus mit vier Personen verbraucht eine Wärmepumpe rund 4.000 bis 7.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Wie viel genau, entscheidet der Energiestandard: Im gut gedämmten Neubau liegt der Verbrauch einer Luftwärmepumpe bei etwa 4.300 bis 5.000 kWh pro Jahr, im Altbau steigt er bei derselben Wärmepumpe auf 6.600 bis 7.500 kWh.
| Merkmal | Neubau | Altbau |
|---|---|---|
| Stromverbrauch pro Jahr | 4.300 bis 5.000 kWh | 6.600 bis 7.500 kWh |
| Art der Wärmepumpen | Luftwärmepumpe | Luftwärmepumpe |
| Heizleistung | 6 kW | 10 kW |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 3,5 | 3 |
Im unsanierten Altbau kann der Verbrauch sogar auf bis zu 10.000 kWh pro Jahr steigen. Der Grund sind die hohen Vorlauftemperaturen: Je wärmer das Heizwasser sein muss, desto mehr Strom zieht die Wärmepumpe. Wie sich der Wärmebedarf und damit der Stromverbrauch im Altbau senken lässt, steht weiter unten im Abschnitt zum Stromsparen.
Stromverbrauch pro Tag und über das Jahr
Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus verbraucht durchschnittlich 10 bis 20 kWh Strom pro Tag. Der Tagesverbrauch schwankt dabei stark mit der Jahreszeit und der Außentemperatur. Während er im Sommer durch den niedrigen Wärmebedarf sehr gering ist, steigt er im Winter massiv an.
Ein Beispiel für ein Einfamilienhaus mit rund 5.000 kWh Jahresverbrauch, also etwa 14 kWh pro Tag im Schnitt:
| Jahreszeit | Stromverbrauch pro Tag | Grund |
|---|---|---|
| Winter (Dez. bis Feb.) | 15 bis 25 kWh | Heizung und Warmwasser laufen bei Kälte auf Hochlast |
| Übergangszeit | 10 bis 14 kWh | moderater Heizbedarf, nahe dem Jahresmittel |
| Sommer (Juni bis Aug.) | 3 bis 5 kWh | die Wärmepumpe bereitet nur noch Warmwasser |
Aus dem Tagesverbrauch lässt sich der Jahreswert überschlagen: 10 bis 20 kWh pro Tag ergeben über das Jahr rund 3.650 bis 7.300 kWh. Umgekehrt entspricht ein Jahresverbrauch von 5.000 kWh im Schnitt etwa 14 kWh pro Tag.
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Was beeinflusst den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?
Den Stromverbrauch bestimmen vor allem zwei Größen: der Wärmebedarf des Gebäudes und die Effizienz der Anlage. Der Wärmebedarf hängt am energetischen Zustand des Hauses, die Effizienz an der Jahresarbeitszahl.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe aufs Jahr gerechnet aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme werden. Je höher die JAZ, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe für dieselbe Heizleistung. Die JAZ beschreibt die Effizienz über ein ganzes Jahr; der COP-Wert meint dasselbe Verhältnis, wird aber nur unter festen Laborbedingungen gemessen. Für den tatsächlichen Verbrauch ist die JAZ der aussagekräftigere Wert.
Daneben beeinflussen diese Faktoren den Stromverbrauch:
- Gebäudedämmung: Eine gute Dämmung senkt den Wärmebedarf und damit den Stromverbrauch besonders deutlich. Ein unsaniertes Haus kann doppelt so viel Strom verbrauchen wie ein gut gedämmtes.
- Art der Wärmepumpe: Luft-Wasser-Wärmepumpen verbrauchen mehr Strom als Erd- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen, weil die Außenluft im Winter kalt ist, während Erdreich und Grundwasser ganzjährig eine konstante Temperatur halten.
- Vorlauftemperatur: Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Anlage.
- Warmwasserbereitung: Bereitet die Wärmepumpe auch das Warmwasser, steigt ihr Stromverbrauch spürbar.
- Wohnfläche und Heizsystem: Größere Flächen erhöhen den Wärmebedarf; Flächenheizungen brauchen weniger Energie als klassische Heizkörper.
Wie berechne ich den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?
Den Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen Sie, indem Sie den jährlichen Wärmebedarf des Gebäudes durch die Jahresarbeitszahl teilen. Die Formel lautet:
- Jährlicher Stromverbrauch = Wärmebedarf (in kWh) / JAZ
Ein Beispiel: Ein neu errichtetes Einfamilienhaus mit rund 7.500 kWh Wärmebedarf und einer Luftwärmepumpe mit einer JAZ von 3,0 verbraucht rund 2.500 kWh Strom pro Jahr. Ein unsanierter Altbau mit 21.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,0 kommt dagegen auf rund 7.000 kWh pro Jahr.
