Wärmepumpe vs. Ölheizung: Vergleich und Berechnung

Stefano Fonseca
Zuletzt aktualisiert: 27/02/2026
Kategorie: Wärmepumpe

Die Ölheizung hat über Jahrzehnte für wohlige Wärme in deutschen Haushalten gesorgt. Doch die Zeiten ändern sich: Die Ölheizung ist längst ein Auslaufmodell. Aber ist die Wärmepumpe die logische Alternative? Dieser Artikel beleuchtet die Fakten und zeigt, warum sich der Umstieg für Sie lohnt.

Das Wichtigste zuerst

  • Die Wärmepumpe ist die zukunftssichere Alternative zur Ölheizung.
  • Die Betriebskosten einer Wärmepumpe sind deutlich niedriger als die der Ölheizung.
  • Der Staat fördert den Umstieg auf eine Wärmepumpe mit bis zu 70%.
  • Eine Wärmepumpe amortisiert sich im Vergleich zur Ölheizung in 8 bis 12 Jahren.
  • Neue Ölheizungen sind nach aktuellem Gesetz (GEG) nur noch in Ausnahmefällen erlaubt, für Juli 2026 ist jedoch eine Reform geplant.
  • Die CO₂-Steuer verteuert das Heizen mit Öl in den nächsten Jahren erheblich.

Wärmepumpe vs. Ölheizung: Was ist besser?

Die Wärmepumpe ist die bessere Wahl, weil sie Sie unabhängig von den schwankenden Ölpreisen und der unsicheren Versorgungslage macht. Sie heizen umweltfreundlich mit kostenloser Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und reduzieren Ihren CO₂-Ausstoß um bis zu 90%. Zudem profitieren Sie von niedrigeren Betriebskosten und einer hohen staatlichen Förderung, die den Umstieg so attraktiv macht wie nie zuvor.

VergleichskriteriumWärmepumpeÖlheizung
Investitionskosten15.000 – 50.000 €8.000 – 12.000 €
Förderungbis zu 70%keine
Wirtschaftlichkeitsehr gutmangelhaft
Wirkungsgrad300 – 500%80 – 90%
Umweltfreundlichkeit90 – 100 g CO₂/kWhca. 320 g CO₂/kWh
Zukunftssicherheitsehr hochsehr gering
Kombinierbarkeitsehr gut (PV, Solarthermie)gut (Solarthermie)
Platzbedarfmittel bis hoch (je nach System)sehr hoch (Tank + Schornstein)
Installationschnell und unkompliziertaufwendig
Wartungsaufwandgering bis mittelhoch
Lärmemission35 – 55 dB(A)gering

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Wärmepumpe und Ölheizung im Kostenvergleich

Die Kosten einer Wärmepumpe sind mit 15.000 bis 50.000 € höher als die Modernisierung einer Ölheizung, die zwischen 10.000 und 15.000 € kostet. Allerdings müssen Sie bei der Ölheizung auch die Kosten für den Öltank und dessen regelmäßige Wartung und Reinigung berücksichtigen. Dank der hohen Förderung für den Heizungstausch können Sie die Investitionskosten für eine Wärmepumpe auf ein ähnliches Niveau wie die der Ölheizung senken.

KostenstelleLuftwärmepumpeErdwärmepumpeGrundwasserwärmepumpeÖlheizung
Anschaffungskosten12.000 – 18.000 €14.000 – 20.000 €14.000 – 22.000 €8.000 – 10.000 €
Installationskosten3.000 – 7.000 €6.000 – 15.000 €4.000 – 8.000 €2.000 – 5.000 €
Gesamtkosten15.000 – 25.000 €20.000 – 35.000 €18.000 – 30.000 €10.000 – 15.000 €

Die Betriebskosten einer Wärmepumpe sind deutlich niedriger als die einer Ölheizung. Während Sie für eine Wärmepumpe mit jährlichen Kosten von 1.500 bis 2.000 € rechnen müssen, schlägt eine Ölheizung mit 2.500 bis 3.200 € zu Buche. Der Grund dafür sind die hohen Heizölpreise und der CO₂-Preis. Mit einem günstigen Wärmepumpenstromtarif und einer eigenen PV-Anlage können Sie die Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe sogar noch weiter senken.

