Photovoltaik lohnt sich nicht? Wir rechnen nach.

Kai Janßen
Zuletzt aktualisiert: 20/01/2024

Lohnt sich Photovoltaik in 2024 oder nicht? Wir gehen dieser Frage nach, mit vielen praktischen Beispielen und Rechnungen. 

Das Wichtigste zuerst

Rendite-Lüge Photovoltaik? 

Die Aussage "Rendite-Lüge Photovoltaik" ruht auf falschen Annahmen. Auch das Fraunhofer-Institut bestätigt, dass PV sich lohnt.

Photovoltaik lohnt sich nicht?

Die Aussage "Photovoltaik lohnt sich nicht" ist faktisch falsch. Eine PV-Anlage lohnt sich, wenn der Anschaffungspreis unter 1.800 € pro installiertem kWp liegt. 

Ab wie viel kWh lohnt es sich?

PV-Anlage bis 10 kWh lohnen sich immer - so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Aber auch größere Anlagen können sinnvoll sein. 

PV-Speicher lohnt sich nicht?

Ein Photovoltaik-Speicher lohnt sich auf für Privathaushalte, wenn er richtig dimensioniert ist. Die Preise für Speicher fallen, Stromkosten steigen.

Lohnt sich Photovoltaik? 

Photovoltaik lohnt sich grundsätzlich, wenn der Anschaffungspreis einer PV-Anlage unter 1.800 € pro installiertem kWp liegen. Dabei gilt: Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, des wirtschaftlicher die PV-Anlage.

Ein praxisnahes Beispiel: 

Nehmen wir ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem jährlichen Stromverbrauch von 5.000 kWh an. Dafür ist eine Photovoltaikanlage mit 5 kWp ausreichend. Rund 30% des Solarstroms werden selbst verbraucht. Die restlichen 70% werden in das öffentliche Stromnetz gegen eine Einspeisevergütung von 8,2 Cent pro kWh eingespeist. Der Strompreis soll laut Prognosen bis 2042 bei 0,37 bis 0,42 liegen.

VariableOhne PV-AnlageMit PV-Anlage
Jährlicher Stromverbrauch5.000 kWh5.000 kWh
Nennleistung PV-Anlage-5 kWp
Jährliche Stromerzeugung-5.000 kWh
Stromgestehungskosten PV-Anlage-7 Cent/kWh
Netzbezug100 %70 %
Strompreis40 Cent/kWh40 Cent/kWh
Netzeinspeisung-70 %
Einspeisevergütung-8,2 Cent/kWh
Eigenverbrauch-30 %
Stromkosten, Stromanbieter2.000 €/Jahr1.400 €/Jahr
Stromgestehungskosten PV-Anlage, Gesamt350 €/Jahr
Einspeisevergütung-300 €/Jahr
Stromkosten, Gesamt2.000 €/Jahr1.350 €/Jahr
Kosteneinsparung-650 €/Jahr

Bei Anschaffungskosten von 1.800 € pro kWp kostet eine 5 kWp PV-Anlage etwa 9.000 €. Bei einer jährlichen Ersparnis von 650 € amortisieren sich die Kosten innerhalb von 14 Jahren. Mit einer Lebensdauer von bis zu über 30 Jahren sparen Sie mit einer Photovoltaikanlage langfristig mehrere tausend Euro. Das liegt primär an den niedriger Stromgestehungskosten von Photovoltaik. 

Stromgestehungskosten sind die Gesamtkosten für die Erzeugung einer Einheit elektrischer Energie, einschließlich aller Investitions-, Betriebs-, Wartungs- und Brennstoffkosten sowie Kosten für Umweltauflagen. Sie variieren je nach Energieträger und Technologie.

Laut dem Fraunhofer ISE liegen die Stromerzeugungskosten von PV-Anlagen zwischen 3,12 und 11,01 Cent pro kWh. Damit ist Photovoltaik neben Wind die günstigste Energiequelle.

Aufgrund der seit Jahren sinkenden Kosten von Photovoltaik ist zu erwarten, dass die Stromgestehungskosten von PV-Anlagen zukünftig sinken werden.

Stromgestehungskosten Deutschland

Stromgestehungskosten in Deutschland (Quelle: Frauenhofer ISE)

Lohnt sich Photovoltaik mit Stromspeicher? 

Eine Photovoltaik mit Speicher lohnt sich und ist rentabel, wenn die Strompreise über 0,30 € pro kWh liegen. Die Investitionskosten sind zwar höher, Sie müssen aber deutlich weniger teuren Strom aus dem Netz beziehen. Eine PV-Anlage Speicher hat erzielt einen Eigenverbrauch von bis zu 70%. 

Jetzt Photovoltaik-Angebote vergleichen und 30% sparen!

Nehmen Sie sich 60 Sekunden Zeit und füllen ein kurzes Formular aus. Wir verbinden Sie mit bis zu fünf geprüften Fachfirmen aus Ihrer Region. Der Vergleich ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Grafik Angebote

Das folgende Beispiel verdeutlicht den Wert der Kombination von Photovoltaik und Stromspeicherung.

