Erneuerbare Energien in Deutschland: Vor- und Nachteile, Anteil, Prognosen

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 05/02/2026

Die Energiewende von fossilen zu erneuerbaren Energien ist in vollem Gange und essenziell für eine nachhaltige Zukunft. Doch was genau sind erneuerbare Energien, welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich und wie hoch ist ihr Anteil in Deutschland? Wir geben Ihnen einen umfasenden Überblick über den aktuellen Stand, die Ziele und die Zukunft der erneuerbaren Energien.

Das Wichtigste zuerst

  • Erneuerbare Energien sind unerschöpfliche, umweltfreundliche Energiequellen wie Sonne und Wind.
  • Ihr Anteil am deutschen Strombedarf lag 2025 bei über 55%.
  • Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll den Anteil bis 2030 auf 80% steigern.
  • Deutschland fördert den Ausbau durch Kredite und Zuschüsse, wie den Nullsteuersatz für PV-Anlagen.
  • Die Zukunft liegt im konsequenten Ausbau, trotz Herausforderungen wie hohen Investitionskosten.

Was sind erneuerbare Energien? 

Erneuerbare Energien sind Energieformen, die aus nachhaltigen und sich selbst regenerierenden Quellen gewonnen werden. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Gas, deren Vorkommen begrenzt sind, stehen sie uns unendlich zur Verfügung. Ihre Nutzung ist entscheidend für den Klimaschutz, da sie bei der Energieumwandlung kaum oder keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Die wichtigsten Energiequellen sind die Sonne, der Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse.

Welche erneuerbaren Energien gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von erneuerbaren Energien, die durch unterschiedliche Technologien nutzbar gemacht werden. Die wichtigsten sind die Solarenergie, die mittels Photovoltaik zur Stromerzeugung und Solarthermie zur Wärmeerzeugung genutzt wird, und die Windenergie, die durch Windkraftanlagen in Strom umgewandelt wird. Weitere bedeutende erneuerbare Energien sind die Wasserkraft, die Geothermie (Erdwärme) und die Bioenergie, bei der aus Biomasse wie Holz oder Biogas Strom und Wärme gewonnen wird.

Was sind die Vor- und Nachteile erneuerbarer Energien?

Erneuerbare Energien sind fundamental für die Klimaneutralität, da sie die Emissionen gegenüber herkömmlichen Energieträgern um ein Vielfaches verringern. Ihre Umsetzung ist teuer und bedarf hoher Investitionen in Anlagen, Netze und weitere Infrastrukturen.

Vorteile von erneuerbaren EnergienNachteile von erneuerbaren Energien
Reduzierung der Emissionenhohe Investitionskosten
sichere Ressourceneingeschränkte Verfügbarkeit
VersorgungssicherheitUmweltbelastung
lokale Wertschöpfung
neue Arbeitsplätze

Vorteile

Die Energiewende in Richtung erneuerbare Energien hilft langfristig eine nachhaltige und sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Dieser Übergang bietet zahlreiche Vorteile, die wir im Folgenden darlegen:

  • Reduzierung der Emissionen: Bei der Verbrennung von Kohle, Öl und fossilem Gas werden viele klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt. Erneuerbare Energien haben eine bessere Ökobilanz und erzeugen verschwindend geringe CO₂-Mengen. Fossile Brennstoffe dagegen sind für über 80% der weltweiten Emissionen verantwortlich. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist ein wesentlicher Schritt zur Bekämpfung der Klimakrise.
  • Sichere Ressourcen: Erneuerbare Energiequellen sind im Überfluss vorhanden. Mit ihnen kann der gesamte Energiebedarf der Weltbevölkerung gedeckt werden. Fossile Brennstoffe wiederum sind begrenzt und gehen zur Neige. Erneuerbare Energien sichern die künftige Energieversorgung.
  • Versorgungssicherheit: Durch den Ausbau erneuerbarer Energien erhöhen Gesellschaften die Wertschöpfung im eigenen Land und machen sich unabhängiger von kostspieligen, unsicheren Importen von wenigen Lieferanten fossiler Energien.
  • Lokale Wertschöpfung: Die inländischen Erzeuger erneuerbarer Energien zahlen Steuern auf ihr Einkommen. Die regionale Energieerzeugung hält die Wertschöpfung im Land. Lokale Arbeitsplätze erhöhen die Kaufkraft und kurbeln die Wirtschaft an. Mehr Energieerzeuger führen zu einem dynamischen Wettbewerb. Das wirkt sich langfristig positiv auf die Preisgestaltung aus.
  • Neue Arbeitsplätze: Erneuerbare Energien schaffen regionale Arbeitsplätze. Studien des Bundeswirtschaftsministeriums gehen von 338.600 bis 530.000 Arbeitsplätzen aus. Der Netto-Beschäftigungseffekt im Jahr 2050 wäre ein Zuwachs von 230.000 Arbeitsplätzen.