Laufende KostenWärmepumpeÖlheizung
Energiekosten1.350 – 1.700 €2.300 – 2.900 €
Wartungskosten150 – 300 €200 – 300 €
Betriebskosten gesamt1.500 – 2.000 €2.500 – 3.200 €

Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen?

Der Staat belohnt den Umstieg von einer alten Ölheizung auf eine Wärmepumpe mit einer Förderung von bis zu 70%. Über das KfW-Programm 458 können Sie einen Zuschuss von bis 30.000 € erhalten. Das entspricht einer maximalen Förderung von 21.000 €.

Für Neubauten gibt es keine direkte Förderung für Wärmepumpen. Allerdings können Sie zinsgünstige Kredite für energieeffizientes Bauen in Anspruch nehmen, wenn Sie eine Wärmepumpe installieren. 

Ölheizungen werden nicht gefördert, da sie fossile Brennstoffe nutzen und nicht den Zielen der Bundesregierung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung entsprechen.

Warum werden Wärmepumpen immer wirtschaftlicher?

Die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen nimmt stetig zu, während Ölheizungen immer teurer werden. Das liegt an mehreren Faktoren:

  • Steigende Ölpreise: Die Preise für Heizöl sind in den letzten Jahren stark gestiegen und werden voraussichtlich weiter steigen.
  • CO₂-Abgabe: Der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen und das Heizen mit Öl zusätzlich verteuern.
  • Hohe Förderungen: Die hohen staatlichen Förderungen für Wärmepumpen senken die Investitionskosten erheblich.
  • Günstiger Strom: Mit einem separaten Stromtarif für die Wärmepumpe und einer eigenen PV-Anlage können Sie die Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe deutlich senken.

Warum werden Ölheizungen immer unwirtschaftlicher?

Ölheizungen werden unwirtschaftlicher, weil die Kosten für fossile Brennstoffe kontinuierlich steigen. Der Hauptgrund dafür ist der CO₂-Preis, der 2026 auf 65 € pro Tonne CO₂ anstieg. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das Mehrkosten von rund 100 bis 125 € pro Jahr. Angesichts des europäischen Emissionshandelssystem (ETS II) ab 2028 wird der CO₂-Preis erheblich weiter ansteigen. Ölheizungen werden dadurch im Betrieb im Vergleich zu Wärmepumpen immer kostspieliger.  

Rechnet sich die Wärmepumpe verglichen mit einer Ölheizung?

Die Umstellung auf eine Wärmepumpe ist finanziell vorteilhaft. Obwohl die Anschaffungskosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem unsanierten Altbau höher sind, amortisieren sie sich innerhalb von etwa 8 bis 12 Jahren. Nach dieser Zeitspanne sparen Sie jährlich mehrere hundert Euro bei den Betriebskosten. Über die gesamte Lebensdauer von 20 Jahren sind die Gesamtkosten einer Wärmepumpe damit deutlich geringer als die einer Ölheizung.

Dieser Vergleich analysiert die Wirtschaftlichkeit und die Installationskosten einer Luftwärmepumpe in einem unsanierten Altbau im Kontrast zur Modernisierung eines Öl-Brennwertkessels. Dabei wird eine staatliche Förderung von 55% der förderfähigen Kosten berücksichtigt.