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verbraucht pro Jahr 5.000 kWh Strom. Eine 5 kWp PV-Anlage erzeugt die gleiche Strommenge und deckt den Strombedarf des Hauses ab. Mit einem Stromspeichersystem werden etwa 70% des Solarstroms für den Eigenverbrauch genutzt. Nur 30% werden ins Netz eingespeist, wofür eine Einspeisevergütung von 8,2 Cent pro kWh gezahlt wird. Prognosen zufolge wird der Strompreis bis 2042 zwischen 0,37 und 0,42 € pro kWh liegen.

VariableOhne PV-AnlagePV-Anlage mit Stromspeicher
Jährlicher Stromverbrauch5.000 kWh5.000 kWh
Nennleistung PV-Anlage-5 kWp
Jährliche Stromerzeugung-5.000 kWh
Speicherkapazität Stromspeicher8 kWh
Stromgestehungskosten PV-Anlage-12 Cent/kWh
Netzbezug100 %30 %
Strompreis40 Cent/kWh40 Cent/kWh
Netzeinspeisung-30 %
Einspeisevergütung-8,2 Cent/kWh
Eigenverbrauch-70 %
Stromkosten, Stromanbieter2.000 €/Jahr600 €/Jahr
Stromgestehungskosten PV-Anlage, Gesamt600 €/Jahr
Einspeisevergütung-125 €/Jahr
Stromkosten, Gesamt2.000 €/Jahr1.075 €/Jahr
Kosteneinsparung-925 €/Jahr

Eine 5 kWp PV-Anlage kostet 9.000 € bei Anschaffungskosten von 1.800 € pro kWp. Die durchschnittlichen Kosten für ein PV-Speichersystem liegen bei 1.000 € pro kWh Speicherkapazität, das sind in diesem Fall 8.000 €. Diese Investition amortisiert sich innerhalb von 18 Jahren bei jährlichen Einsparungen von 925 €. Bei einer Nutzungsdauer von über 30 Jahren erzielen Sie durch eine PV-Anlage mit Speicher langfristige Stromkosteneinsparungen.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage nicht? 

Photovoltaik lohnt sich nicht, wenn der Preis pro kWp bei über 1.800 € liegt. Die Stromerzeugungskosten sind in diesem Fall zu hoch und beeinträchtigen die Rentabilität der PV-Anlage.

Lohnt sich Photovoltaik mit Eigenverbrauch oder Volleinspeisung?

Bei Photovoltaik gilt grundsätzlich: je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die PV-Anlage. Schauen wir uns dafür ein weiteres Beispiel an:

PV-Anlage mit Eigenverbrauch

Wir vergleichen dieselbe PV-Anlage mit einer Nennleistung von 4 kWp - einmal mit und einmal ohne Speicher.  

VariableOhne PV-AnlagePV-Anlage ohne SpeicherPV-Anlage mit Speicher
Jährlicher Stromverbrauch4.000 kWh4.000 kWh4.000 kWh
Nennleistung PV-Anlage-4 kWp4 kWp
Jährliche Stromerzeugung-4.000 kWh4.000 kWh
Stromgestehungskosten PV-Anlage-7 Cent/kWh12 Cent/kWh
Netzbezug100 %70 %30 %
Strompreis40 Cent/kWh40 Cent/kWh40 Cent/kWh
Netzeinspeisung-70 %30 %
Einspeisevergütung-8,2 Cent/kWh8,2 Cent/kWh
Eigenverbrauch-30 %70 %
Stromkosten, Stromanbieter1.600 €/Jahr1.120 €/Jahr480 €/Jahr
Stromgestehungskosten PV-Anlage, Gesamt280 €/Jahr480 €/Jahr
Einspeisevergütung-230 €/Jahr100 €/Jahr
Stromkosten, Gesamt1.600 €/Jahr1.170 €/Jahr860 €/Jahr
Kosteneinsparung-430 €/Jahr740 €/Jahr

Und wie sieht es aus, wenn Sie den gesamten Strom einspeisen? 

PV-Anlage mit Volleinspeisung

Die Volleinspeisung lohnt sich aufgrund der niedrigen Einspeisevergütung und der hohen Strompreise nur, wenn es keine anderen Möglichkeiten des Eigenverbrauchs gibt. Da der Strompreis viel höher als die Einspeisevergütung ist, ist es unmöglich, mit der Volleinspeisung einen Gewinn zu erzielen. Mit einer Einspeisevergütung von 13 Cent pro kWh für die Volleinspeisung ist diese Option nicht so attraktiv wie der Eigenverbrauch. 