Die folgende Tabelle zeigt den ungefähren Jahresverbrauch je nach Heizleistung und JAZ, gerechnet mit rund 1.500 Vollbenutzungsstunden pro Jahr (ein typischer Richtwert):
| Heizleistung | Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 3,0) | Sole-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 4,0) | Wasser-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 5,0) |
|---|---|---|---|
| 5 kW | 2.500 kWh | 1.875 kWh | 1.500 kWh |
| 6 kW | 3.000 kWh | 2.250 kWh | 1.800 kWh |
| 7 kW | 3.500 kWh | 2.625 kWh | 2.100 kWh |
| 8 kW | 4.000 kWh | 3.000 kWh | 2.400 kWh |
| 9 kW | 4.500 kWh | 3.375 kWh | 2.700 kWh |
| 10 kW | 5.000 kWh | 3.750 kWh | 3.000 kWh |
Wie senke ich den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?
Den größten Hebel bieten ein niedriger Wärmebedarf und eine effiziente Anlage. Diese Maßnahmen senken den Stromverbrauch am wirksamsten:
- Vorlauftemperatur senken: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur spart Strom. Eine Flächenheizung wie eine Fußboden- oder Wandheizung unterstützt das.
- Hydraulischen Abgleich durchführen: Er verteilt die Wärme gleichmäßig und erhöht die Effizienz der Heizungsanlage.
- Dämmung verbessern: Eine Fassaden- oder Dachdämmung und moderne Fenster reduzieren die Wärmeverluste und senken den Heizbedarf dauerhaft.
- Effiziente Wärmepumpe wählen: Eine Anlage mit hoher JAZ und passender Auslegung verbraucht für dieselbe Wärme weniger Strom. Eine Optimierung der Wärmepumpe hilft auch im Bestand.
- Wärmepumpenstromtarif abschließen: Ein spezieller Wärmepumpenstromtarif ist mit rund 0,22 bis 0,28 € pro kWh günstiger als Haushaltsstrom. Voraussetzung ist meist ein separater Zähler. Das senkt die Kosten, nicht den Verbrauch.
- Mit Photovoltaik kombinieren: Eine Photovoltaikanlage liefert Strom für die Wärmepumpe, allerdings zeitlich versetzt: Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, erzeugt die PV-Anlage am wenigsten; im Sommer, wenn viel Solarstrom anfällt, läuft die Wärmepumpe fast nur für Warmwasser. Den Netzbezug senkt die Kombination daher vor allem in der Übergangszeit und der Warmwasserbereitung, kaum im Heizhochwinter.
Schon eine niedrigere Vorlauftemperatur, ein hydraulischer Abgleich und eine bessere Dämmung senken den Stromverbrauch einer Wärmepumpe spürbar, oft um mehrere Hundert Kilowattstunden im Jahr. Welche Schritte sich für Ihr Gebäude am meisten lohnen, klärt eine Energieberatung.
Was kostet der Strom für eine Wärmepumpe?
Was eine Wärmepumpe an Strom kostet, ergibt sich direkt aus dem Verbrauch und dem Stromtarif. Ein Wärmepumpenstromtarif kostet 2026 rund 0,22 bis 0,28 € pro kWh und damit deutlich weniger als Haushaltsstrom, der laut BDEW 2026 im Schnitt bei rund 0,37 € pro kWh liegt. Der Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW nennt für Wärmepumpenstromtarife eine Spanne von etwa 0,20 bis 0,26 € pro kWh.
Bei einem Verbrauch von 5.000 kWh und einem Preis von 0,25 € pro kWh sind das rund 1.250 € Stromkosten im Jahr, plus Grundpreis. Die vollständige Aufschlüsselung nach Wärmepumpen-Art, die Betriebskosten und weitere Rechenbeispiele finden Sie im Ratgeber zu den Stromkosten einer Wärmepumpe.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch einer Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe verbraucht je nach Heizleistung rund 1 bis 3 kWh Strom pro Stunde. Größere Anlagen und niedrige Außentemperaturen erhöhen den stündlichen Verbrauch.
Eine vierköpfige Familie im Einfamilienhaus braucht mit einer Wärmepumpe rund 4.000 bis 7.500 kWh Strom pro Jahr für die Heizung. Dazu kommt der Haushaltsstrom für Geräte und Beleuchtung.
Ja, im Winter verbraucht eine Wärmepumpe am meisten Strom, da der Wärmebedarf am größten ist. Der Tagesverbrauch steigt dann auf etwa 15 bis 25 kWh.
Den Stromverbrauch senken Sie durch eine niedrige Vorlauftemperatur, einen hydraulischen Abgleich und eine bessere Dämmung. Eine effiziente Wärmepumpe mit hoher JAZ braucht für dieselbe Wärme weniger Strom.
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