VariableLuftwärmepumpeÖl-Brennwertkessel
Anschaffungskosten (brutto)25.000 €10.000 €
Förderung (55%)−13.750 €0 €
Anschaffungskosten (netto)11.250 €10.000 €
Wirkungsgrad320%90%
Wärmebedarf25.600 kWh/Jahr25.600 kWh/Jahr
Energieverbrauch8.000 kWh/Jahr28.450 kWh/Jahr
Energiepreis0,28 €/kWh (mit Wärmepumpenstromtarif)0,10 €/kWh
Jährliche Heizkosten2.240 €2.845 €
Wartungskosten pro Jahr200 €200 €
Betriebskosten pro Jahr2.440 €3.045 €
Gesamtkosten nach 1 Jahr13.690 €13.045 €
Gesamtkosten nach 5 Jahren23.450 €25.225 €
Gesamtkosten nach 10 Jahren35.650 €40.450 €
Gesamtkosten nach 15 Jahren47.850 €55.675 €
Gesamtkosten nach 20 Jahren60.050 €70.900 €

Die Beispielrechnung verdeutlicht, dass die Wärmepumpe die Ölheizung bereits im ersten Jahr bei den Gesamtkosten übertrifft. Über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg führt die Wärmepumpe zu einer Ersparnis von über 10.000 €.

Wirkungsgrad im Vergleich

Wärmepumpen zeichnen sich durch einen wesentlich höheren Wirkungsgrad (300 bis 500%) aus als Ölheizungen (80 bis 90%). Dieser enorme Effizienzvorteil ist ausschlaggebend für die geringeren Betriebskosten der Wärmepumpe: Während eine Ölheizung aus einer Kilowattstunde Öl weniger als eine Kilowattstunde Wärme gewinnt, erzeugt eine Wärmepumpe aus derselben Menge Strom das Drei- bis Fünffache an Wärme.

HeizsystemWirkungsgrad
Öl-Brennwertkessel80 – 90%
Luftwärmepumpe300 – 400%
Erdwärmepumpe400 – 500%
Grundwasserwärmepumpe500%

Wieso ist eine Wärmepumpe so viel umweltfreundlicher als eine Ölheizung?

Eine Wärmepumpe ist umweltfreundlicher als eine Ölheizung, weil sie keine fossilen Brennstoffe verbrennt und somit keine direkten CO₂-Emissionen verursacht. Während eine Ölheizung rund 320 g CO₂ pro Kilowattstunde ausstößt, liegen die Emissionen einer Wärmepumpe bei nur 90 bis 100 g, wenn sie mit dem deutschen Strommix betrieben wird. Nutzen Sie Ökostrom oder Strom aus der eigenen PV-Anlage, heizen Sie mit einer Wärmepumpe sogar komplett klimaneutral.

Energetischer ZustandEnergieeffizienzklasseEmissionen WärmepumpeEmissionen Ölheizung
NeubauA+1,0 t CO₂/Jahr5,0 t CO₂/Jahr
Sanierter AltbauB2,0 t CO₂/Jahr7,5 t CO₂/Jahr
Teilsanierter AltbauD3,5 t CO₂/Jahr12,5 t CO₂/Jahr
Unsanierter AltbauF5,0 t CO₂/Jahr19,0 t CO₂/Jahr

Sind neue Ölheizungen in Deutschland verboten?

Der Einbau neuer Ölheizungen ist in Deutschland ab 2026 nur noch unter strengen Anforderungen erlaubt, ab 2045 ist er ganz verboten: Neue Ölheizungen müssen ab 2029 mit einem steigenden Anteil an Biomasse anstelle von Heizöl genutzt werden können. Bestehende Ölheizungen dürfen weiter betrieben werden, müssen aber nach 30 Jahren ausgetauscht werden. 

Die Bundesregierung plant zum 1. Juli 2026 eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes, wonach der Einbau neuer Ölheizungen weiter erlaubt sein wird. Ihre Heizung muss ab 2029 allerdings eine steigende Grünölquote erfüllen. Dem Erdöl muss ein zunehmender Anteil synthetischer Kraftstoffe beigemischt werden. Dazu zählen Biomasse (etwa pflanzliche oder tierische Öle) und E-Fuels (Brennstoff aus Wasserstoff und CO₂). 

Aufgrund hoher CO₂-Preise, steigender Heizölkosten und der weltweiten Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energiequellen ist der Einbau einer neuen Ölheizung nicht zu empfehlen. Energieberater und Installateure sind verpflichtet, Sie vor dem Einbau über die Nachteile aufzuklären.

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