VariableOhne PV-AnlagePV-Anlage
Jährlicher Stromverbrauch4.000 kWh4.000 kWh
Nennleistung PV-Anlage-4 kWp
Jährliche Stromerzeugung-4.000 kWh
Stromgestehungskosten PV-Anlage-7 Cent/kWh
Netzbezug100 %100 %
Strompreis40 Cent/kWh40 Cent/kWh
Netzeinspeisung-100 %
Einspeisevergütung-13 Cent/kWh
Eigenverbrauch-0 %
Stromkosten, Stromanbieter1.600 €/Jahr1.600 €/Jahr
Stromgestehungskosten PV-Anlage, Gesamt280 €/Jahr
Einspeisevergütung-520 €/Jahr
Stromkosten, Gesamt1.600 €/Jahr1.360 €/Jahr
Kosteneinsparung-240 €/Jahr

Rendite Lüge Photovoltaik - das sagt das Fraunhofer-Institut ISE

Auch das Fraunhofer-Institut kommt in seiner Analyse aus Dezember 2021 zum Ergebnis, dass Photovoltaik sich lohnt und hohe Renditen erzielen kann. 

"Aufgrund der stark gesunkenen Preise für PV-Module sind attraktive Renditen möglich. Das Solar Cluster Baden-Württemberg hat für kleine Anlagen ohne Batteriespeicher und mit Eigenverbrauchsanteil um 25% Renditen bis 5% abgeschätzt."

Photovoltaik lohnt sich nicht? Oh, doch!

Photovoltaik lohnt sich nicht? Oh, doch!

Welche Faktoren beeinflussen die Rendite einer PV-Anlage?

Schauen wir uns erneut die wichtigsten Einflussfaktoren genauer an, die die Rendite Ihrer Photovoltaikanlage beeinflussen:

  • Hoher Eigenverbrauch: Eine hohe Eigenverbrauchsquote ist das A und O für eine hohe Rendite der Photovoltaikanlage. Es ist viel besser, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, als ihn für knapp 7 Cent einzuspeisen. Die PV-Anlage rechnet sich bereits bei einer Eigenverbrauchsquote von 20 bis 30 Prozent;
  • Anschaffungskosten: Je höher die Kosten pro kWh Leistung, desto schlechter die Rendite. Vergleichen Sie daher unbedingt Angebote von mehreren Installateuren. Lesen Sie hier, wie Sie einen qualifizierten Fachbetrieb für Photovoltaikanlagen finden können;
  • Größe der PV-Anlage: Planen Sie so groß wie möglich, denn bei kleinen Solaranlagen sind die Kosten pro kW höher. Eine 10kW Photovoltaikanlage im Komplettpaket inklusive Montage kostet um die 1.300 € pro kW, eine 4-kW-Anlage hingegen oft 1.500 € und mehr. Deshalb empfiehlt auch Stiftung Warentest sowie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, nach Möglichkeit, die komplette Dachfläche mit Solarmodulen zu belegen.
  • Dachausrichtung: Die ideale Dachausrichtung zeigt nach Südwest bis Südost bei einer Dachneigung von 20 bis 40 Grad. Aber auch zur Nordseite ausgerichtete PV-Anlagen erzielen dank moderner Technik immer bessere Erträge und können;
  • Batteriespeicher: Mit einem Energiespeicher lässt sich der überschüssige Solarstrom speichern und später nutzen. Auf diese Weise können Sie ihren Eigenverbrauch steigern. Sie sollten den Speicher nicht überdimensionieren. Ein guter Richtwert ist eine Speicherkapazität von 1 kWh je 1.000 kWh Verbrauch.

Die Auflistung bezieht sich auf kleine Photovoltaikanlagen für Hausbesitzer. Bei gewerblichen Anlagen gelten andere Regeln.

Welche Förderungen gibt es für Photovoltaik?

Damit sich Photovoltaik lohnt, hat die Bundesregierung mehrere Förderprogramme erstellt. Zum einen zahlt man aufgrund des Nullsteuersatzes seit Anfang 2023 keine Umsatzsteuer beim Kauf einer PV-Anlage und Zubehör. Um den Kauf einer PV-Anlage zu vereinfachen, steht zudem der zinsgünstige Kredit-270 der Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Verfügung. Des Weiteren erhalten Sie eine Einspeisevergütung von bis zu 13 Cent bei der Einspeisung von selbst erzeugtem Solarstrom ins öffentliche Netz.

Photovoltaik ja oder nein? 

Ja, Photovoltaik lohnt sich. Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr lohnt sich die Solaranlage. Denn während die Strompreise steigen, sinkt die Einspeisevergütung immer weiter. Dabei sinken auch die Anschaffungskosten für Photovoltaik stark. All diese Faktoren führen dazu, dass sich Photovoltaik mehr denn je lohnt.

PV-Angebote vergleichen und bis zu 30% sparen

Füllen Sie das untere Formular aus und erhalten bis zu fünf Angebote von qualifizierten und geprüften Fachunternehmen für Photovoltaik aus Ihrer Region - kostenlos und unverbindlich. Es dauert nur zwei Minuten. Durch den Vergleich sparen Sie beim Kauf bis zu 30%.