Nachteile

Erneuerbare Energien haben aber auch einige Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten: Der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien ist kostenintensiv. Noch in jüngster Vergangenheit waren erneuerbare Energien benachteiligt, da fossile Brennstoffe stark gefördert und subventioniert wurden. Die Situation ändert sich jedoch. Staatliche Subventionen machen die Erzeugung erneuerbarer Energien für kleine Eigenverbrauchsanlagen jetzt wettbewerbsfähig mit fossilen Brennstoffen; Solarenergie ist inzwischen sogar günstiger als fossile Energie.
  • Eingeschränkte Verfügbarkeit: Die erneuerbaren Energien schwanken je nach Verfügbarkeit der Energiequelle. Keine Sonne bedeutet keine Solarenergie, und kein Wind bedeutet keine Windenergie. Ungünstige Witterungsbedingungen führen zu Problemen bei der Energieversorgung, was jedoch hauptsächlich auf Herausforderungen im Stromnetz, zu wenig Stromspeichern und fehlender Back-Up-Kraftwerke zurückzuführen ist. Es gibt zum Glück technische Innovationen, die praktische und erschwingliche Lösungen für die Zukunft bieten.
  • Umweltbelastung: Der Bau von Anlagen für erneuerbare Energien führt häufig zu Beeinträchtigungen der Natur, hauptsächlich in Großprojekten. So schaden Wasserkraftwerke möglicherweise Fischen und Wasserpflanzen. Durch einen sorgfältigen Planungs- und Abwägungsprozess lässt sich Ausbau und Artenschutz gemeinsam realisieren. 

Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das zentrale Steuerungsinstrument für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Es wurde im Jahr 2000 eingeführt, um die Stromerzeugung aus nachhaltigen Quellen zu fördern und deren Integration in den Strommarkt zu beschleunigen. Das vorrangige Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2030 auf mindestens 80% zu steigern.

Warum ist das Gesetz wichtig?

Das Gesetz schafft den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen für die Energiewende in Deutschland. Es wurde eingeführt, um das übergeordnete Ziel der Bundesregierung zu erreichen, für Deutschland bis 2045 Klimaneutralität (Net Zero) zu verwirklichen. Die fortschreitende Klimaerwärmung bedroht unsere Lebensgrundlagen und unseren Wohlstand. Das EEG treibt die Abkehr von fossilen Brennstoffen voran und fördert eine klimaneutrale Stromversorgung, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien basiert. Dies ist nötig, um die Folgen der Erderwärmung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.

Darüber hinaus tragen regenerative Energien zur Unabhängigkeit Deutschlands von Rohstoffimporten bei und hilft, politische und wirtschaftliche Konflikte zu verringern. Dies führt zu mehr Preisstabilität und weniger politischen Spannungen, da Konflikte um Energieressourcen vermieden werden können.

Wie ist der aktuelle Anteil an erneuerbaren Energien in Deutschland?

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strombedarf lag im Jahr 2025 bei etwa 55,3%. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zur Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000, als der Anteil lediglich 6,3% betrug.

Liniengrafik: Erneuerbaren-Anteil am Bruttostromverbrauch in Deutschland bis 2025

Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis 2025 (Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat)

Seit 2000 hat sich der Ausbau stetig beschleunigt, insbesondere in den Bereichen Wind- und Solarenergie. Anfang 2026 betrug die installierte Gesamtleistung aller Erneuerbare-Energien-Anlagen in Deutschland knapp 210 Gigawatt. Das entspricht einer Steigerung von 11% gegenüber dem Vorjahr.

