PV-Anlage ohne Einspeisung und hohem Eigenverbrauch? So geht’s!

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 13/09/2022

Photovoltaik ohne Einspeisung ist legal und erlaubt. Die sinkende Einspeisevergütung und die steigenden Strompreise machen Photovoltaik-Anlagen ohne Netzeinspeisung attraktiver denn je. Sogenannte Inselanlagen und Nulleinspeiseanlagen setzen auf einen kompletten Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstroms. 

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Eigenverbrauch wird immer wichtiger

Der Eigenverbrauch einer PV-Anlage kann fast nie vollständig gedeckt werden. Die meisten Haushalte benötigen ihren Strom morgens und in den Abendstunden, eine Photovoltaik produziert den Großteil jedoch um die Mittagszeit. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und die Besitzer erhalten eine Einspeisevergütung.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist in den letzten Jahren jedoch stark gesunken. Aktuell bekommen Sie nur noch 6,23 Cent pro Kilowattstunde (Stand Juli 2022). Wenn Sie jedoch abends Strom dazu kaufen, kostet eine Kilowattstunde Strom zwischen 35 und 40 Cent. Eine Einspeisung ins Netz lohnt sich wirtschaftlich also kaum. Den eigens produzierten Solarstrom dagegen selbst zu nutzen, lohnt sich mehr denn je.

Für eine PV-Anlage ohne Einspeisung haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können sich für eine Inselanlage oder eine Nulleinspeiseanlage entscheiden. Wir erklären den Unterschied.

PV-Inselanlage 

Eine PV-Inselanlage ist eine Solaranlage, die nicht ans öffentliche Stromnetz gekoppelt ist und demnach auch keine Einspeisevergütung erzielt. Eine Inselanlage dient nur dem Eigenverbrauch und wird in der Regel mit einem Stromspeicher kombiniert. Dadurch wird eine höhere Autarkie erreicht.

In Einfamilienhäusern sind PV-Inselanlagen noch eine Rarität, werden aber immer beliebter.  Die Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz macht Besitzer einer Inselanlage vollständig abhängig von der Solarenergie. Ein beliebter Einsatzort für Inselanlagen sind Gartenhäuser, Berghütten und Ferienhäuser. Und auch immer mehr Verbraucher nutzen Photovoltaik-Inselanlagen fürs E-Auto

Da Inselanlagen nicht ans öffentliche Netz angebunden sind, müssen sie weder bei der Bundesnetzagentur noch beim Finanzamt angemeldet werden

Vor- und Nachteile von Inselanlagen

VorteileNachteile
Autarkie von 100 %Vollständige Abhängigkeit von der Solarenergie
Keine UmsatzsteuerKeine Einspeisevergütung
Keine Anmeldung notwendigTeurer Stromspeicher notwendig
Gut für Ferienhäuser und WohnmobileÜberdimensionierung der Anlage notwendig
Kein bürokratischer Aufwand für die EinspeisevergütungHöhere Anschaffungskosten

Nulleinspeiseanlage 

Eine Nulleinspeiseanlage ist eine PV-Anlage ohne Einspeisung ins Netz. Der überschüssige Strom wird in einem Stromspeicher gespeichert. Die PV-Anlage und der Speicher sind so dimensioniert, dass der Solarstrom selbst verbraucht werden. Im Gegensatz zu einer Inselanlage kann eine Nulleinspeiseanlage notfalls Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. 

Die komplette Anlage, das heißt auch Wechselrichter, Stromspeicher und Energiemanagementsystem, müssen auf den Verbrauch des Haushalts ausgelegt und dementsprechend groß dimensioniert werden. Im Optimalfall wird auch kein überschüssiger Strom produziert. Die Anschaffungskosten einer Nulleinspeiseanlage sind wesentlich höher als der herkömmlichen Photovoltaikanlagen. 

Vor- und Nachteile von Nulleinspeiseanlagen

VorteileNachteile
Unabhängigkeit von steigenden StrompreisenKeine Einspeisevergütung
Hohe Autarkie und hoher EigenverbrauchTeurer Stromspeicher notwendig
Im Notfall kann Strom aus dem Netz bezogen werdenÜberdimensionierung der Anlage notwendig
Kein bürokratischer Aufwand für die EinspeisevergütungHöhere Anschaffungskosten
Kein bürokratischer Aufwand für die EinspeisevergütungHöhere Anschaffungskosten

So erhöhen Sie den Eigenverbrauch bei einer PV-Anlage ohne Einspeisung

Neben dem bereits erwähnten obligatorischen Stromspeicher gibt es auch andere Möglichkeiten, wie Sie den Eigenverbrauch erhöhen können. Einige davon sind: 

Den eigenen Verbrauch anpassen

Die einfachste Methode ist es, das eigene Verhalten anzupassen. Lassen Sie Haushaltsgeräte, die einen hohen Stromverbrauch haben und nicht unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt laufen müssen, dann laufen, wenn die PV-Anlage viel Strom produziert. Anstatt die Waschmaschine abends anzustellen, lassen Sie sie zur Mittagszeit laufen. Sind Sie nicht zu Hause, lässt es sich ganz einfach mit einer Zeitschaltuhr erledigen. 

Energiemanagementsystem

Alternativ können Sie auf technologische Unterstützung zurückgreifen und einen Energiemanager verwenden. Dieser steuert Ihre Haushaltsgeräte und schaltet diese dann ein, wenn ein Stromüberschuss besteht. Zusätzlich optimiert er Ihren Eigenverbrauch, indem er zum Beispiel Wetterprognosen nutzt, um den Stromspeicher zu laden oder eine Wärmepumpe zu betreiben.

Mehr zum Thema Eigenverbrauch erhöhen, erfahren Sie in unserem Artikel: 

-> PV-Eigenverbrauch erhöhen & überschüssigen Strom sinnvoll nutzen

Müssen Sie eine PV-Anlage ohne Einspeisung anmelden? 

Eine PV-Anlage ohne Einspeisung muss nicht beim Finanzamt angemeldet werden. Handelt es sich um eine Inselanlage, die nicht an das Netz gekoppelt ist, muss diese auch nicht bei der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber angemeldet werden. Eine Nulleinspeiseanlage muss wegen Ihrer Kopplung trotzdem bei den beiden Stellen gemeldet werden.

Fazit

Ein hoher Eigenverbrauch lohnt sich mehr denn je. Diesen können Sie mit einer herkömmlichen PV-Anlage, aber auch mit einer Inselanlage oder einer Nulleinspeiseanlage erreichen. Wollen Sie zudem unabhängiger und autarker sein, sollten Sie Ihre PV-Anlage möglichst ohne Einspeisung konzipieren.

Eine tatsächliche Abkopplung vom Stromnetz bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Eine Inselanlage ist komplett auf den eigens produzierten Solarstrom angewiesen. Bei einer Nulleinspeiseanlage haben Sie noch die Möglichkeit, bei Engpässen zusätzlichen Strom aus dem Stromnetz zu beziehen. Beide Anlagen ohne Einspeisung sind jedoch stark überdimensioniert und dadurch die Investitionskosten deutlich höher.

Unabhängig davon, für welche PV-Anlage Sie sich auch entscheiden: Eine korrekte und fachkundig durchgeführte Installation ist die Grundvoraussetzung für eine lange Lebenszeit der Photovoltaik. Füllen Sie das untere Formular aus und wir verbinden Sie kostenlos und unverbindlich mit Photovoltaik-Fachbetrieben aus Ihrer Region. Vergleichen Sie die Angebote und sparen dabei bis zu 30 %!

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