Säulendiagramm: Leistung erneuerbarer Energien in Deutschland 2025

Installierte Leistung erneuerbarer Energien in Deutschland 2025 (Quelle: Energy-Charts.info)

Deutschland im weltweiten Vergleich

Deutschland war einst führend bei der installierten Leistung Erneuerbarer Energien (EEG), wurde aber von Spitzenreiter China weit überholt. Dennoch bleibt Deutschland ein bedeutender globaler Akteur und Technologieführer, insbesondere bei der Anlagendichte, der Netzintegration komplexer erneuerbarer Quellen und der Bewältigung von Herausforderungen wie Netzstabilität, Speicherung und Sektorkopplung.

Hier eine Übersicht über die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen verschiedener Länder weltweit für das Jahr 2024 (Quelle: Statista):

LandLeistung erneuerbare Energien
China1.827 GW
USA428 GW
Brasilien214 GW
Indien204 GW
Deutschland179 GW
Japan132 GW
Kanada110 GW
Spanien88 GW
Frankreich74 GW
Italien72 GW
Türkei69 GW

Was bedeutet 65 Prozent erneuerbare Energien?

Die 65-Prozent-Regel ist eine zentrale Vorgabe der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Sie besagt, dass seit dem 1. Januar 2024 jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Diese Regelung zielt darauf ab, die Wärmewende im Gebäudesektor voranzutreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas zu reduzieren. Bestehende Heizungen sind von dieser Austauschpflicht nicht betroffen.

Laut einem Beschluss der Bundesregierung vom Dezember 2025 soll das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) umbenannt werden. Weitere Anpassungen des Gesetzes sind für das Jahr 2026 geplant.

Werden erneuerbare Energien in Deutschland gefördert?

Der Ausbau erneuerbarer Energien wird in Deutschland durch verschiedene staatliche Programme umfassend gefördert. Die wichtigsten Instrumente sind zinsgünstige Kredite und direkte Zuschüsse, die über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergeben werden. Das umfangreichste Programm ist der KfW-Kredit 270, der Investitionen in Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen unterstützt.

Es gibt derzeit attraktive Förderungen für Photovoltaikanlagen. Seit dem 1. Januar 2023 profitieren Sie beim Kauf einer PV-Anlage und wesentlichen Komponenten wie einem Stromspeicher von einem Nullsteuersatz, wodurch die Mehrwertsteuer entfällt. Zusätzlich erhalten Sie für den ins Netz eingespeisten Strom eine staatlich garantierte Einspeisevergütung von bis zu 12,35 Cent pro Kilowattstunde.

Auch Wärmepumpen werden aktuell stark gefördert. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie mit dem KfW-Zuschuss 458 beim Heizungstausch bis zu 70% der Investitionskosten erstattet. Ab 2026 gelten hierfür strengere Anforderungen an die Lärmemissionen der Geräte, um die Akzeptanz in Wohngebieten weiter zu erhöhen.

Wie werden sich die erneuerbaren Energien in der Zukunft entwickeln?

Um in Deutschland bis 2030 einen Strommix von 80% erneuerbarer Energien zu erreichen, braucht es einen massiven Ausbau. Im Bereich Photovoltaik ist dafür eine zugebaute Leistung von 19,6 Gigawatt pro Jahr nötig. 2025 wurden lediglich 16,4 Gigawatt installiert. 

Laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche falle der künftige Strombedarf niedriger aus als erwartet, was auch in Zukunft einen geringeren Zubau erlaube. Sie plädiert für mehr Marktmechanismen und den Abbau von Subventionen wie die Einspeisevergütung, um Ineffizienz zu vermeiden. 

Kritiker warnen dagegen vor Rückschritten beim Ausbau von regenerativen Energien. Sie betonen den steigenden Strombedarf durch Rechenzentren, E-Mobilität und Industrie. Das Wirtschaftsministerium hält am 80-Prozent-Ziel fest und sieht den Netzausbau sowie sinkende Speicherkosten als Schlüssel.

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